BenQ GV1 im Test

Beamer finden im Alltag bisher vor allem in zwei Bereichen Einsatz: im Business-Segment für Präsentationen und bei Home Cinema-Liebhabern. Der stationäre Betrieb samt Befestigung und ausreichend weißer Fläche sorgte bisher dafür, dass Beamern der Consumer-Massenmarkt eher verwehrt blieb. Das will nun der renommierte Hersteller BenQ mit dem GV1 ändern und positioniert diesen kleinen, mobilen Beamer ganz bewusst als Lifestyle-Produkt. Ob das gelingt, könnt ihr im folgenden Test nachlesen.

> Zur Gewinnchance <

Lieferumfang

In der weißen Box findet man eigentlich alles, um gleich loszustarten. Erfreulicherweise denkt BenQ auch gleich etwas weiter und legt dem GV1 auch nützliches Zubehör bei.

Vor allem die zwei Reiseadapter für das Netzteil und die Schutztasche erweisen sich im (mobilen) Alltag als sehr praktisch.

Der Lieferumfang im Detail:

  • GV1-Beamer
  • Netzteil mit zwei Auslandsadaptern (UK, US)
  • USB-C-Kabel
  • Schutztasche
  • Fernbedienung (inkl. Batterie)
  • Quickstart-Guide

Unboxing und Hands On-Video

Design und Verarbeitung

In Punkto Design hat sich BenQ beim GV1 sichtlich viel Mühe gegeben um ein schönes Gerät auf den Markt zu bringen, das dank des gelben Akzents in der silber-grauen Aufmachung auch einen gewissen Wiedererkennungswert besitzt.

Auch die verwendeten Materialien – Metall und Plastik – fühlen sich äußerst hochwertig an und geben keinerlei Anlass zur Beschwerde. Es konnten auch keine unregelmäßigen Spaltmaße, Knarzen oder dergleichen festgestellt werden.

Detaillierte Spezifikationen

Typ DLP
Lichtquelle LED
Auflösung (darstellbar) WVGA (854×480)
Auflösung (nativ) WVGA (854×480)
Helligkeit -/​200/​- ANSI Lumen (Hoch/​Standard/​Eco)
Kontrast 100.000:1
Bildverhältnis 16:9 nativ
Bilddiagonale 0.76-2.54m
Projektionsverhältnis 1.30:1
Lampenlebensdauer 20000/​30000/​- Stunden (Standard/​Eco/​Eco+)
Geräuschentwicklung 29/​28dB(A) (Standard/​Eco)
Lens-Shift nein
Weitere-Anschlüsse 1x USB-C, Bluetooth, WLAN (integriert)
Stromverbrauch 17/​13W (Standard/​Eco)
Abmessungen (BxHxT) 80x155x80mm
Gewicht 708g
Besonderheiten Akku, integrierte Lautsprecher (1x 5W)
Im Preisvergleich seit

Bedienung

Das erste Einschalten gestaltet sich unkompliziert: Auf der Oberseite findet sich ein großer Power-Button, der ein paar Sekunden gedrückt wird um den GV1 zu starten. Mittels der beigelegten Fernbedienung kann man das Gerät auch aus der Ferne steuern. Zudem wird die Fernbedienung auch benötigt um das Gerät mit WLAN zu verbinden und sonstige Einstellungen zu treffen. Denn es befinden sich zwar Steuerelemente am Gerät (Power, Lautstärke, Moduswechsel zu Bluetooth), diese reichen aber nicht für die Navigation in der Software aus.

Um externe Quellen an den GV1 anzuschließen, befindet sich ein USB-C-Anschluss auf der Rückseite. Für die Stromversorgung und das Laden des integrierten Akkus gibt es außerdem einen rückseitigen Anschluss. Leider lässt sich das Gerät nur mittels dem beigelegten Netzteil mit Strom versorgen und nicht über USB-C. Umgekehrt kann aber ein anderes Gerät über diesen USB-C-Anschluss geladen werden.

Will man den GV1 transportieren, kann man den Beamer selbst und die Fernbedienung in der beigelegten Tasche verstauen. Allerdings bietet die Tasche leider keinen Platz für das Netzteil.

Im Betrieb

Nach dem Hochfahren des Geräts (ca. 30 Sekunden) landet man auf dem Startbildschirm des Betriebssystem, bei dem es sich um eine angepasste Android-Version handelt. Um den vollen Funktionsumfang des GV1 zu nutzen, sollte der erste Schritt darin bestehen, das Gerät mit WLAN zu verbinden. Danach ist es zudem empfehlenswert die aktuellste Software-Version herunterzuladen und zu installieren.

Ein Software-Update brachte während des Testzeitraums einige kleine Fehlerbereinigungen und – viel wichtiger – den Zugang zu einem App-Store, der es ermöglicht Apps auf dem GV1 zu installieren.

Kabellose Verbindung

Der GV1 ist vornehmlich für einen kabellosen Betrieb ausgelegt. Es gibt hier zwei Möglichkeiten:

  1. WLAN/Cast: Mittels der Cast-Funktion können Smartphones oder Tablets (iOS und Android) unkompliziert mit dem GV1 verbunden werden. Bei dieser Art der Verbindung handelt es sich um das Spiegeln der Inhalte des Smartphones/Tablets. Das eignet sich für statische Bilder hervorragend, liefert aber bei bewegten Bildern gelegentliches Frame-Skipping, also das Auslassen eines Einzelbilds. Das führt zu einer nicht immer ganz flüssigen Darstellung, ist aber kein besonders störender Faktor.

  2. Integrierter App-Store: Der Aptoide-AppStore bietet eine Auswahl an bekannten Apps, wie Netflix, YouTube, verschiedene Browser und Medienplayer (Kodi etc.). Bei den erwähnten Apps kam es im Testzeitraum zu keinen Frame-Skippings o.ä. Störend war in diesem Modus die zwingende Verwendung der Fernbedienung, da nicht alle Apps für diese Art der Steuerung optimiert wurden. So konnten z.B. wesentliche Features der Netflix-App (Auswahl von einzelnden Folgen, Suchnavigation) nicht genutzt werden. Zwar kann BenQ eigentlich nichts für diese Probleme, den die Apps werden von Drittanbietern zur Verfügung gestellt, ärgerlich bleibt es allemal. Hier bleibt nur zu hoffen, dass die Apps im Laufe der Zeit weiterhin optimiert und aktualisiert werden.

Da man unterwegs meistens nicht überall einen Zugang zu WLAN hat, besitzt der GV1 auch eine Hotspot-Funktion. Mit dieser kann man auch abseits ein eigenes WLAN erstellen und somit verschiedene Abspielgeräte verbinden.

Kabelgebundene Verbindung

Über den USB-C-Anschluss können externe Datenträger, wie Festplatten oder USB-Sticks angeschlossen werden. Dies klappte während des Tests problemlos und dank der Möglichkeit verschiedene Medienplayer über den App-Store (z.B. VLC Media Player) zu installieren, war auch das Abspielen von unterschiedlichen Formaten möglich.

BenQ hat zwar mit der Wahl von USB-C an die Zukunft gedacht, aber etwas weniger an die Gegenwart. So ist die Verbreitung von USB-C-Sticks oder HDDs (noch) eher gering. Das beigelegte USB-C-Kabel wiederum hat keinen USB-A-Anschluss und somit braucht man dann wiederum meistens einen Adapter. Hier wäre ein HDMI-Anschluss wünschenswert gewesen oder zumindest ein USB-A-Anschluss.

Durch die Positionierung beider Anschlüsse auf der Rückseite ist das Aufstellen des GV1 an einer Wand auch nicht möglich, hier geht dann nur der kabellose Betrieb.

Bildqualität und Sound

Mit einer WVGA-Auflösung (854×480) ist der GV1 nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit, allerdings musste BenQ hier wohl einige Abstriche machen um die Kosten im Rahmen zu halten und Portabilität bzw. ausreichende Akkulaufzeit zu gewährleisten. Nichtsdestoweniger liefert der GV1 ein gutes, farbintensives Bild, das dank automatischer Trapezkorrektur für eine waagrechte Bildausrichtung sorgt. Je nach Abstand zur Projektionsfläche, kann das erzeugte Bild des Mini-Beamers auch locker mit modernen TV-Geräten, zumindest in der Diagonale, mithalten.

