Nicht die User sind schuld, es sind die Medien!

Sind wir nicht alle gesegnet? Es hat doch sicherlich jeder von uns schon eine Million Dollar oder das neueste iPhone gewonnen. Benachrichtigt wurden wir dabei von einem Pop Up, das sich über den Artikel legt und oftmals nicht wegklickbar war. 

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Oder wer kennt sie nicht, die Interstitials? Der Fachbegriff ist nicht jedem geläufig, die Aufdringlichkeit aber schon. Dabei handelt sich um eine Zwischenseite, die erst nach Ablauf einer vordefinierten Zeit (üblicherweise 20 Sekunden) zur gewünschten Seite führt. Umgangen wird diese lästige Art der Bewerbung mittels Ad Blocker. Viele Medien klagen nun über Umsatzeinbußen, obwohl sie den gewichtigsten Beitrag dazu geleistet haben.

Unsere aktuellste Analyse hat gezeigt, dass 40% der Geizhals-User Ad Blocker benutzen. Das heißt auch, dass wir rund 40% unseres Traffics nicht vermarkten können und damit die Rückfinanzierung des Contents erschwert wird. Ich habe in einem der vorherigen Blogeinträge bereits geschrieben, dass ich einerseits für Bannerwerbung zuständig, andererseits aber auch normaler User bin. Mehr als einmal habe ich mich über extrem aufdringliche Werbung geärgert. Ganz besonders über jene Art der Werbung, die den ursprünglichen Inhalt der Seite verdeckt bzw. die mehr als die Hälfte der gesamten Seite ausmacht.

Und hier komme ich schon wieder zurück zu den Medien. Nämlich jene Medien, die derartige Werbung zugelassen haben und jetzt über schwindende Werbeeinnahmen aufgrund von Ad Blockern klagen. Für ein paar lächerliche Euros/Dollars wurden die User fast dazu genötigt Ad Blocker zu verwenden. Man mag mich naiv nennen, aber ich glaube an Bannerwerbung, die nicht nervtötend ist, aber trotzdem die gewünschte Botschaft anbringt. Ich habe absolut kein Problem damit Medien zu konsumieren, die sich mit gut verdaulicher Werbung refinanziert. Was ist also der goldene Mittelweg?

Meiner Meinung nach ist es der gezielte Gebrauch von Ad Blockern. Also nur bei all jenen Seiten den Ad Blocker zu aktivieren, bei denen man das Gefühl hat, dass man um den Inhalt kämpfen muss. Damit bleibt das Surfvergnügen aufrecht und die favorisierten Plattformen können auch weiterhin ihren Service anbieten.

Damit appelliere ich an die Geizhals-Community: Dreht euren Ad Blocker bei Geizhals ab und seht selbst, dass unser Service dadurch nicht beeinträchtigt wird. Ihr könnt ihn jederzeit wieder aktivieren, wenn ihr das Gefühl habt, dass wir als Medium das Augenmaß verloren haben.

Mythen und Missverständnisse der Werbeindustrie

Wie in allen Bereichen des Lebens gibt es auch in der Werbeindustrie falsche Behauptungen und simple Missverständnisse. Ich mache es ganz konservativ und liste ein paar davon auf:

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„Ich lasse mich von Werbung nicht beeinflussen“

Yeah, right! Wir reden hier von einer Multimilliardenindustrie, die alle Werkzeuge und Kanäle nutzt um dich bis zu einem gewissen Grad zu beeinflussen. Das wichtigste Werkzeug dabei ist die Psychologie. Auf die raffinierteste Art und Weise werden Urinstinkte angesprochen, Stimmungen erzeugt und Gefühle stimuliert. Oftmals werden viele Zwischenstationen miteingeplant, die für die Zielgruppe kaum nachvollziehbar sind. Selbst der beste Freund, der dir ein Produkt empfiehlt, ist unbewusst ein Teil des ganzen Marketingplans. Aber fürchte dich nicht, die Letztentscheidung liegt immer noch bei dir. Nur wisse, dass du so gut wie immer dabei beeinflusst wurdest.

 

„Der Erfolg wird am Klick gemessen“

Diese Art der Erfolgsmessung war bis vor ein paar Jahren noch das Maß aller Dinge. Glücklicherweise hat sich das geändert. Stell dir vor eine bekannte Handelskette wirbt mit „Heute -20% auf deinen Einkauf“. So gut wie niemand klickt drauf, aber viele werden in die Geschäfte kommen. Auch kann es sein, dass der potenzielle Käufer zuvor schon in einem anderen Medium mit der Kampagne in Kontakt gekommen ist. Der Banner war dann vielleicht das Tüpfelchen auf dem i.

 

„Kannst du mir den Erfolg garantieren?“

Nein, das kann kein seriöser Medienberater. Als Plattform kann man nur die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen, der Rest hängt dann von unzähligen Faktoren ab: Inhalt des Werbemittels, Call-to-Action, Zeit, Attraktivität des beworbenen Produktes, Umfeld, Werbedruck, Frequenz, Kontinuität, u.v.m. Trotz aller Widrigkeiten muss in Marketingmaßnahmen investiert werden. Mein Credo: egal, wie gut dein Produkt ist… wenn keiner davon erfährt, wird auch keiner dein Produkt kaufen.

 

„Man kennt uns. Wir brauchen nicht werben“

Erzähl das bitte Coca Cola, Mc Donalds, Apple und allen anderen globalen Marktführern. Solange es Mitbewerber gibt, solange muss auch geworben werden. Sich auf den Lorbeeren ausruhen hat noch jeden Marktführer vom Thron gestürzt.

 

„Ich sehe meinen gebuchten Banner nicht“

Stell dir vor, du buchst 1 Mio. Sichtkontakte über einen Zeitraum von einem Monat im Geizhals-Netzwerk. Warnung: Milchmädchenrechnung im Anflug! Bei gleichmäßiger Anzeigenmenge sind das rund 33.000 Sichtkontakte am Tag. Das Geizhals-Netzwerk generiert täglich rund 1.7 Mio. Seitenaufrufe. Das heißt bei ungefähr jedem 50. Seitenaufruf erscheint der Banner. Klingt wenig und schaut auch schlecht aus, wenn man als Werbekunde die eigene Werbung vielleicht nicht sieht. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Banner am gleichen Tag rund 33.000 mal gesehen wurde.

 

Was sind die Mythen und Missverständnisse in deinem Arbeitsalltag?

Werbung – eine Hassliebe

Gleich vorweg: ich bin einer derjenigen, denen ihr Werbung auf Geizhals zu „verdanken“ habt. Weder schäme ich mich dafür, noch bin ich stolz darauf. Es ist mein Job, der mir aber glücklicherweise auch Spaß macht.

Warum liebe ich Werbung?

Weil sie Produkte/Services finanziert, die ich oft und gerne nutze aber sonst bezahlen müsste. Weil sie mich schon auf Ideen gebracht hat, die ich dann letztendlich umgesetzt habe. Weil sie mich manchmal auf Dinge aufmerksam macht, die ich davor nicht gewusst habe.  Weiterlesen