AVerMedia AM133 – Das Streamer-Mikrofon im Test!

Es wird immer einfacher (und günstiger) hochwertige Videoaufnahmen zu erstellen. Günstige DSLR-Kameras oder sogar Smartphone-Kameras sind inzwischen gut genug für beliebte Vlogger- bzw. Social-Media-Plattformen. Aber die Wichtigkeit einer kristallklaren Tonaufnahme ist nicht zu unterschätzen. Doch gerade die Tonebene kann bei den verbauten Mikrofonen nicht mit der Videoqualität mithalten. Deswegen ist für Content-Ersteller ein externes Mikrofon unverzichtbar. Ob das brandneue Streamer-Mikrofon AM133 von AVerMedia hier die richtige Wahl ist, könnt ihr im folgenden Test nachlesen.

tl;dr: Das AVerMedia AM133 ist ein kleines und dadurch portables Mikrofon und sollte genau in diesem Bereich eingesetzt werden. Für aufwändige, stationäre Studio-Set-Ups gibt es bessere Lösungen am Markt, wer allerdings viel unterwegs ist, dem bietet das AM133 genau die richtige Balance aus Tonqualität, Mobilität und Preis. Allein der wackelige Standfuß trübt den positiven Gesamteindruck etwas.

Lieferumfang

AVerMEdia legt dem AM133-Mikrofon alles bei, was für einen schnellen und unkomplizierten Start benötigt wird:

  • AM133-Mikrofon
  • Metall-Standfuß
  • Halterung für Zubehörschuh an der Kamera
  • Fell-Windschutz
  • 3,5mm auf 3,5mm Klinkenkabel
  • 3,5mm auf 3,5mm Klinkenkabel mit separatem Kopfhörereingang
  • Transporttasche
  • Quick Guide

Gerade die Transporttasche erweist sich im Alltag als sehr nützlich Beigabe, denn es können alle Einzelteile schnell und bequem verstaut werden.

Aufbau, Design und Verarbeitung

Der Zusammenbau gestaltet sich äußerst einfach und unkompliziert. Das Mikrofon wird in die gummierte Halterung gesteckt und wird dann, je nach Anwendungszweck, entweder mittels einer Gewindeschraube an den Standfuß befestigt oder direkt an den Zubehörschuh einer Kamera gesteckt.

Das Mikrofon lässt sich auch nach oben oder unten neigen, bleibt dabei aber immer sicher in der Halterung. Leider ist der mitgelieferte Standfuß etwas wackelig und könnte noch etwas stabiler sein. Abhilfe schaft hier nur ein kleines Gewicht. Zumindest kann man das Mikrofon dank der kleinen Ausmaße mit Standfuß schnell überall hinplatizeren.

Das unidirektionale Mikrofon selbst fühlt sich wertig an und es lassen sich keine Verarbeitungsmängel feststellen. Die vergoldeten Steckeranschlüsse runden das positive Gesamtbild ab.

Detaillierte Spezifikationen

Typ Einzelmikrofon
Wandlerprinzip Kondensator
Richtcharakteristik Niere
Anschluss Klinkenstecker (3.5mm)
Frequenzbereich 20Hz-16kHz
SPL max. 110dB
Spannungsversorgung USB
Abmessungen 70x83x132mm
Gewicht 80g
Besonderheiten Tischmikrofon

Verbindung

Das Mikrofon lässt sich ausschließlich über einen 3,5mm Klinkenanschluss verbinden. Erfreulicherweise legt AVerMedia ein zweites Kabel bei, welches auch noch einen zusätzlichen 3,5mm Kopfhörereingang besitzt um den Ton bei den Aufnahmen besser auspegeln zu können.

Allerdings sollte bedacht werden, dass gerade bei der (auch beworbenen) Nutzung mit einem Smartphone oftmals noch ein separater Adapter notwendig ist, da der Großteil der aktuellen Smartphones keinen 3,5mm-Audioanschluss mehr besitzen. Dieser USB-C-auf-3,5mm-Dongle ist aber leider nicht im Lieferumfang enthalten.

Sound

Der folgende, kurze Vergleichstest soll die Soundqualität bzw. -unterschiede verdeutlichen. Dabei wurde das AM133-Mikrofon und ein Smartphone Mikrofon verwendet.