Die Bildhelligkeit variiert, je nachdem ob ein Netzteil angesteckt ist oder nicht. Im Akkumodus verringert sich automatisch die Helligkeit merkbar, was vor allem in helleren Umgebungen den positiven Gesamteindruck etwas trübt. Dafür konnten im Test 2:51 Stunden mit einer Akkuladung erreicht werden – BenQ gibt drei Stunden an.

Da der GV1 auch Bluetooth beherrscht, kann das Gerät auch als externer, kabelloser Lautsprecher fungieren. An dedizierte Boomboxen kommt die Soundqualität zwar nicht heran, aber gerade für einen gemütlichen Filmabend oder eine Sportübertragung ist der Sound allemal ausreichend und kann daher eher positiv überraschen. Bild und Ton waren dabei im Test immer synchron.

Fazit

Der BenQ GV1 ist ein innovatives Gerät, das voll auf Mobilität und Unterhaltung setzt – ein Beamer zum Mitnehmen und überall Aufstellen. Dabei hat BenQ nicht nur viel Technik reingepackt, sondern auch auf ein ansprechendes Design und tadellose Verarbeitung geachtet. Die Verbindung mit Smartphone/Tablet geht leicht von der Hand und war im Test auch immer stabil. Sogar der Sound kann überzeugen, bei diesen Gerätedimensionen nicht selbstverständlich. Nicht zuletzt weiß auch die Anbindung an einen App-Store zu gefallen und erweitert sinnvoll die Abspielmöglichkeiten.

Trotzdem wird man das Gefühl nicht ganz los, dass BenQ mit dieser ersten Generation einige Kompromisse eingehen musste. So löblich die kabellosen Verbindungsoptionen auch sind, der einzige USB-C-Anschluss ist im Alltag etwas umständlich. Hier wäre ein HDMI-Anschluss o.ä. sehr wünschenswert gewesen. Auch das Bedienkonzept mit der Fernbedienung ist nicht immer ideal, vor allem wenn gewisse Apps diese nur unzureichend unterstützen. Und ob im Jahr 2019 eine Nicht-HD-Auflösung noch zeitgemäß ist, wird sich BenQ auch fragen müssen.

So bleibt ein formschönes, innovatives Gerät, das im Großen und Ganzen überzeugen kann, in manchen Punkten sogar begeistert, aber im Detail sicherlich noch verbesserungswürdig ist. Für alle, die kein fixes TV-Gerät haben können oder wollen, ist der GV1 aber defintiv einen genaueren Blick wert und ziemlich konkurrenzlos.


Angebote für den BenQ GV1


Gewinnchance

Wer derzeit nicht das nötige Kleingeld über hat, der kann den BenQ GV1 gewinnen. Die Teilnahmebedingungen sind sehr simpel: Name und E-Mail-Adresse unten in das Formularfeld eintragen – that’s it! Wir ziehen am 10. Mai per Zufallsgenerator eine/n Gewinner/in und löschen dann auch alle Kontaktdaten. Die Teilnahme ist bis zum 9. Mai 16:59 möglich. Viel Glück!


Hinweis: BenQ Austria war so freundlich uns für den Test und für die Verlosung jeweils ein GV1 zur Verfügung zu stellen.


Teilnahmebedingungen

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Huawei P30 Pro im Test

Huawei konnte den Smartphone-Markt in den vergangenen Jahren ordentlich aufmischen und spielt inzwischen auch in der High-End-Liga ganz oben mit. Diese Stellung will allerdings verteidigt werden. Neben der Mate-Serie ist es vor allem die P-Serie, die dieses Jahr versucht im Bereich Fotografie neue Maßstäbe zu setzen. Mit der Veröffentlichung des P30 Pro ist nun das neueste Flaggschiff von Huawei erschienen. Was die insgesamt vier Kameras können und was das High-End-Gerät sonst noch so mit sich bringt, erfahrt ihr im folgenden, exklusiven Test.

Lieferumfang und Unboxing

Die schlichte, weiße Box mit dem goldenen Schriftzug schreit förmlich „Premium“. Auch das rote Leica-Logo am unteren Rand sticht sofort ins Auge.

Große Überraschungen gibt es keine: Es befinden sich die „erwartbaren“ Accessoires in der Verpackung, die mitgelieferte Schutzhülle ist bei Herstellern aus China mittlerweile fast immer dabei.

  • kabelgebundene USB-C-Kopfhörer
  • 40W-Supercharger Ladegerät
  • USB-C / USB-A-Kabel
  • SIM-Tool
  • durchsichtige Schutzhülle

Im kurzen Unboxing-Video schauen wir uns den InDisplay-Fingerprint-Reader genauer an.

Design und Verarbeitung

Im Premium-Bereich ist gehärtetes Glas auf Vorder- und Rückseite in einem Aluminium-Rahmen zum Quasi-Standard aufgestiegen. Deshalb überrascht es auch nicht weiter, dass beim P30 Pro genau diese Materialien zum Einsatz kommen.

Gerade die Rückseite mit bläulich-violetten Schimmer, stimmungsvoll „Breathing Crystal“ getauft, ist ein echter Hingucker und sorgt für einen gewissen Wiedererkennungswert. Überhaupt lassen sich keinerlei Mängel bei der Verarbeitung feststellen: kein Knarzen, keine unregelmäßigen Spaltmaße oder knackige Druckpunkte bei den Buttons. Die hervorstehende Triple-Kamera sorgt leider auch dafür, dass das Smartphone nicht ganz plan auf ebenen Flächen aufliegen kann.

Kleine Details wie der rote Akzent beim Power-Button und das auf Vorder- und Rückseite gerundete Glas wissen zu gefallen. Zu guter Letzt hat es Huawei geschafft den USB-Ladeport, den SIM-Slot und den Lautsprecher auf der Unterseite unterzubringen, was bei den sehr schmalen Seitenkanten wohl auch nicht anders möglich gewesen wäre. Diese Design-Entscheidung zeigt aber auch gleichzeitig die größte Schwäche des P30 Pro: Es wurde nur ein Lautsprecher verbaut, der zwar keinen schlechten Sound liefert, jedoch nur Mono und zudem auch noch leicht mit der Hand verdeckt werden kann.

Ein Kopfhörer-Anschluss ist – wie zu erwarten – nicht verbaut. Dafür ist das P30 Pro wasser- und staubgeschützt nach IP68.

Das P30 Pro ist zum Launch in den Farbvarianten Schwarz, Aurora und Breathing Crystal erhältlich.

Detaillierte Spezifikationen

OS Android 9.0
Display 6.47″, 2340×1080 Pixel, 16 Mio. Farben, AMOLED, kapazitiver Touchscreen, Gorilla-Glas, Aussparung, HDR
Kamera hinten 40.0MP, f/​1.6, Phasenvergleich-AF, Laser-AF, Kontrast-AF, Dual-LED-Blitz, Videos @2160p/​30fps, Videos @720p/​960fps (Kamera 1); 20.0MP, f/​2.2, Weitwinkelobjektiv (Kamera 2); 8.0MP, f/​3.4, OIS, Teleobjektiv (Kamera 3); ToF (Kamera 4)
Kamera vorne 32.0MP, f/​2.0
Schnittstellen USB-C 3.1 Gen 1 (OTG), WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac, Bluetooth 5.0 (aptX HD), NFC, Infrarot-Port
Sensoren Beschleunigungssensor, Gyroskop, Annäherungssensor, Lichtsensor, Kompass, Fingerabdrucksensor (Display)
SoC HiSilicon Kirin 980, 64bit
CPU 2x 2.60GHz Cortex-A76 + 2x 1.92GHz Cortex-A76 + 4x 1.80GHz Cortex-A55
GPU Mali-G76 MP10
RAM 8GB
Speicher 128GB (UFS 2.1), NM Card-Slot (shared, bis 256GB)
Navigation A-GPS (L1/​L5), GLONASS, BeiDou, Galileo (E1/​E5a), QZSS (L1/​L5)
Modem GSM (0.2Mbps/​0.1Mbps), UMTS (42Mbps/​5.76Mbps), LTE Cat 21/​18 (1400Mbps/​200Mbps)
Frequenzbänder 2G (850/​900/​1800/​1900), 3G (B1/​B2/​B4/​B5/​B6/​B8/​B19), 4G (B1/​B2/​B3/​B4/​B5/​B6/​B7/​B8/​B9/​B12/​B17/​B18/​B19/​B20/​B26/​B28/​B32/​B34/​B38/​B39/​B40)
Netzstandards GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+, LTE-A, LTE-A Pro
Akku 4200mAh, fest verbaut, kabelloses Laden (Qi, reversibel)
Ladeleistung 40W (Huawei SuperCharge), 15W (kabellos)
SAR-Wert 0.64W/​kg (Kopf), 0.99W/​kg (Körper)
Gehäuseform Barren
Gehäusematerial Glas (Rückseite), Metall (Rahmen)
Abmessungen 158×73.4×8.4mm
Gewicht 192g
SIM-Formfaktor Nano-SIM (1x shared)
Besonderheiten Dual-SIM, IP68-zertifiziert

Display

Das 6.47 Zoll OLED-Display ist sicherlich – neben den vier Kameralinsen – eines der Highlights des P30 Pro. Es löst mit 1080×2340 Pixeln (FHD+) auf und ist äußerst blickwinkelstabil. Die Helligkeit kann überzeugen, auch bei direkter Sonneneinstrahlung lassen sich Inhalte am Display gut erkennen.

