Assassin’s Creed: Odyssey im Test

Fast genau 11 Monate nachdem Ubisoft uns zu den vermeintlchen Anfängen des Assassinen Ordens geschickt hat, erleben wir nun die wirklichen Anfänge. 400 Jahre bevor Bayek seinen Rachefeldzug in Ägypten begann, tobte auf den griechischen Inseln der erste, zeitgenössisch dokumentierte Krieg.

Eine himmlische Familie

Bevor es jedoch losgeht, trifft man schon die erste Entscheidung, die einen das ganze Spiel über begleitet. Zur Wahl stehen der stoisch anmutende Alexios oder seine Schwester Kassandra, Nachfahren des legendären Königs von Sparta, Leonidas I. Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf hat dies jedoch nicht. Man erlebt die Geschichte weder von einer anderen Seite, noch hat man unterschiedliche Fähigkeiten. Das wurde schon in AC: Syndicate spannender gelöst.

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Die Story ist erfrischend und nicht die x-te Auflage eines Racheplots, sondern erzählt die Geschichte einer spartanischen Familie, die sich verliert und inmitten der Wirren des peloponnesischen Krieges wieder zueinander findet. Großes darf man hier nicht erwarten, aber die Geschichte dient ihrem Zweck. Auch die Nebenmissionen schwächeln in ihrer Story und Ausführung und sind, bis auf wenige Ausnahmen, Fließbandarbeit. Die Stärken Spartas auf Land und Athens auf hoher See hätten in den Missionen besser dargestellt werden können. Besser in Szene gesetzt sind die historischen Figuren wie Sokrates, Hippokrates, der die Medizin zu einer Wissenschaft bringt oder Alkibiades, der immer spitz zu sein scheint.

Entscheidungen, die sich aus den Dialogen ergeben, haben im ersten Moment keine Auswirkung. Im Hintergrund beeinflussen diese jedoch eines der 9 möglichen Enden. Welche Entscheidung jedoch wohin führt, bemerkt man im Laufe des Spiels nie so wirklich.

Urlaubsziel: Griechenland

Odyssey ist, wie auch schon sein Vorgänger, ein grafisches Aushängeschild. Die AnvilNext 2.0, der Motor hinter allen aktuellen Ubisoft-Titeln, erinnert in keinster Weise mehr an den technischen Totalausfall Unity. Wiesen und Felder, ausgedehnte Hügellandschaften und schneebedeckte Berge werden insbesondere während der Kamerafahrten auf Synchronisationspunkten in Szene gesetzt. Zusammen mit den detailliert nachgebauten Städten und gebrochenen Wellen an den weißen Sandstränden lädt das Spiel mehr als nur einmal zum Verweilen und Genießen ein. Mit durchgehend 30 FPS auf einer bis zu 4K dynamischen Auflösung spielt es sich auf XBox One X und PS4 Pro angenehm flüssig ohne Einbußen in der Leistung zu verzeichnen. Lediglich so manche Umgebungstextur sieht in der Nähe schwammig aus. Dies fällt jedoch nur auf, wenn man in einer Ecke kauernd darauf wartet, hinter einen Gegner zu gelangen.

Die Soundkulisse lässt auch nichts zu Wünschen übrig, egal, ob Holz auf Stahl, stürmische Seefahrten oder orchestrale Chöre. Es scheppert mit sattem Wumms aus den Lautsprechern, aber auch die leiseren Stücke beim Erforschen der Inseln gliedern sich perfekt ein. Lediglich die Sprachausgabe ist uneben und besitzt Verbesserungspotential.

Angenehm fällt auch auf, dass die Sprachen von Untertitel und Menüs unabhängig von einander eingestellt werden können. Weiters bietet Ubisoft einzelne Sprachpakete als kostenlose Downloads an.

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Eine Seefahrt, die ist lustig

Zwischen den Hauptmissionen gibt es in der riesigen Spielwelt noch unzählige Beschäftigungen, die die Spielzeit der 40 Stunden Kampagne nochmal gut und gerne verdoppeln.

Die immer wieder zitierten und gelobten Seeschlachten aus AC: Black Flag feiern ein fulminantes Comeback. Was zu Xbox360/PS3 Zeiten schon am meisten Spaß gemacht hat, funktioniert immer noch. Eigentlich will man nur zur nächsten Mission schippern, aber auf einmal macht es Krachbumm und schon hat man sich wieder eine Stunde lang mit Banditen oder den Seestreitkräften Athens oder Spartas die Pfeile um die Ohren geschossen, hat die Breitseite in voller Fahrt gerammt und Schiffe geentert.