Obwohl das Smartphone-Mikrophon dank automatischer, softwareseitiger Rauschunterdrückung überraschend gute Ergebnisse liefert, zeigt das AM133-Mikrofon hier seine Stärken: Der Ton ist klarer, vor allem in den Höhen, die Stimme (des Vortrags) besser zu verstehen. Allgemein sind mehr Toninformationen vorhanden, die sich dann in der Nachbearbeitung besser auspegeln lassen. Das verdeutlicht, dass gerade Nutzer, die sich ernsthaft mit Content-Erstellung auseinandersetzen wollen, unbedingt auf ein externes Mikrofon, wie das AVerMedia AM133, setzen sollten.

Fazit

Das kleine AM133-Mikrofon liefert das ab, was man sich in dieser Preisklasse – rund 80 Euro – erwarten kann: Tadelloser Sound und gute Verarbeitung. AVerMedia spricht aber vor allem preisbewusste Nutzer an, die viel unterwegs sind und deswegen eine portable, zuverlässige Komplettlösung bevorzugen. Der etwas wackelige Standfuß und der fehlende USB-C-Audio-Dongle trüben den sehr positiven Gesamteindruck etwas.


Angebote für das AVerMedia AM133

5-fache Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 21. März 16:59 möglich. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!



Hinweis: AVerMedia war so freundlich, uns für für die Verlosung und für den Test Mikrofone zur Verfügung zu stellen.

Mehr Brennweite durch Minisensor: TELEOBJEKTIVE an der Nikon 1

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Vom ambitionierten Fotografen wird die Nikon-1-Serie wegen ihrer kleinen Bildsensoren oft belächelt. Die Winzsensoren haben aber einen großen Vorteil: Ihr Crop-Faktor 2,7 verwandelt jedes gewöhnliche Teleobjektiv in eine langbrennweitige Superlinse. Und damit sind sie als Zweitkamera auch für DSLR-Fotografen interessant.

Die Nikon-1-Serie

Die Kameras der Nikon-1-Serie sind spiegellose Systemkameras mit Bildsensoren im CX-Format. Ihr Sensor ist gerade einmal 13,2 x 8 Millimeter groß. Im Vergleich mit dem Vollformat ergibt sich dadurch ein Crop-Faktor von 2,7. Ein 100-Millimeter-Objektiv an der Nikon 1 hat also einen Bildwinkel, der einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 270 Millimetern entspricht. Wir haben für diesen Artikel mit der Nikon 1 J5 getestet, das Gehäuse kostet derzeit 340 Euro. Die Einstiegsmodelle der Nikon-1-Serie gibt es schon für rund 200 Euro. In einer ähnlichen Preislage befindet sich auch der Bajonettadapter FT1 (220 Euro) mit dem man Nikon DSLR-Objektive mit F-Bajonett an diese Kameras anschließen kann. Verglichen mit den Summen, die für echte Superteleobjektive aufgerufen werden, ist ein Zweit-Body dieser Klasse also ein echtes Schnäppchen. Vorhandene Objektivfunktionen wie Blendenübertragung und Autofokus bleiben dabei selbstverständlich erhalten. Einzige Einschränkung: Die Nikon 1 J5 verwendet zum automatischen Scharfstellen ausschließlich das mittlere AF-Messfeld.

Man verzichtet bei einer solchen Lösung auf Sensorfläche und gewinnt dabei Brennweite. Unter Normalbedingungen sind auch mit dem kleinen CX-Sensor gute Bildergebnisse möglich. Gravierendere Unterschiede sind bei schlechten Lichtbedingungen zu erwarten, wo ein kleiner Sensor Nachteile hat.

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Bei gleicher Brennweite wird der Bildausschnitt einer Aufnahme von der Größe des Sensors bestimmt. Das CX-Format erfasst nur einen vergleichsweise kleinen Bildwinkel, dadurch ergibt sich der starke Tele-Effekt.

 

Kameras und Kompatibilität

Die Nikon 1 J5 ist das neueste Modell aus der Nikon-1-Serie. Es handelt sich um eine sehr kompakte spiegellose Systemkamera. Ihre Auflösung ist mit 20 Megapixel in Relation zur Sensorfläche sehr hoch. Das Gehäuse ist kaum größer als eine Spielkarte und mit einem klappbaren Touch-Display und klassischen Bedienelementen ausgestattet. Die Nikon 1 J5 hat eine Fokuslupe, die beim präzisen manuellen Fokussieren sehr nützlich ist. Moderne Objektive muss man dafür auf den Fokusmodus M stellen. Mit der Fokuslupe lassen sich aber auch alte Objektive ohne elektrische Kontakte verwenden.