Im Jahr 2019 sind Notches, also Bildaussparungen für Vorderkamera und Sensoren, nichts Ungewöhnliches mehr. Das P30 Pro besitzt auch einen Notch, der ist allerdings vergleichsweise klein und stört im Alltagsbetrieb kaum. Durch das zu den Außenseiten hin gebogene Display und das kleine „Kinn“ auf der Unterseite wird eine beachtliche Screen-to-body Ratio erreicht.

Software, Features und Performance

Huawei setzt beim P30 Pro auf die aktuelle Android Version 9 „Pie“ und stülpt darüber die eigene EMUI-Benutzoberfläche. Im Gegensatz zu purem Android ist ein systemweiter „dark mode“ integriert, der vor allem bei OLED-Displays etwas Energie einsparen kann und auch gut aussieht. Hier kann z.B. Googles Pixel-Reihe nur neidvoll rüberblicken, besitzen doch Googles eigene Flaggschiffe (noch) keinen systemweiten „dark mode“.

Ob Huawei das P30 Pro auch in Zukunft mit neuen Android-Versionen versorgen wird, bleibt allerdings abzuwarten. In der Vergangenheit hat der chinesische Marktgigant nicht viele Anstalten gemacht seine Smartphones auf aktuellem Stand zu halten, leider.

EMUI in der Version 9.1 kommt mit zahlreichen Zusatzfeatures daher, viele davon finden sich auch bei aktuellen Flaggschiffen anderer bekannter Hersteller. So erhält man mit der App „Digital Balance“ einen genauen Überblick über die eigene Smartphone-Nutzung. Es können Zeitbeschränkungen für Apps gesetzt oder ein „Ausgrauen“ eingestellt werden. Zudem kann auch die Farbintensität und Farbtemperatur nach eigenen Vorlieben modifiziert werden. Auch ein Einhandmodus wurde integriert – bei der Größe des Geräts ein sehr nützliches Feature.

Personalisierungsmöglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle. Im Bereich „Designs“ kann die Oberfläche nach allen nur denkbaren Möglichkeiten umgestellt und nach den eigenen Wünschen geändert werden. Beachten sollte man hierbei dass einige Design kostenlos sind, andere jedoch nicht.

Der optische Fingerabdruck-Scanner befindet sich auf der Vorderseite hinter dem Displayglas. Bei unseren Tests agierte dieser zuverlässig und schnell, wenn auch um Bruchteile langsamer als ein „normaler“ Fingerprint-Reader.

Generell ist das P30 Pro sehr flott unterwegs und steht aktuellen High-End-Geräten der Konkurrenz um nichts nach. Das liegt nicht zuletzt am hauseigenen Octa-Core Kirin 980 SoC, der im topmodernen 7nm-Verfahren hergestellt wird und dadurch noch etwas energiereffizienter als seine Vorgänger rechnen kann. Auch die verbaute Grafikeinheit Mali-G76 ist auf Augenhöhe mit aktuellen Flaggschiffen von Qualcomm. Es konnten keinerlei Ruckler beim grafikintensiven PUBG oder im Multi-Window-Modus ausgemacht werden.

Natürlich unterstützt das P30 Pro auch Wireless Quick Charging, welches das Gerät mit bis zu 15W lädt. Außerdem ist auch das umgekehrte, kabellose Laden möglich (Reverse Wireless Charging), bei dem das zu ladende Gerät auf die Rückseite platziert werden muss. Andere Smartphones lassen sich damit aufladen, allerdings doch sehr langsam.

Dafür kann der 4200mAh-Akku mit dem mitgelieferten Supercharger (40W) sehr zügig geladen werden: 50% waren innerhalb 30-40 Minuten erreicht. Weder beim Laden, noch bei rechenintensiven Anwendungen wird das P30 Pro auf der Rückseite unangenehm warm, somit steht auch langen Spiele-Sessions nichts im Wege.

Eine seröse Beurteilung der Akkulaufzeit lässt sich wohl erst nach einem längeren Testzeitraum beurteilen, aber während des kurzen Tests erschien der Akku sehr verlässlich und sollte auch für Power-User genügend Reserven über den Tag bieten.

Je nach Ausstattung ist das P30 Pro entweder mit 6GB RAM + 128GB oder 8GB RAM + 256GB Speicher erhältlich. Dieser lässt sich auch erweitern, allerdings nur mit Huaweis eigener Speicherkarten-Technologie „Nano-Memory“ – ärgerlich, weil diese nur schwer erhältlich sind.

Kamera

Das Prunkstück des P30 Pro ist sicherlich das rückseitige Kamerasystem, das in Summe aus drei verschiedenen Sensoren und einem sogenannten ToF-Sensor besteht.

Im Detail:

  • 20 Megapixel Weitwinkel, f/2.2, elektronische Bildstabilisierung
  • 40 Megapixel Hauptkamera, f/1.6, optische Bildstabilisierung
  • 8 Megapixel Tele-Linse, f/3.4, optische Bildstabilisierung
  • „Time-of-flight“-Sensor, Lichtlaufzeitmessung für detaillierte 3D-Bildinformationen

Die Vielseitigkeit dieses Kamerasystems beeindruckt auf ganzer Linie. Das fängt schon bei der reaktionsschnellen Kamera-Software an, die zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und Filter anbietet.

Nahezu jede Situation meistert das P30 Pro mit Bravour. Egal, ob man Weitwinkel nutzt oder den 5-fachen optischen Zoom – bei guten Lichtverhältnissen können beide Sensoren überraschend gute, scharfe Aufnahmen liefern.

Auch der 10-fache Digitalzoom kann überzeugen.

Der Nacht-Modus, schon bekannt von der Mate-Serie, sorgt für gute Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen.

Der 40MP-Hauptsensor kann in Kombination mit dem ToF-Sensor ausgewogene Bilder liefern, die auch ein natürliches Bokeh aufweisen.

Die Videofunktionalitäten bieten all das, was man sich 2019 von einem High-End-Modell erwarten kann: 4K, h.265-Unterstützung, 960fps-Zeitlupe, Zeitraffer etc. Hier sollten eigentlich kaum Wünsche offen bleiben.

Fazit

Das P30 Pro macht einfach Spaß. Es ist schnell, tadellos verarbeitet und kann mit seiner Triple-Kamera auf der Rückseite mit allen aktuellen Konkurrenten mithalten. Vielmehr sollte gerade die Vielseitigkeit des Kamerasystems in den Vordergrund gestellt werden, denn diese lässt im alltäglichen Betrieb eigentlich keine Wünsche offen. Auch softwareseitig kann Huaweis EMUI durchaus überzeugen, sinnvolle Features wurden integriert und Programmballast auf ein erträgliches Maß reduziert.

Kleine Patzer leistet sich das P30 Pro dennoch: Der Mono-Lautsprecher lässt sich leicht verdecken, klingt höchstens durchschnittlich und das sollte in dieser Preiskategorie eigentlich nicht mehr vorkommen. Auch der Einsatz von Nano Memory für die Speichererweiterung ist aus Käufersicht kaum nachvollziehbar, hier trumpfen andere Hersteller mit der Verwendung von microSD auf. Und ob Huawei sich bei seinem Flaggschiff endlich einer vernünftigen und zukunftssicheren Software-Updatepoltik verschreibt, bleibt auch abzuwarten.


Angebote für das Huawei P30 Pro



Hinweis: Huawei Austria war so freundlich uns für den Test ein P30 Pro zur Verfügung zu stellen.