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Ist man aus dem Seerausch wieder erwacht und an einem neuen Hafen angedockt, steht man in der Regel vor der Qual der Wahl. Haupt- oder Nebenmissionen für Erfahrung, Drachmen und neue Gegenstände. Jagt man noch ein Kopfgeldjäger oder geht man auf die Suche nach Kultisten? Am meisten Spaß machen aber zu Lande immer noch die Forts und Camps. Plan zurechtlegen, an dessen Ausführung scheitern und improvisieren, ist hier weiterhin die Devise.

Auch Missionen gibt es zu Hauf, manche auch mit einem Timer zwischen 24 Stunden und 7 Tagen, wobei verwirrenderweise nicht alle die Spezialwährung “Oreichalkos-Erz” als Bonus gewähren, um damit Lootboxen oder auch “Olympische Gaben” zu kaufen. Dieses Erz kann auch sehr selten im Spiel gefunden werden. Wirklich tolle Gegenstände wurden in den Boxen leider auch nicht gefunden.

Als letztes kann man auch noch aktiv auf beiden Seiten des Kriegs der griechischen Stadtstaaten eingreifen. Als Söldner ist man ja situationsflexibel. Wirklich viel Spaß machen die Eroberungsschlachten aber nicht, da es vor allem an einem Ziel und Auswirkungen, bis auf festgelegte Storymomente, in der (Spiel-)Welt fehlt.

Zu den interessantesten Kämpfen, dem Kräftemessen mit mythologischen Kreaturen, kommt man leider erst am Ende des Spiels.

So Little Time (So Much To Do)

Many a ship to sail, many a magic land

Many a moonlit trail, many a road to walk hand in hand

Louis Armstrong besang schon 1930 wie es sich anfühlt, Assassin’s Creed: Odyssey 2 Schritte entfernt in seiner Gesamtheit zu betrachten.

Was nach viel Spiel klingt, wirkt auch schon fast zu viel. An einigen Ecken und Enden hätte Ubisoft Québec mit dem Rotstift eine zusammenhängendere Geschichte erzählen und den Spiefluss geschickter lenken können.

Man verliert öfters auch den Überblick was man eigentlich machen und wohin man wollte und muss sich erst wieder neu zurecht finden. Dass die komplette Welt nach Ende der Tutorial-Insel offen steht und bereisbar ist, hilft bei der Orientierung oftmals nicht weiter. Hier muss man dann seine eigene Gamer Disziplin durchsetzen und sich auf kleinere Ziele konzentrieren, bevor man wieder an der Hauptkampagne weiterspielt.

Wenig geändert hat sich im Vergleich zum Vorjahr am Kern des Spiels. Nur ein Wegfall der Schilde und eine freiere Vergabe der Talentpunkte fallen direkt auf. Diese Änderungen wirken sich positiv auf das Spielgeschehen aus. Möchte man ein spezielles Talent, entweder als passive Eigenschaft oder – neu – als eine von 4 aktiven Fertigkeiten, können Talentpunkte direkt dahin investiert werden, wo man sie haben möchte.

Das Fehlen der Schilde wirkt sich dahingehend aus, dass jetzt mit den eingesetzten Waffen pariert wird und mehr auf defensive Ausweichmanöver gesetzt wird. Die Kämpfe wirken dadurch schneller und dynamischer als zuvor.

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Neu ist auch, dass man bei einem Fall, egal aus welcher Höhe, nicht mehr stirbt und direkt weiterlaufen kann. Dies minimiert unnötige Ladezeiten und hält den Spielfluss am Laufen.

Die positivste Änderung am Spieldesign, ist die Aufteilung in zwei Spielmodi. Während “Geführt” weiterhin Wegpunkte für Missionsziele direkt in der Welt platziert, bekommt man bei “Erforschung nur vage Hinweise und Richtungsangaben. Zusammen mit der Übersichtskarte und visuellen Hinweisen im Spiel muss man sich ohne dem Abgrasen von Wegpunkten zu Recht finden. Durch die gut beschriebenen Missionstexte und Hinweise fühlt man sich jedoch nie auf verlorenem Posten und läuft nicht schnurstracks in eine Richtung, sondern erforscht die nähere Umgebung richtig. Dieses Feature darf in keinem zukünftigen Assassin’s Creed Abenteuer mehr fehlen.