Miniaturisierung und Mechanik

aus c't Fotografie 5/2016
aus c’t Fotografie 5/2016

Die Bilder werden auf winzigen Micro-SD Karten gespeichert. Manchen mag diese Miniaturisierung zu weit gehen, denn das Handling ist fummelig. Wenn die Micro-SD versehentlich herunterfällt, kann dies ein dauerhafter Abschied sein, weil man sie nicht wiederfindet. Durch die kleinen Abmessungen und die leichte Bauweise ist in Verbindung mit schweren Teleobjektiven Vorsicht geboten. Laut Anleitung können Objektive über 380 Gramm das Kamera-Bajonett beschädigen. Wenn man schwere Teleobjektive adaptiert, sollte man die Kamera-Objektiv-Kombi also tunlichst nicht am Kameragehäuse, sondern am Objektiv tragen. Beim Einsatz eines Statives empfiehlt es sich, entweder eine Stativschelle direkt am Objektiv nutzen, oder die Stativbohrung des Adapters zu verwenden.

Geeignete Objektive

Über den Objektivadapter FT1 kann man zwar alle Objektive mit einem F-Bajonett mechanisch anschließen, eine Kompatibilität auch moderner Nikkore mit Nikon-1-Systemkameras ist dadurch aber noch nicht automatisch gegeben. Wie immer empfiehlt es sich, die Firmware seiner Kamera auf den neuesten Stand zu bringen. Bestimmte Kameramodelle wie die Nikon 1 V1 und J1 erkennen mit der ausgelieferten Original-Firmware den Adapter nämlich nicht.

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Diesem Schnappschuss vom Mond sieht man nicht an, dass er mit eher einfachen Mitteln entstanden ist. Die weit entfernten Mondkrater zeichnen sich sauber auf der Oberfläche ab.
AF-S VR 4/300mm | 300 mm (~KB 810mm) ISO 400 | F 7.1 | 1/88 s

Auf der deutschen Nikon-Webseite beschreibt der Hersteller im Support-Bereich (Artikel Verwendung des Bajonettadapters FT1 mit Nikon-1-Kameras) mit welchen Einschränkungen man zu rechnen hat. Die automatische Scharfstellung funktioniert generell nur mit AF-S-Objektiven. Kurios: Wer Aufnahmen mit einer Belichungszeit von über einer Sekunde erstellen möchte, kann das nur mit 1-Nikkor-Objektiven. Nikon hat für die hauseigenen Objektive eine Kompatibilitätsliste herausgegeben, die im erwähnten Support-Artikel auch verlinkt ist. Derzeit sind dort immerhin 91 Objektive als kompatibel zu Nikon-1-Kameras gelistet. Die Bandbreite reicht vom einfachen Standardzoom (AF-S DX 18-55mm f/3.5-5.6G VR II) bis zum teuren Supertele (AF-S 800mm f/5.6E FL ED VR).

Sonderfall Nikon 1 J5

Bei der von uns getesteten Nikon 1 J5 sind allerdings zusätzliche Einschränkungen zu beachten. Es gibt nämlich eine weitere Liste mit 29 Objektiven, die zwar generell mit Nikon-1- Kameras, aber eben nicht mit der Nikon 1 J5 zusammenarbeiten. Auf dieser Ausschlußliste sind vor allem sehr langbrennweitige und teils auch hochlichtstarke Objektive (z.ˇB. AFS 400mm f/2.8D IF-ED II). Das für ein Supertelezoom eher preiswerte AF-S 200-500mm f/5.6E ED VR (Straßenpreis 1400 Euro) ist auch auf der Liste vertreten. Wenn man es trotzdem anschließt, gibt es eine Fehlermeldung per Display.

Nicht gelistete Objektive

Es gibt eine Vielzahl weiterer Objektive, die in der Kompatibilitätsliste zwar nicht auftauchen, möglicherweise aber trotzdem mit Nikon-1-Kameras zusammenarbeiten. Dazu zählen beispielsweise alle Fremdhersteller- Objektive und Exoten, die sich nur über T2- Adapter an die Nikon-1 anschließen lassen. Wir haben zu Testzwecken per T2-Adapter ein Teleskop mit ED-Optik und 600 mm Brennweite an die Nikon 1 J5 angeschlossen. Diese Kombination ist durchaus sinnvoll nutzbar. Die manuelle Scharfstellung wird durch die Fokuslupe der Nikon 1 J5 unterstützt und die Belichtungsmessung findet mittig statt. Auch an einem manuellen Balgengerät mit Makrooptik zeigen sich keine Einschränkungen. Es lohnt sich also, nicht offiziell unterstützte Kombinationen zu testen. Unser Eindruck war, dass Objektive der Kamera konkret melden müssen, wenn sie nicht mit ihr zusammenarbeiten. Ansonsten scheint es zu funktionieren.