BenQ EL2870U – Der 4K-Monitor im Test!

Was wird gesucht? Ein Bildschirm für den privaten Schreibtisch, eine Alternative zu einem kompakten Fernseher – vielleicht sogar für das Kinderzimmer – und am besten wäre es, wenn der Bildschirm an PC, Spielekonsole und Blu-Ray Player (oder DVB-T2/SAT-Receiver) hängen könnte; und das alles ohne Kabel umstecken zu müssen?

Einleitung

Nach zwei Wochen intensiver Verwendung, weiß ich noch immer nicht genau, für welchen Zweck BenQ dieses Gerät nun wirklich entwickeln wollte.
Unter (Nerd-)Kollegen würde ich wahrscheinlich folgende Vermutung äußern: Es gab eine Besprechung in der Entwicklungsabteilung. Man fragte sich, welche Features und Zielgruppen angepeilt werden sollen. Der „Chuck Norris“-Fan in der Gruppe rief „alle!“ (eigentlich genauer: „ALLEEEE!!!“). Worauf – nach tosendem Gelächter – die zynische Aussage fiel „ja, wahrscheinlich auch noch für unter 800€!?“. In fast jeder Gruppe findet sich bei so einer Gelegenheit ein „Trekker“, welcher in dieser Situation vorpreschen musste „ich mach’s für unter 500€“ (zahlreichen Zitaten von James Doohan – alias Montgomery „Scotty“ Scott – sei Dank).
Genaues weiß man nicht – aber es muss sich so zugetragen haben. Warum sollte man sonst überhaupt auf die Idee kommen, einen knapp 28 Zoll großen 4K-Bildschirm, mit HDR10 Zertifizierung, 2x HDMI 2.0, DisplayPort, VESA-Mount, Umgebungslicht-Sensor und FreeSync für wirklich deutlich unter 500€ anbieten zu wollen?
Sie haben es jedenfalls gemacht. Als ich die Specs zum ersten Mal gelesen habe, ahnte ich das Schlimmste – aber, und da laust mich doch der Affe, der BenQ EL2870U ist wirklich gut und stellt vielfältige Ansprüche zufrieden.

Die technischen Daten

Diagonale 27.9″/​70.9cm
Auflösung 3840×2160, 16:9, 158dpi
Helligkeit 300cd/​m²
Kontrast 1.000:1 (statisch), 12.000.000:1 (dynamisch)
Reaktionszeit 1ms
Blickwinkel 170°/​160°
Panel TN, HDR10
Form gerade
Beschichtung matt (non-glare)
Hintergrundbeleuchtung White-LED, flicker-free, Blaulichtfilter
Farbtiefe 10bit (10bit ohne FRC)
Bildwiederholfrequenz 60Hz
Variable Synchronisierung Adaptive Sync/​AMD FreeSync
Unschärfereduktion N/​A
Signalfrequenz 30-135kHz (horizontal), 24-76Hz (vertikal)
Anschlüsse 2x HDMI 2.0, 1x DisplayPort 1.4
Weitere Anschlüsse N/​A
USB-Hub Out N/​A
USB-Hub In N/​A
Audio Lautsprecher (2x 2W), 1x Line-Out
Ergonomie N/​A (Höhe), N/​A (Pivot), N/​A (Drehung), +15°/​-5° (Neigung)
Farbe schwarz (Rahmen), grau (Leiste), grau/​schwarz (Standfuß)
VESA 100×100 (frei)
Leistungsaufnahme 55W (maximal), 35W (typisch), 0.5W (Standby)
Jahresverbrauch 51.10kWh
Energieeffizienzklasse B
Stromversorgung AC-In
Abmessungen (BxHxT) 658x476x150mm (mit Standfuß), 658x349x67mm (ohne Standfuß)
Gewicht 5.70kg (mit Standfuß), keine Angabe (ohne Standfuß)
Besonderheiten mechanische Tasten, Lichtsensor, Sicherheitsschloss (Kensington), HDCP 2.2
Herstellergarantie drei Jahre (Vor-Ort)

Unboxing

Alles sauber verpackt. Die Verpackung hatte sichtlich viel erlebt – der Monitor kam dennoch wie aus dem Ei gepellt zum Vorschein. So sieht „guter Schutz“ aus.

Läuterung

Ja „TN-Panel!? Muss das sein?“ – das ist auch mein erster Gedanke gewesen. Nach dem Einschalten habe ich mir natürlich gleich eines der kritischsten Fotos herausgesucht – eines, bei dem mein günstiges und zwei Jahre altes Notebook (mit TN-Panel) auf jeden Fall zeigt, was sein Bildschirm nicht kann.
Aber dann sieht dieses Bild auf dem BenQ EL2870U nur ein wenig blasser aus, als auf meinen anderen heißgeliebten (und kalibrierten) Monitoren des Herstellers, der mit „D“ anfängt und mit „ell“ aufhört! Okay!?
Ab diesem Moment war mir klar: ich muss einfach meine Vorurteile gegenüber TN-Panels über Bord werfen und so tun, als hätte ich dieses technische Datum nicht gekannt.
Das Bild ist auch, wenn man schräg darauf sieht, ziemlich lange farbstabil. Zur Auffrischung: TN-Panels gelten zwar als reaktionsschnell, litten dafür früher oft unter der Tatsache, dass sie günstiger mit glänzender Oberfläche herstellt werden konnten und sie sind berüchtigt dafür gewesen, dass man das Bild rechtwinklig von vorne betrachten musste, damit sich nicht manche Farben umkehrten oder alle dunklen Schattierungen in einem tiefschwarzen Fleck absoffen. Aber beim EL2870U trifft das alles nicht zu – überdies ist das Display vollkommen matt.

Ein Betrachtungswinkel von 45° – egal ob von links, rechts, unten oder oben – lässt das Bild noch normal erscheinen. Ist der Winkel noch flacher, bekommt das Gesehene einen leichten orange-Stich – etwa so, als würde man die integrierte Reduktion für blaue Lichtanteile einschalten. Einzig und alleine, wenn man von oben auf den Monitor sieht und mehr als 60° von der frontalen Sicht abweicht – also einen Blickwinkel einnimmt, den man in Wirklichkeit nie für die gewöhnliche Betrachtung haben würde – dann saufen die einen Farben ab und die anderen verblassen bis zur Unkenntlichkeit. Würde man sich nun aber vorstellen, dass vier Kinder oder drei „etwas ältere Kinder“ davor sitzen, bekäme jeder unverfälschte Farben zu Gesicht. Das ist wirklich einwandfrei umgesetzt worden.

Voreinstellungen

Wenn ich einen neuen Bildschirm erhalte, dauert es für Gewöhnlich nicht sehr lange, bis ich mir ein Colorimeter (derzeit meist ein Datacolor Spyder 4 Elite) schnappe und die Farbdarstellung des Monitors – so gut es mit so einem Gerät eben geht – ausmesse. Mich interessiert dabei, was die Voreinstellungen „out of the Box“ leisten- damit ich gegebenenfalls auch eine Empfehlung aussprechen kann, für jemanden der kein Colorimeter hat oder sich die Arbeit – im privaten Umfeld – nicht antun möchte.

BenQ stellt im Downloadbereich ein „WHQL Driver“-Archiv zum Download bereit. Dieser beinhaltet für das Betriebssystem die Information, wie der Monitor heißt, was er für eine Maximalauflösung beherrscht, dass er „Display Power Management Signaling (DPMS)“ versteht und, dass die icm-Datei, welche dem Treiberpaket beiliegt, als Farbprofil ins System eingebunden werden kann.
Treiber installiert, das aktuelle DisplayCAL ebenso, Spyder 4 Elite per USB mit dem PC verbunden und los ging es.
Der erste Wermutstropfen: der Monitor bietet nicht die Möglichkeit, die Farbsättigung der einzelnen Farben getrennt zu regeln. Es gibt eine wirklich große Anzahl Einstellmöglichkeiten im OSD, aber Rot, Grün und Blau separiert zu Regeln, das geht leider nicht.
In Windows hatte ich die HDR-Funktion bewusst deaktiviert, am Monitor das normale HDR-Profil geladen (blau-Reduktion auf „aus“, Umgebungslicht-Sensor ebenso „aus“) – schon die nächste Überraschung. Oder ist mein Colorimeter kaputt? Die Farbbalken bescheinigten mir, dass ich an der Farbsättigung nichts mehr ändern muss – um eine noch genauere Farbdarstellung zu erhalten, könnte ich direkt mit der Kalibrierung des Bildschirms beginnen. Bei einem Bildschirm, welcher nicht ab Werk kalibriert worden ist, hatte ich so eine gute Voreinstellung noch nie. Allerdings trifft das nur auf die Profile „HDR“ und „sRGB“ zu. Wobei bei sRGB die Sättigung des Blautons etwas schwach ist – allerdings nur so schwach, dass es in Wirklichkeit kaum auffällt. Für Nachteulen, die trotzdem irgendwann mal Einschlafen können möchten, ist das sRGB Profil sicher eine gute Wahl – auch für jene, die den Monitor an einem Computer betreiben, welcher keinen DisplayPort 1.2 und auch kein HDMI 2.0 (sondern vielleicht nur 1.4) bietet.
Natürlich könnte eine gewisse Serienstreuung vorliegen, aber ich stelle hiermit trotzdem das Farbprofil für den BenQ EL2870U, welches ich für dessen sRGB-Modus ausgemessen habe, zur Verfügung – Ausprobieren und Feedback geben, sind ausdrücklich erwünscht.