Die kleineren Probleme wie oft nicht existente Wegfindung des Pferdes und eine KI, die den Namen Intelligenz eigentlich nicht behalten dürfte, sind direkt von Origins mitgenommen worden.

Ohne Moos, nix los

Wo in Origins Bayek meistens ziemlich gut mit dem jeweiligen Gebietslevel mitgehalten konnte und durch eine großzügigere Vergabe von Erfahrungspunkten auch mal schnell ein paar Stufen über den aktuellen Gegnern war, sieht die Sache hier leider etwas anders aus.

Gegner und Söldner ziehen durch die Levelskalierung immer mit der eigenen Figur mit und so vermisst man die Momente an denen man – vor allem gegen Ende hin – als übermächtiger Söldner fühlen sollte. Auch die Level-Vorgaben der Storymissionen sind hart an der Grenze. Wenn man sich jedoch nicht nur strikt an der Hauptmission orientiert und nebenbei noch die Welt erkundet, hat man trotzdem nicht das Gefühl, festzustecken und zu einem übermäßigen “Grind” gezwungen zu werden.

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Es sind auch weniger die Erfahrungspunkte, die am Ende des Tages fehlen, sondern die Ressourcen. Ein tolles Feature in Origins war das Behalten der aktuellen Ausrüstung. Gegen einen geringen Obolus hat man alle paar Level Waffen und Ausrüstung, mit denen man sich am besten anfreunden konnte – oder einfach am coolsten ausgesehen hat – immer auf dem aktuellsten Stand gehalten. In Odyssey ist dies nicht mehr so ohne weiteres möglich. Upgrades sind teuer und das Schiff verschlingt nochmal Unmengen an Holz, Eisen oder Leder. Egal, wie viele Nebenmissionen beendet oder alte Gegenstände recycelt werden, es fehlt doch immer an allen Ecken und Enden. Vielleicht hat Ubisoft hier zu hart an der Schraube gedreht und setzt mehr denn je auf den Verkauf von Boostern und Materialen aus dem prominent platzierten Shop.

Darf’s auch etwas mehr sein?

Wo wir auch schon bei einem der Hauptkritikpunkte sind. Mehr gibt es in Assassin’s Creed: Odyssey nicht nur in der Spielwelt. Wer alle Waffen, Skins, Bootsleute, etc zur Verfügung haben möchte, für den werden nochmal mindestens € 50,- fällig. Für weitere 10€ gibt es den permanenten XP- und Drachmen-Boost, welcher laut einem Artikel von Polygon das Spiel gleich “viel besser” macht. Es werden zwar 200 “Helix-Credits” im Spielverlauf dem virtuellen Konto gutgeschrieben, kaufen kann man sich dafür aber nichts. Da sind sogar mobile Free-to-play Games großzügiger.

Bei einem Verkaufspreis zum Spielstart zwischen € 60,- für die Standard-Version und € 240,- für die teuerste Collector’s Edition, muss man sich schon die Frage stellen, ob hier für ein reines Singelplayer-Spiel nicht zu viel oben drauf verlangt wird.

Nach über 60 Stunden im Spiel macht es aber weiterhin Spaß, die letzten Ecken der Antike zu erkunden. Das Grundgerüst wurde weiter verfeinert, wenn auch mit ein bisschen zuviel “drumherum” Versehen. Wem Assassin’s Creed: Origins schon gefallen hat, kann bei der Standard Version bedenkenlos zugreifen. Ein einzelner Wermutstropfen bleibt am Ende jedoch noch über: Der großartige, geschichtliche “Touristen”-Modus wird erst in den kommenden Monaten nachgeliefert und ist nicht schon vom Start mit dabei.


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Hinweis: Ubisoft war so freundlich, uns für diesen Beitrag ein Testmuster der Xbox One-Version des Spiels zur Verfügung zu stellen.

 

Marvel’s Spider-Man im Test

4 Jahre ohne ein neues Spider-Man Spiel, das gab es nur in den ’80er Jahren. Kann Insomniacs exklusiver Playstation 4 Titel die hohen Erwartungen erfüllen oder folgt ein Absturz in die Häuserschluchten Manhattans?

Die Fahrtrichtung wird nach der Intro-Sequenz sofort vorgegeben. Schwingen über die Insel von Manhattan in atemberaubender Geschwindigkeit und Prügeln mit Stil und Eleganz.