Bei Flugzeug-Aufnahmen macht sich die Brennweitenverlängerung durch den kleinen Sensor besonders bemerkbar
Bei Flugzeug-Aufnahmen macht sich die Brennweitenverlängerung durch den kleinen Sensor besonders bemerkbar

 

Die richtige Aufnahmetechnik

Das Fotografieren mit Supertele-Objektiven ist technisch sehr anspruchsvoll. Durch den extrem kleinen Bildwinkel ist die Gefahr eine Aufnahme versehentlich zu verwackeln groß. Gerade bei größeren Aufnahmedistanzen können Lufttrübungen die Qualität des Fotos spürbar beeinträchtigen. Für gute Bildergebnisse sollte man bei der Aufnahme entsprechende Sorgfalt walten lassen.

Fotografieren mit Stativ

Lange Brennweiten gehören auf ein Stativ. Das empfiehlt sich auch für die Nikon 1 J5 schon mit einem 300-mm-Teleobjektiv. Der Bildstabilisator im Objektiv arbeitet zwar erstaunlich effektiv, aber 810 mm kleinbildäquivalente Brennweite sind selbst bei ausreichend Licht eben nur schwer zu bändigen. Der aufgenommene Bildausschnitt ist so klein, dass es schwierig ist, die Kamera mit starker Telewirkung über ein kleines rückwärtiges Display freihändig auf Motive zu richten und den Bildausschnitt beizubehalten. Spätestens mit einem zusätzlichen Telekonverter konnten wir zum Test auf das Stativ nicht mehr verzichten.

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Nikon 1 J5 mit Nikkor AF-S 4/300mm und Telekonverter TC-14E III auf einem Stativ.

Neben einem soliden Stativ braucht man auch einen stabilen Stativkopf, der für lange Brennweiten geeignet ist. Den einfachen Kugelkopf sollte man zu Hause lassen, denn bereits beim Anziehen der Feststellschraube verändert sich die Ausrichtung. Bei kürzeren Brennweiten ist der Effekt vernachlässigbar, aber bei 800 mm ist selbst ein minimaler Versatz fatal. Die Kamera ist dann nicht mehr auf den gewünschten Bildausschnitt gerichtet und muss erneut ausgerichtet werden.

Kontrolliert und stressfrei fotografiert und filmt man mit einem Fluid Videoneiger. Gute Modelle sind ab 150 Euro zu haben und erlauben eine weiche ruckelfreie Bewegung. Dank der einstellbaren Friktion bleibt die Kamera nach dem Ausrichten auf das Motiv gerichtet. Wir haben mit dem Sirui VH-10 Fluid Videoneiger gearbeitet, der mit einem Straßenpreis von rund 200 Euro allerdings auch seinen Preis hat.

Fotografieren ohne Stativ

So sinnvoll ein Stativ auch ist, es geht zur Not auch ohne. Wer freihand arbeitet und die Kamera dabei gut abstützt, kommt auch so zu ordentlichen Bildergebnissen. Wir konnten mit etwas Übung und ruhiger Hand das 70-300mm AF-S Telezoom mit Bildstabilisator und kurzen Belichtungszeiten auch ohne einsetzen. Verglichen mit einem Stativ ist speziell am langen Brennweitenende natürlich mit einer höheren Ausschussquote durch Verwackeln zu rechnen.

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Mit der Kamera auf Augenhöhe misslingen viele Teleaufnahmen, weil die Kamera nicht einmal ruhig genug gehalten werden kann, um das Motiv im Sucher zu behalten.
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Auf eine Hand gelegt vor dem Bauch ist die Kamera ruhiger zu halten. Die Trefferquote steigt etwas, auch wenn diese Haltung nicht vollkommen stabil ist.
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Am besten stützt man die Hand mit der Kamera an einem festen Gegenstand ab. So gelingen Fotos ohne Verwackeln und man kann das Motiv besser im Sucher behalten.

Selbstauslöser mit Vorlaufzeit

Beim Fotografieren von einem stabilen Stativ wird der Bildstabilisator ausgeschaltet. Bei starker Telewirkung ist es sinnvoll, zwischen dem Druck auf den Auslöser und der eigentlichen Belichtung einige Sekunden verstreichen zu lassen, damit Schwingungen, hervorgerufen durch die Berührung, abklingen. An der Nikon 1 J5 kann man einen Selbstauslöser entsprechend programmieren. Nervig: Die Einstellung bleibt immer nur für ein Bild erhalten. Hier könnte Nikon nachbessern. Alternativ kann man die Kamera mit Nikons App Wireless Mobile Utility drahtlos über ein Smartphone auslösen. Sie ist kostenlos bei iTunes für Apple und im Google Play Store für Android zu erhalten. Die universelle drahtlose IF-Fernbedienung Nikon ML-L3 funktioniert leider nicht mit der Nikon 1 J5.