Mit DisplayPort und/oder HDMI 2.0 (und Windows 10) kann einfach unter Windows „HDR“ aktiviert werden. Der Monitor erkennt dies, deaktiviert verschiedene Einstellungsmöglichkeiten – die Reduktion für blaue Lichtanteile, die AMA (Advanced Motion Accelerator) Funktion und der Lichtsensor bleiben ebenfalls einstellbar.
Via HDMI – der Monitor hat lediglich einen HDMI 2.0 (ohne Postfix „a“ oder „b“) – kann man bei einer 60Hz Bildwiederholfrequenz nur auf eine 8-bit Farbdarstellung blicken – HDR mit vollen 10-bit Farben sind lediglich über DisplayPort möglich.
Unter uns: man kann trotzdem wunderbar an dem Monitor arbeiten, auch wenn die zwei „Bit“ fehlen.

Im Betrieb

Ach wie schön: kein Spulenfiepen, keine Brummschleife, keine rauschenden Lautsprecher. Der Monitor ist lautlos – so soll es sein.
Lautsprecher sollen zwar verbaut sein, geworden sind es aber eindeutig „Leisesprecher“. Bass findet überhaupt nicht statt. Für Streamen von Nachrichten genügt es aber vollkommen. Und Vorweg: Spielen für die Nintendo Switch fehlt mit diesen Lautsprechern auch nicht viel Atmosphäre – offenbar hat Nintendo auf solche Umstände Rücksicht genommen. Auf jeden Fall ist das Risiko geringer, dass man Zimmernachbarn auf den Wecker geht – das hat schließlich auch einen gewissen Vorteil.
Womit ich schon beim Punkt „Spielekonsolen“ angelangt bin. Die Playstation 4 Pro erkennt den BenQ EL2870U automatisch als HDR-tauglich an und liefert auch HDR-Bildinhalte. Natürlich sehen diese nicht so farbgewaltig aus, wie auf einem OLED-Bildschmirm mit HDR – aber als platzsparende Maßnahme in einem Kinder-, Jugend- oder Spiel-Zimmer (für kleine und gar nicht mehr kleine „Kinder“) ist mehr als nur standesgemäß. Von einer unangenehmen Verzögerung, Schlieren oder unkenntlichen Farben kann ich nichts berichten. Dunkle Szenen in „Assassin’s Creed: Origins“ lassen sich genauso gut spielen, wie The Legend of Zelda BotW. Auch bei schnellen Spielen wie Fast RMX gibt sich der EL2870U keine Blöße.

Ein echter „Screenshot“ mit der Digitalkamera – ohne Bildverbesserer, Blitz oder nachträgliche Retouche.

Im Desktop-Betrieb vergaß ich nach kurzer Zeit, dass es sich nicht um ein IPS-Panel handelt. Eine Sache hat mich aber gestört – graue Menüs und nicht vollkommen weiße Bildinhalte, wie in der Systemsteuerung von Windows 10 hatten – während sie bewegt wurden – ganz grauenhafte rauschende Artefakte. Zum Glück war der Übeltäter schnell gefunden: AMA. In diesem Fall bedeutet AMA „Advanced Motion Accelerator“ und soll wohl die Darstellung grauer Schattierungen bei sich schnell bewegenden Bildinhalten verbessern. Für mich bedeutet AMA leider „auf meinem Monitor – aus“. Mir ist kein Fall untergekommen in welchem diese Funktion einen positiven Effekt auf das Bild gehabt hätte – schade.

Wenn man schon leichtes Kopfweh – oder eine sogenannte „Augenmigräne“ hat – ist der eingebaute Umgebungslicht-Sensor „Gold“ wert. Leider gibt er sich von Zeit zu Zeit – in Form einer kleinen OSD-Info (welche sich nicht deaktivieren lässt), am linken unteren Bildschirmrand, zu erkennen. Aber die Helligkeit wird äußerst angenehm dem Umgebungslicht angepasst und die Farbdarstellung wird dementsprechend angeglichen.
Liebe Monitor-Hersteller: warum kann das nicht jedes Gerät?

Acht Stunden arbeiten, sind an dem Bildschirm, ohne besondere Ermüdung, für mich problemlos möglich. Extrem angenehm ist, dass man zwei Programmfenster neben einander platzieren und dennoch jeweils fast ein DIN-A4 Blatt in Originalgröße darstellen kann.

Vergleich zwischen Monitorbild, in der Hälfte geteilt vs. DIN-A4 Blatt.

Das hätte ich zu Schulzeiten gut gebrauchen können.
Was mir weniger gut gefallen hat: Tippen auf der Tastatur verursacht – wenn der Schreibtisch nicht vollkommen starr ist – ein ganz leichtes Wippen des Monitors. Immerhin knarzt und quietscht er dabei nicht. Andere Geräte wippen natürlich auch, aber es wäre eben schön gewesen, wenn die Halterung vielleicht ein wenig steifer wäre. Grund zur Beschwerde gibt es aber auch hier wenig – man kann den Monitor mit einer Hand vor und zurück kippen – er verharrt sofort in der gewählten Position.
Außerdem bietet er eine mittig angebrachte VESA 100-Aufnahme. Wo wir schon beim größten Manko des Geräts sind. Warum nur musste das Kunststoff-Gehäuse an dieser Stelle bombiert sein? Wäre es einfach plan, könnte man eine VESA-Halterung anschrauben, ohne die Rückseite des Monitors etwas zu verspannen. Die Schrauben einer Halterung sind fest angezogen, bevor der Monitor ein Geräusch von sich gibt – aber „Function follows Form“ muss einfach nicht sein.

Fazit

Meine Augen sind sehr verwöhnt. Ich spiele meist an einem HDR10 zertifizierten OLED UHD-Fernseher und arbeite häufig an kalibrierten IPS-Bildschirmen. Ich habe mir, bevor ich den Bildschirm in Betrieb genommen habe, durchaus Sorgen gemacht, wie mein Fazit ausfallen würde.
BenQ hat einfach ganze Arbeit geleistet. Bei allen technischen Daten, Zertifikaten (HDR10, FreeSync, …), was BenQ gelungen ist – sie haben einen Monitor mit TN-Panel hergestellt, der nahezu wie ein IPS-Monitor in Erscheinung tritt; und das zu einem Preis, der für sehr viele Haushalte wirklich erschwinglich ist.

Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 13. September 16:59 möglich. 



Hinweis: BenQ Austria war so freundlich, uns für die Verlosung und für den Test jeweils einen BenQ EL2870U-Monitor zur Verfügung zu stellen.

Doogee BL12000 Pro im Test

Der hierzulande eher unbekannte chinesische Smartphone-Hersteller Doogee versucht mit Nischenproduten die Aufmerksamkeit am europäischen Markt zu bekommen. In einem vorangegangen Test haben wir schon das Outdoor-Smartphone S30 testen können. Diesmal sehen wir uns das Akku-Monster BL12000 Pro an, welches mit einem 12000mAh-Akku eher an eine Powerbank erinnert, als an ein Smartphone. Wie sich das Gerät im Alltag schlägt, könnt ihr im folgenden Test nachlesen.

tl;dr: Das Doogee BL12000 Pro ist ein Schwergewicht und damit sicherlich für viele nicht besonders attraktiv. Ärgerlich sind die falschen Angaben bei Akku und Kamera. Zwar kann der Akku trotzdem überzeugen, jedoch wird die Mobilität doch ziemlich eingeschränkt dadurch. Die restliche Verarbeitung und Ausstattung gehen in Ordnung für diese Preisklasse (~ 300€). Trotzdem wird es dieses Gerät, im wahrsten Sinne des Wortes, schwer haben viele Fans zu finden.