Gut geklaut, ist halb gewonnen. Hier das Kampfsystem und eine surreale Albtraum Sequenz aus der Batman Arkham-Reihe, dort das Hacking Mini-Game aus Bioshock und zum Drüberstreuen noch ein paar, fast schon episch anmutende Actionsequenzen die nur durch einige wenige Quick-Time-Events etwas an Fahrt verlieren. Abgedroschene Lebensweisheiten bewahrheiten sich halt doch immer wieder.

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„Be greater“

Insomniac verschwendet keine Sekunde mit langwierigen Erklärungen zur Entstehungsgeschichte und wirbelt die bestehende ordentlich mit auf. Peter Parker krabbelt bereits seit 8 Jahren an New Yorks Fassaden herum, hat mit seinem kanonischen Beruf als Fotograf des “Daily Bugle” abgeschlossen, jobbt nun eher schlecht als recht als Assistent des genialen Doktor Otto “Doc Ock” Octavius und verarbeitet die Trennung seiner Langzeit Freundin Mary-Jane Watson. Diese widerrum arbeitet nun als investigative Journalistin bei Peters ehemaligem Arbeitgeber.

Mit einer perfekten Mischung aus Spider-Nerd und Andrew Garfields etwas dümmlichen Schönling setzt Yuri Lowenthal seinen Spider-Man/Peter Parker gekonnt in Szene. Auch Laura Bailey als Mary-Jane Watson und Nancy Linari als Tante May stehen der schauspielerischen Leistung in nichts nach. Etwas farblos und fast schon langweilig wirken jedoch die Superschurken – es fehlt ein charismatisch in Szene gesetzter Bösewicht.

Die deutsche Synchronisation konnte leider nicht getestet werden, da die uns vorliegende UK Version nur englisch, sowie russische und polnische Sprachausgabe unterstützt. Diese kann jedoch nur über ein Umstellen der Systemsprache der PS4 eingestellt werden. Danach noch schnell einen Patch im Umfang von ca. 1 GB heruntergeladen und schon schwingt es sich auf Polski. Selbst Untertitel sind abhängig von der aktiven Systemsprache und der gekauften Version. Einen Punkt im Menü oder optionale Sprachpakete im PSN-Store sucht man vergeblich.

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„With great power…“

So kämpft und schwingt man sich von einer Story-Mission zur nächsten, wirklich zünden will die klischeehafte Geschichte jedoch nicht. Hier haben sich die Designer und Schreiber merkbar mehr Mühe bei den Nebenmissionen und -aktivitäten gegeben. Zu jedem der 53 Sammelgegenstände erzählt Peter wie es etwa dazu kam, dass ein Spider-Man Merchandise-Vertrag für Plüschtiere nicht zu Stande gekommen ist oder gestaltet in unterhaltsamen Selbstgesprächen seine eigene Fan-Fiction als “Spider-Cop” – halb Spinne, halb Mann, aber ein ganzer Cop!

Ein Action-Spiel braucht jedoch noch mehr als nur ein nettes Drumherum. Das Kampfsystem fühlt sich sofort altbekannt an. Kombo-Angriffe, Kontern, Ausweichen und eines der unzähligen Gadgets. Das ganze macht sehr schnell “Klick”, der richtige Rhythmus wird jedoch immer wieder unterbrochen. Zu unübersichtlich und weit verstreut schlagen und schießen die Gegnerhorden auf einen ein, Prompts erscheinen manchmal aus unerfindlichen Gründen nicht und selten aber doch hängt die Kamera irgendwo unter der Erde oder im nächstgelegenen Wolkenkratzer fest. Diese Momente kommen selten, aber merkbar oft vor und man fühlt sich an vielen Stellen oft der Kontrolle entzogen, die einem zum Superhelden machen sollte.

Ein Neustart der Kämpfe oder eine der unzähligen Ablenkungen Manhattans tragen das Geschehen dann doch wieder meistens in die richtige Bahn.

Abwechslung fehlt auch bei den Boss-Kämpfen die immer nach Schema F ablaufen. Schwingen mit R2, ausweichen mit O. Danach ein paar Sekunden um den Gegner Schwingen und ihm mit L1 + R1 – meistens – einen Betronbrocken ins Gesicht zu donnern. Nach ein ein paar Sekunden Nahkampf geht es dann wieder von vorne los.