Sinnvolle ISO-Bereiche

Die Empfindlichkeitseinstellung der Nikon 1 J5 beginnt bei ISO 160 und endet bei ISO 12800. In der Praxis liefert der kleine 20 Megapixel Sensor bis ISO 400 eine überraschend gute Bildqualität. Sogar mit ISO 800 gelingen ordentliche Bilder, wenn man sie nicht unterbelichtet. Alles darüber hinaus ist mit Abstrichen verbunden. ISO 400 ist allerdings schon empfindlich genug, um bei Tageslicht mit kurzen Belichtungszeiten zu fotografieren.

 

Fazit

Kleine Kamera statt langer Linse: Mit einer Nikon 1 kann man jedes Teleobjektiv in ein Supertele verwandeln. Durch ihr geringes Gewicht und die überschaubaren Kosten spricht vieles für ein Nikon-1-Zweitgehäuse. Wer von einer DSLR umsteigt, muss aber verschiedene Einschränkungen akzeptieren.

Die Bildqualität des kleinen Sensors ist natürlich nicht auf dem Niveau größerer Sensoren. Unseres Erachtens ist der Unterschied bei normalen und mittleren Empfindlichkeiten aber vernachlässigbar gering. Beim Handling kann es je nach Aufnahmesituation gravierendere Einschränkungen geben. Die Dunkelpause des Displays nach einer Aufnahme ist zu lang, um sich bewegende Objekte wie landende Flugzeuge oder fliegende Vögel bei einer Aufnahmeserie sicher verfolgen zu können. Eine DSLR ist einer Nikon 1 J5 in solchen Fällen immer haushoch überlegen.

Der Autofokus der Nikon 1 J5 nutzt mit dem Adapter FT1 und DSRL-Objektiven zudem nur das mittlere Messfeld. In den meisten Aufnahmesituationen reicht das, bei außermittigen Motiven kann diese Einschränkung gelegentlich stören. Bei langen Brennweiten ist der Autofokus ohnehin viel zu träge, um sich rasch bewegende Motive im Nahbereich sicher einzufangen. Wir scheiterten beispielsweise daran, ein auf die Kamera zuspringendes Eichhörnchen scharf abzulichten. Schwaches Licht bringt den Autofokus ebenfalls an Grenzen.

Es hängt also von den Motiven ab, ob man mit den Teleobjektiven an der Nikon 1 erfolgreich arbeiten kann oder nicht. Wenn man die Einschränkungen des Systems berücksichtigt, dann kann man gute Bild ergebnisse erzielen. Wir konnten bei unserem Praxistest in der Natur, am Flughafen und am nächtlichen Sternenhimmel schöne Fotos schießen. Jedes dieser Bilder wäre mit einer Vollformat-DSLR und einem gewichtigen Supertele möglicherweise noch etwas besser geworden. Aber wie heißt es so schön: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.

Der Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe der c’t Fotografie 5/2016

Photo addict Part I: Wer billig kauft, kauft teuer!

Die neue Kamera ist bestellt, die Speicherkarte liegt schon bereit und eigentlich ist jeder weitere Tag des Wartens ein Tag der Folter! But wait … brauch ich noch etwas? Wo gebe ich die Kamera hin, wenn ich mal nicht fotografiere, welches ist das richtige Objektive und genügt eine 8GB-Speicherkarte? Ach, das wird sich bestimmt alles im Laufe der Zeit herausstellen. Aber genau hier liegt der Hund begraben!

Als Fotograf habe ich schon einige Equipment-Upgrades hinter mir, eine SD Karte gewaschen und einige Fehlkäufe bereut. Vor allem aber hätte ich auch einiges an Geld gespart, hätte ich das eine oder andere Mal auf mein rationales Ich, anstatt auf den Geizhals in mir gehört. Was im ersten Moment widersprüchlich klingt, ist eine Tatsache, denn im Eifer der Notwendigkeit neigen wir beim Einkaufen dazu nur die akuten Bedürfnisse zu befriedigen ohne einen Gedanken an die Zukunft zu verschwenden. Weiterlesen