Lieferumfang

Einige kleine Überraschungen sind in der schwarzen Verpackung zu finden: Micro-USB-Kabel, Quick Charge (3.0)-Ladegerät, OTG-Kabel, Bedienungsanleitung, SIM-Tool, Schutzhülle, zwei Displayschutzfolien mit Microfasertüchern und eine Silikon-Schutzhülle. Vor allem letztere sind keine Selbstverständlichkeit und damit umso erfreulicher.

Design und Verarbeitung

Das BL12000 Pro – in blau und schwarz erhältlich – bringt mit Hülle stolze 335g (mit beigelegter Silikon-Hülle) auf die Waage. Das macht sich natürlich auch bei den Dimensionen bemerkbar: 162×74.7×14.6mm. Damit erinnert das BL12000 Pro eher an eine Powerbank als an ein Smartphone. Zum Vergleich: Ein Tablet, wie z.B. das aktuelle Apple iPad, wiegt nur rund 100g mehr.

Durch dieses schwere und klobige Design in Verbindung mit rutschigen Materialien (Aluminium, Glas und Kunststoff) wird das Halten und Navigieren schnell sehr anstrengend. Erwähnenswert ist aber auch, dass das BL12000 Pro sich auch mit erheblichen Kraftaufwand nicht verbiegen lässt, auch kein Knarren oder Knarzen ist zu vernehmen.

Der Fingerprint-Reader auf der Rückseite ist dagegen optimal positioniert, sehr leicht ertastbar und damit auch im Alltagsbetrieb sehr angenehm zu benutzen. Die Entsperrgeschwindigkeit ist durchwegs flott, die Erkennungsrate hoch – nur aktuelle Flaggschiffe sind da zuverlässiger und schneller.

Erfreulicherweise ist ein Audio-Klinkenanschluss auf der Oberseite zu finden, nicht mehr so selbstverständlich im Jahr 2018. Praktischerweise gibt es auch eine Benachrichtungungs-LED, die dank Leuchtstärke zu überzeugen vermag.

Etwas enttäuschend, wenn auch weniger überraschend in dieser Preisklasse, ist die Tatsache, dass kein USB-Anschluss des Typs C verbaut wurde. Die Lautsprecher auf der unteren Seite können sehr laut werden, aber durch die Positionierung leider auch sehr leicht verdeckt werden.

Detaillierte Spezifikationen

OS Android 7.1
Display 6.0″, 2160×1080 Pixel, 16 Mio. Farben, IPS, kapazitiver Touchscreen
Kamera hinten 16.0MP, f/​2.0, Phasenvergleich-AF, Dual-LED-Blitz (Hauptkamera); 0.3MP, Tiefenschärfe (Zweitkamera)
Kamera vorne 16.0MP (Hauptkamera); 8.0MP, Weitwinkelobjektiv (Zweitkamera)
Schnittstellen Micro-USB-B 2.0 (OTG), 3.5mm-Klinke, WLAN 802.11a/​b/​g/​n, Bluetooth 4.0
Sensoren Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Lichtsensor, Fingerabdrucksensor (hinten)
CPU 4x 2.30GHz Cortex-A53 + 4x 1.65GHz Cortex-A53 (Mediatek MT6763T Helio P23, 64bit)
GPU Mali-G71 MP2
RAM 6GB
Speicher 128GB, microSD-Slot (shared, bis 256GB)
Navigation A-GPS
Netze GSM (850/​900/​1800/​1900), UMTS (900/​2100), LTE (B1/​B3/​B7/​B8/​B20)
Netzstandards GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+, LTE-A
Bandbreite (Download/Upload) 300Mbps/​100Mbps (LTE)
Akku 12000mAh, fest verbaut
Gehäuseform Barren
Gehäusematerial Kunststoff (Rückseite), Metall (Rahmen)
Abmessungen 162×74.7x14mm
Gewicht 313g
SIM-Formfaktor Nano-SIM (1x shared)
Besonderheiten Dual-SIM, Quick Charge (max. 36W)

Display

Sehr leuchtstark und mit realistischer Farbwiedergabe präsentiert sich das 6-Zoll-FHD-Plus-Display im 18:9-Format. Das sorgt auch für gute Les- und Bedienbarkeit auch im Freien bei Tageslicht. 5-Touch-Fingereingaben werden zuverlässig erkannt.

Auf der Vor- und der Rückseite sind werkseitig auch Schutzfolien angebracht. Zieht man aber die Displayschutzfolie auf der Vorderseite ab, so offenbart sich leider eine sehr spiegelnde und etwas widerspenstige Displaybeschichtung, die das smartphonetypische Wischen doch eher erschwert. Die Rückseite wiederum ist dann doch aus Kunststoff gefertigt und nicht aus Glas. Das trübt die Verarbeitungsqualität.

Software, Features und Performance

Android in der Version 7.1 ist auf dem Gerät installiert, Sicherheitspatch Jänner 2018. Mit Updates sollte man allerdings nicht rechnen, da die meisten Smartphones aus China hier keinerlei Anstalten machen, das Betriebssystem aktuell zu halten. Zwar lässt sich zwar die Sprache des Systems auf Deutsch stellen, jedoch finden sich zahlreiche Übersetzungsfehler bzw. überhaupt nicht übersetzte Texte.

Allgemein lässt sich die Performance als durchschnittlich bis gut bezeichnen. Gelegentlich gibt es kurze Nachdenkpausen beim Öffnen von Apps und Mikro-Ruckler gehören auch zum Alltag. Aber trotzdem kommt man im Alltag gut zurecht, wenn man auf grafikintensive Spiele verzichtet.

Die Standorterfassung über GPS funktioniert dagegen reibungslos.

Ein paar zusätzliche Software-Features sind auch mit dabei. Dabei erweisen sich vor allem die detaillierten Änderungsmöglichkeiten bei der Farbtemperatur als hilfreich. Hier kann man sich das etwas kühlblau eingestellte Display nach Belieben einstellen.

Auch die „Gestures“ sind praktisch, Screenshots mit einer 3-Finger-Wischbewegung nach unten könnten mehr Smartphones vertragen.

Kamera

Wer glaubt hier ein modernes Dual-Kamera-System zu bekommen, der wird gleich auf mehreren Ebenen enttäuscht. Denn es ist nur eine Kamera verbaut, die andere ist eine Attrappe. Damit gibt es keinen optischen Zoom oder ähnliches. Der 16MP-Sensor verfügt auch über keine optische Bildstabilisierung, die elektronische Stabilisierung funktioniert mehr schlecht als recht.

Die Frontkamera dagegen besitzt wirklich zwei Sensoren. Die erste Kamera löst mit 16MP auf. Der zweite Sensor hat zwar nur noch 8MP, dafür wird in einen Weitwinkelmodus mit 133° umgeschaltet, der aber auch einen sichtbaren „Fisheye“-Effekt mit sich bringt.

Trotz dieser Tricksereien lassen sich brauchbare Fotos über die Kameras schießen. Gerade bei guten Lichtverhältnissen und einer ruhigen Hand können gute Ergebnisse erzielt werden. Mit den Kameras von aktuellen Top-Smartphones kann das BL12000 Pro allerdings nicht mithalten.

Als Vergleichskamera wurde die des Google Pixel 2 hinzugezogen

Links: Doogee BL12000 Pro | Rechts: Google Pixel 2

Akkulaufzeit

Die Hauptattraktion, der 12.000mAh-Akku, ist leider auch eine Mogelpackung. Wie die Kollegen von chinahandys.net und chinamobilemag.de feststellen mussten, handelt es sich entgegen den offiziellen Angaben (und auch in der Namensgebung) um einen 10.000mAh-Akku. Vertrauensbildene Maßnahmen sehen anders aus.

Nichtsdestoweniger sind lange Standby-Zeiten oder lange Video-Sessions trotzdem möglich. In einem Testlauf war es möglich mit moderater, täglicher Nutzung 9 Tage mit einer Akkuladung durchzukommen.