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“ …comes great responsibility“

Während der 3 Story-Akte werden, wie in jedem anständigen Open-World-Spiel, regelmäßig neue Nebenaktivitäten freigeschalten. Sucht man am Anfang noch in der Stadt verstreute Rucksäcke, kommen über den von Spider-Man angezapften Polizeifunk gleich die ersten Hilferufe nach entführten Personen, Drogen-Deals und Überfällen. Später werden Manhattans Wahrzeichen fotografiert, Aufgaben des “Taskmasters” absolviert und gegnerische Stützpunkte von den Handlangern der Bösewichte gesäubert.

Diese Zerstreuungen vom Hauptweg dienen nicht nur der Jagd nach der (einfach zu erreichenden) Platin-Trophäe, sondern sind auch eng mit dem Upgrade System verbunden. Gadgets und Kostüme werden über Fortschritt in den insgesamt 6 Kategorien freigeschalten und weiterentwickelt. Spinnenminen, elektrisch geladene Netze und weitere Spielereien sind in Sekunden ausgewählt.
Sind Kostüme in den vielen anderen Spielen meist nur kosmetischer Natur, bringen 24 der 28 teils doch extremen Verwandlungen noch eigenartige Fähigkeiten mit, welche das Spielgeschehen mitunter stark beeinflussen. Sehr gut gelöst ist jedoch die Trennung von Kostüm und Fertigkeit. Einmal freigeschalten, kann man beides kombinieren, wie es einem am besten gefällt.

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Puddle- und Suitgate

Ein erfahrenes, externes Studio. Eine solide und schon auf der Xbox One erprobte Engine. Viel Bühnenpräsenz auf Spielemessen. Schon seit der ersten Vorstellung während der E3 2016 merkt man, dass Sony nichts anbrennen lassen möchte. Und doch kam es kurz vor Release zur nächsten Downgrade-Diskussion. Stein des Anstoßes, Pfützen, die aus der Presse-Demo entfernt worden sind und detailärmere Kostüme. Im Spiel merkt man davon jedoch nichts. Schatten und Reflektionen im Wasser, sowie an den Fassaden der Wolkenkratzer sehen im Vorbeiflitzen detailliert und realistisch aus und lassen die Umgebung lebendig wirken. Die Ausleuchtung der Straßen, vor allem bei Missionen, die am frühen Abend spielen, gehören zu den visuellen Highlights.
Negativ fällt leider die Anzahl an unterschiedlichen NPCs auf. Jede gegnerische Gruppe besteht – wie auch bei den Open-World-Kollegen von Assassin’s Creed und Batman – aus den immer selben Klonen.

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Fazit – Unterhaltsam mit Abzügen in der B-Note

In der obersten Liga der PlayStation exklusiven Spiele schwingt Spidey zwar noch nicht mit, aber mit einem weniger hakligen Kampfsystem und einer mitreissenderen Story können Sony und Insomniac in Zukunft einiges aufholen.

Detailverliebt, aber mit kleinen Schwierigkeiten und technischen Fehlern, die sich leider auf Spielfluss auswirken, macht Marvel’s Spider-Man dennoch über die komplette Länge Spaß. Die Insel von Manhattan ist gekonnt nachgebaut und man ertappt sich immer wieder beim minutenlangen Schwingen durch Downtown oder dem Central Park. Das eigentliche Hauptziel verliert man hier gerne mal aus den Augen. Wer schon einmal im Big Apple zu Besuch war, wird auch ohne Karte nicht die Übersicht verlieren und sich für ca. 20-25 Stunden im Kampf gegen die Sinister Six stellen.

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Und wie geht es weiter?

Für spielbaren Nachschub sorgt die 3 teilige DLC Mini-Kampagne „Die Stadt, die niemals schläft“, die bis Dezember 2018 vollständig veröffentlicht wird und in der Deluxe Version bereits enthalten ist. Käufer der Standard-Version werden nochmal mit 20€ extra zur Kasse gebeten. Der bereits obligatorische New Game Plus Modus bekommt derzeit von Insomniac noch den letzten Schliff verpasst und wird wie bei Sony’s letztem großen Spiel, God of War, als kostenloser Patch bald nachgereicht. Und eine Fortsetzung wurde auch schon angeteasert.