Zudem sind die Ladezeiten dank mitgelieferten Quick Charge 3.0-Netzteils verhältnismäßig kurz. In knapp 3,5 Stunden war der Akku vollständig geladen.

Fazit

Das Schwergewicht BL12000 Pro ist ein ambitioniertes Smartphone, das bewusst eine Nische besetzen will. Wer, aus welchen Gründen auch immer, auf eine lange und zuverlässige Akkuleistung angewiesen ist, dem liefert Doogee das passende Smartphone. Zwar sind die vollmundigen Angaben zur Akkuleistung wohl nicht ganz korrekt, trotzdem kann man schwer über die lange Standby-Zeit meckern. Ärgerlicher ist da defintiv die schwache Rückkamera, die nicht ansatzweise das hält, was sie verspricht (DUAL-Kamera) und durchaus bewusst zu täuschen versucht.

Aber die Lade-Funktion mittels USB-OTG-Adapter, die solide Performance und das leuchtstarke und blickwinkelstabile Display können dennoch überzeugen. Für rund 300€ ist das Gesamtpaket also nicht schlecht und dank Powerbank-Feature besitzt das BL 12000 Pro auch ein Alleinstellungsmerkmal – ob das aber reicht um willige Käufer anzusprechen, bleibt fraglich.

Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 26. Juli 16:59 möglich. 

Hinweis: Doogee war so freundlich, uns für für die Verlosung und für den Test jeweils ein BL12000 Pro zur Verfügung zu stellen.

MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC im Test

Ins Rennen geht ein Mainboard vom Typ MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC! Doch was ist das für ein Rennen – mit lediglich einem einzigen Kandidaten? Es ist das Rennen um nichts weniger, als die Gunst seines neuen Besitzers, seines Gehäusegebers, Kühlkörperabstaubers und Prozessorvermittlers.

Das Mainboard (im weiteren Verlauf auch „Z370“ genannt) tritt in meinem PC das Erbe seines entfernten Verwandten – eines MSI X370 Gaming Pro – an.
Auf den ersten Blick, vermutet man vielleicht keinen großen Unterschied.
In Wahrheit handelt es sich um zwei verschiedene Welten; einerseits war da das gerade noch preiswerte und überaus vernünftige Mittelklasse-Board mit dem CPU-Preis/Leistungs-Sieger aus dem AMD-Lager, andererseits kommt nun ein Kreuzer in Gestalt des MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC, der definitiv in der Oberklasse beheimatet ist und sich lediglich mit Prozessoren von Intel abgibt – und zwar auch nur mit Sockel 1151 Core-i Prozessoren ab der 8. Generation, bisweilen bekannt unter dem Code-Namen „Coffee Lake„.

Ich baue mir keinen komplett neuen Rechner auf, sondern verwende das Z370 für einen Architekturwechsel meines Systems. Eine gewisse Erwartungshaltung besteht also – es sollte sich nicht wie ein Rückschritt anfühlen.

Kann mich das MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC überzeugen? Wird das Gefühl und die Erfahrung damit so gut sein, dass ich den Wechsel von AMD zu Intel, an meinem privaten Stand-Computer – nach einer Intel-Abstinenz von stolzen 16 (sechzehn!) Jahren – auch im Nachhinein noch richtig finde?

Im folgenden Beitrag gebe ich euch und mir die Antwort.

Zur Veranschaulichung, hier jeweils die Geizhals-Wunschlisten, bestehend aus den Komponenten des alten, sowie des neuen Setup.

Verpackung & Lieferumfang

Schon als ich Z370 Gaming Pro Carbon AC erhielt, konnte ich feststellen, dass die Verpackung nicht nur schlicht und von stattlicher Größe ist; sie hatte ganz offensichtlich auch noch einiges an Arbeit leisten müssen, um mein neues Mainboard vor unterschiedlichen kinetischen Transporteinflüssen zu schützen.

In der Box, war die Welt aber – zum Glück – heil geblieben.

Der Inhalt besteht aus dem Mainboard MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC selbst.

Dazu jene Komponenten, welche eigentlich für das „AC“ am Ende des „Gaming Pro Carbon“ verantwortlich sind:
ein PCIe 1x auf M.2/A-Key Slot-Adapter mit zwei abnehmbaren Stummelantennen und einem M.2 WLAN-Modul von Intel – und zwar ein Intel 8265NGW.

Als ich das sah, musste ich schon wohlwollend Nicken; verbaute ich dieses Modul doch erst unlängst in einer Hand voll Notebooks, um die WLAN-Performance und Stabilität zu steigern. Ich bezahlte zwar pro Modul etwa gleich viel, wie die Differenz zwischen Gaming Pro Carbon und Gaming Pro Carbon AC ausmacht – erhielt dafür aber nicht den PCIe-Adapter und auch nicht die zwei Antennen.

Weiters in der Schachtel befanden sich Anschlusskabel für alle aktuell nennenswerten Anschlussarten von RGB LED-Beleuchtungen (4-Pin RGB/12V, WS2812 und Corsair-Link), zwei SATA-Kabel, eine SLI-Bridge und natürlich auch eine ATX-Blende.

Außerdem die üblichen Beigaben, in Form eines unüblich-ausführlichen mehrsprachigen(!) Handbuchs, einem kleinen Bogen Etiketten zur Kabelbeschriftung, einer Treiber-DVD, einer schlichten Schnellinstallationsanleitung und einer Erinnerungskarte zwecks Produktregistrierung.

Layout und Spezifikationen

Als Erstes fällt beim MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC auf, dass es – obwohl schwer von Schnittstellen beladen – eigentlich recht ruhig und fast schon aufgeräumt wirkt. Ohne Blitzlicht und intensiver Beleuchtung ist es einfach dunkel, reduziert und übersichtlich.

Merkwürdig! … irgendwie – aber absolut im positiven Sinne.

Im Detail:

Vor dem Einbau noch ein letzter Kontrollblick…

Leider benötigt der von mir ausgewählte CPU-Kühler einen der zwei USB 2.0 Header. Ich hätte nie gedacht, je zu wenig davon auf einem Board haben zu können.
Aber immerhin benötige ich für meine Corsair-Lüfter keine Corsair Link-Node, weshalb ich mir einen USB-Header einspare, … dachte ich mir und klopfte dabei nicht auf Holz. Eine Lektion für’s Leben, wie sich noch herausstellen wird.

Detaillierte Spezifikationen (Link zu Geizhals)

Formfaktor ATX
Chipsatz Intel Z370
RAM 4x DDR4 DIMM, dual PC4-32000U/​DDR4-4000 (OC), max. 64GB (UDIMM)
Erweiterungsslots 3x PCIe 3.0 x16 (1x x16, 1x x8, 1x x4)
3x PCIe 3.0 x1, 1x M.2/​M-Key (PCIe 3.0 x4/​SATA, 22110/​2280/​2260/​2242)
1x M.2/​M-Key (PCIe 3.0 x4/​SATA, 2280/​2260/​2242)
Anschlüsse extern 1x HDMI 1.4
1x DisplayPort 1.2
1x USB-C 3.1 (ASM3142)
1x USB-A 3.1 (ASM3142)
4x USB-A 3.0
2x USB-A 2.0
1x Gb LAN (Intel I219-V)
5x Klinke
1x Toslink
1x PS/​2 Combo
Anschlüsse intern 4x USB 3.0, 4x USB 2.0, 6x SATA 6Gb/s (Z370), 1x TPM-Header
Header Kühlung 1x CPU-Lüfter 4-Pin, 4x Lüfter 4-Pin, 1x Pumpe 4-Pin
Header Beleuchtung 2x RGB-Header 4-Pin (5050)
1x RGB-Header 3-Pin (WS2812B)
1x Corsair-RGB-Header
Buttons/Switches Clear CMOS (extern)
Audio 7.1 (Realtek ALC1220 x2)
RAID-Level 0/​1/​5/​10 (Z370)
Multi-GPU NVIDIA 2-Way-SLI (x8/​x8)
AMD 3-Way-CrossFireX (x8/​x8, x8/​x8/​x4)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX, 1x 8-Pin EPS12V
CPU-Phasen 10
Grafik IGP (via CPU/​APU)
Beleuchtung RGB, 4 Zonen (Chipsatz-Kühler, I/​O-Cover, Audio-Stip, Seite rechts)
Besonderheiten Audio+solid capacitors, 1x M.2-Passivkühler, Bluetooth 4.2 + WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac
Herstellergarantie drei Jahre (Abwicklung nur über Händler)
Im Preisvergleich seit

Praxis

Nach dem Einbau schon die erste Freude: Alles läuft – auf Anhieb.
Fast schon schade, denn dieses Mainboard hat, nicht nur alles, was das Modder-Herz an LED-Headern wollen könnte, sondern bietet überdies eine Fülle von Status-LEDs.

Es gibt kein „vielleicht sitzt die CPU nicht richtig“ oder „der RAM-Riegel ist womöglich nicht ganz eingerastet und verursacht daher einen Fehler“.

Mir scheint, bei allen Komponenten leuchtet irgendwo unter/über/neben dem Slot oder Anschluss eine LED auf, wenn die Komponente korrekt initialisiert worden ist.
Zusätzlich würde es rechts – oberhalb des ATX-Power-Anschlusses – ein Quartett kleinerer LED geben, die nur leuchten, wenn ein Fehler aufgetreten ist – dieser Bereich ist aber angenehm unbeleuchtet.

Das UEFI ist (grundsätzlich) im gleichen Design gehalten, wie bei allen anderen MSI-Boards der vergangenen Jahre; zumindest jene, welche mir zwischen die Finger gekommen sind – darum erspare ich mir hier jetzt den Aufwand mit dem Screen-Grabber.
Kurz in Erinnerung gerufen: Es ist alles überwiegend in schwarz/rot gehalten. Es gibt einen übersichtlichen aber reduzierten und einen erweiterten Modus. Die Detailtiefe der Einstellungsmöglichkeiten ist (wenn man möchte) eine wahre Freude und – meiner Ansicht nach – in Umfang und Übersicht besser gestaltet, als bei den Mitbewerbern. Lediglich Gigabyte kommt durchaus in die Nähe und würde sogar noch eine Funktion anbieten, welche ich bei MSI schon lange vermisse: ein UEFI-Update, welches man direkt im UEFI aus dem Internet laden kann.

Aber sonst: da bleibt kein Wunsch offen, den ich habe und auch keiner, den ich mir vorstellen könnte.

Windows 10 war von meinem USB 3.0 Stick in 15 Minuten installiert (inklusive Updates) – die Treiber, nach weiteren 10 Minuten (inklusive Neustarts und Katzen hinterm Ohr kraulen).

Software und Beleuchtung

Die MSI-eigenen Apps, welche sich in den vergangenen Jahren durchaus gemausert haben, sind alle im „MSI APP Manager“ übersichtlich vereint – können aus dem Startmenü bei Bedarf aber auch separiert gestartet werden.

Besonders gefreut habe ich mich auf „MSI MysticLight“. War ich doch schon bei meinem bisherigen Mainboard erfreut, dass diese Software sowohl die LED auf dem Mainboard selbst steuern kann, als auch weitere beleuchtete Komponenten, wie z.B. meine Arbeitsspeicher.

Und siehe da: MSI „MysticLight“ sollte doch eigentlich auch meine Corsair Lüfter steuern können. Es ist eigens ein Header dafür auf dem Mainboard, der eigentlich vom (proprietären) Stecker her, nur zulässt, dass man das Mainboard mit dem „Corsair Fan-Hub“ verbindet. So könnte man sich die Verwendung der Corsair Link-Node oder des Commanders sparen.
Aber ganz egal, ob mit dem Corsair-Link Kabel, welches dem Mainboard beiliegt, oder mit dem Kabel aus dem Lieferumfang der Lüfter: man kann die Beleuchtung der Lüfter nicht wirklich exakt beeinflussen.
Schalte ich die Beleuchtung des Mainboards ein und aktiviere die synchronisierte Farbsteuerung, so werden zwar auch die Lüfter hell, scheinen aber in ihrem Farbmuster (fast) einem Zufallsmodus zu folgen. Egal welche Einstellung ich wähle, egal ob mit oder ohne dem zusätzlich installierten Corsair-Link Treiber; das MSI MysticLight Steuerungsprogramm vermag nur das Mainboard und auch meine Corsair Vengeance RGB RAM-Riegel korrekt zu steuern.

Immerhin kann man farblich korrektes Blinken und Dauerleuchten erwirken, wenn man im MysticLight unter „Geräteeinstellungen“ auf Einstellungen klickt und dann im Drop-Down-Feld wohl „Corsair Fan“ als auch „Corsair LED Stripe“ auswählt und aktiviert.

Eine der wenigen Einstellungen, bei der ich mit MSI MysticLight Mainboard und Lüfter farblich ansteuern konnte und das Ergebnis, wie gewollt aussieht, war die Farbvariante „Rainbow“.

Sanftes grünes Pulsieren – als Farbvariante „Breathing“ in der Software zu finden – erzeugte nicht den gewünschten sanften Effekt. Zumindest am Mainboard hat er aber funktioniert.

Gewollt habe ich eigentlich eine Optik, welche sich wie folgt zeigt; dies habe ich dann aber bewerkstelligt, in dem ich die Lüfter über die Corsair Link-Node Pro angebunden habe.

Interessant ist, dass die Corsair-Link Software viel schneller Einfluss auf die Farben nimmt, als MSI MysticLight. Bei Letzterem vergehen gut und gerne 5 – 10 Sekunden, ehe sich eine ausgeführte Veränderung bei der RGB-LED Beleuchtung auswirkt.
Immerhin „The force is strong with this one“; wenn MSI MysticLight läuft, behält es scheinbar die Kontrolle und andere Programme erzielen so keine Wirkung mehr. Bei einem zukünftigen Update, da dieses Programm dann hoffentlich auch flüssig „Corsair-Link“ spricht, könnte es wirklich angenehme Effekte haben, wenn man die gesamte Steuerung über ein Programm durchführen lassen kann. Und ich spreche nicht nur von der deutlich reduzierten Prozessorauslastung.

Benchmarks

Im Endeffekt muss ich aber zugeben: der PC steht – zwar gut sichtbar – aber dennoch unter meinem Schreibtisch. Trotz der vielen Ventilatoren ist er auch bei geöffnetem Gehäuse wirklich nahezu unhörbar – und ich bin da wirklich kritisch. Aber die Hauptsache ist dann doch die Leistung. Zwar spiele ich gelegentlich auch mal StarCraft II, aber sonst sind es eher nicht gerade Spiele, mit welchen ich den Rechner auslaste. Aus diesem Grund, würde für mich ein Vergleich der Frame-Raten bei Spielen, kaum einen aussagekräftigen Vergleichswert ergeben.
Darum wählte ich den „PCMark 10“. Jeweils mit den aktuellsten Treibern und allen Windows-Updates, ergab sich folgendes Bild:

Um sein eigenes System , mit diesen Werten in Relation zu setzen, kann ja jeder selbst einen Download des PCMark 10 wagen.

Fazit

Die Software für die LED-Steuerung hat noch Verbesserungspotential – allerdings bietet sie schon Funktionen, welche man bei den Mitbewerbern noch vergeblich sucht. Überdies laufen die ganzen MSI Apps recht stabil und scheinen wenig Performance zu beanspruchen.

Aber das Mainboard selbst ist eindeutig ganz ausgezeichnet.
Ich kann mich nicht erinnern (und ich könnte es bestimmt!), dass ich je ein Mainboard hatte, welches wirklich überhaupt nie irgend eine Art von Hänger, Absturz oder sonstige Anzeichen von elektronischem Schluckauf, währen des Aufbaus eines neuen Systems, an den Tag legte. Auch Prime95 – über Nacht – konnte keine Hitze-assoziierten Schwächen zu Tage fördern.
Interessiert man sich also für die aktuelle Prozessorgeneration von Intel und möchte ein Motherboard mit einer hohen Beleuchtungsvielfalt: unbedingt zugreifen!
In diesem Fall möchte ich wirklich anfügen, dass ich diese Empfehlung ausspreche, nicht weil, sondern obwohl mir durch MSI die Möglichkeit gegeben wurde, das Mainboard zu behalten, wenn ich es testen möchte.

Bewertung in der Nebenkategorie

Vier Pfoten und ein ganz klares „Miuu“ für das MSI-Mainboard, alleine schon wegen der einladenden und widerstandsfähigen Schachtel.

Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 3. April 16:59 möglich. Viel Glück!



Hinweis: MSI Deutschland war so freundlich, uns für für die Verlosung und für den Test ein MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC zur Verfügung zu stellen.