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Marvel’s Spider-Man (PS4) bei Geizhals

Marvel’s Spider-Man – Special Edition (PS4) bei Geizhals

Doogee BL12000 Pro im Test

Der hierzulande eher unbekannte chinesische Smartphone-Hersteller Doogee versucht mit Nischenproduten die Aufmerksamkeit am europäischen Markt zu bekommen. In einem vorangegangen Test haben wir schon das Outdoor-Smartphone S30 testen können. Diesmal sehen wir uns das Akku-Monster BL12000 Pro an, welches mit einem 12000mAh-Akku eher an eine Powerbank erinnert, als an ein Smartphone. Wie sich das Gerät im Alltag schlägt, könnt ihr im folgenden Test nachlesen.

tl;dr: Das Doogee BL12000 Pro ist ein Schwergewicht und damit sicherlich für viele nicht besonders attraktiv. Ärgerlich sind die falschen Angaben bei Akku und Kamera. Zwar kann der Akku trotzdem überzeugen, jedoch wird die Mobilität doch ziemlich eingeschränkt dadurch. Die restliche Verarbeitung und Ausstattung gehen in Ordnung für diese Preisklasse (~ 300€). Trotzdem wird es dieses Gerät, im wahrsten Sinne des Wortes, schwer haben viele Fans zu finden.

Lieferumfang

Einige kleine Überraschungen sind in der schwarzen Verpackung zu finden: Micro-USB-Kabel, Quick Charge (3.0)-Ladegerät, OTG-Kabel, Bedienungsanleitung, SIM-Tool, Schutzhülle, zwei Displayschutzfolien mit Microfasertüchern und eine Silikon-Schutzhülle. Vor allem letztere sind keine Selbstverständlichkeit und damit umso erfreulicher.

Design und Verarbeitung

Das BL12000 Pro – in blau und schwarz erhältlich – bringt mit Hülle stolze 335g (mit beigelegter Silikon-Hülle) auf die Waage. Das macht sich natürlich auch bei den Dimensionen bemerkbar: 162×74.7×14.6mm. Damit erinnert das BL12000 Pro eher an eine Powerbank als an ein Smartphone. Zum Vergleich: Ein Tablet, wie z.B. das aktuelle Apple iPad, wiegt nur rund 100g mehr.

Durch dieses schwere und klobige Design in Verbindung mit rutschigen Materialien (Aluminium, Glas und Kunststoff) wird das Halten und Navigieren schnell sehr anstrengend. Erwähnenswert ist aber auch, dass das BL12000 Pro sich auch mit erheblichen Kraftaufwand nicht verbiegen lässt, auch kein Knarren oder Knarzen ist zu vernehmen.

Der Fingerprint-Reader auf der Rückseite ist dagegen optimal positioniert, sehr leicht ertastbar und damit auch im Alltagsbetrieb sehr angenehm zu benutzen. Die Entsperrgeschwindigkeit ist durchwegs flott, die Erkennungsrate hoch – nur aktuelle Flaggschiffe sind da zuverlässiger und schneller.

Erfreulicherweise ist ein Audio-Klinkenanschluss auf der Oberseite zu finden, nicht mehr so selbstverständlich im Jahr 2018. Praktischerweise gibt es auch eine Benachrichtungungs-LED, die dank Leuchtstärke zu überzeugen vermag.

Etwas enttäuschend, wenn auch weniger überraschend in dieser Preisklasse, ist die Tatsache, dass kein USB-Anschluss des Typs C verbaut wurde. Die Lautsprecher auf der unteren Seite können sehr laut werden, aber durch die Positionierung leider auch sehr leicht verdeckt werden.

Detaillierte Spezifikationen

OS Android 7.1
Display 6.0″, 2160×1080 Pixel, 16 Mio. Farben, IPS, kapazitiver Touchscreen
Kamera hinten 16.0MP, f/​2.0, Phasenvergleich-AF, Dual-LED-Blitz (Hauptkamera); 0.3MP, Tiefenschärfe (Zweitkamera)
Kamera vorne 16.0MP (Hauptkamera); 8.0MP, Weitwinkelobjektiv (Zweitkamera)
Schnittstellen Micro-USB-B 2.0 (OTG), 3.5mm-Klinke, WLAN 802.11a/​b/​g/​n, Bluetooth 4.0
Sensoren Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Lichtsensor, Fingerabdrucksensor (hinten)
CPU 4x 2.30GHz Cortex-A53 + 4x 1.65GHz Cortex-A53 (Mediatek MT6763T Helio P23, 64bit)
GPU Mali-G71 MP2
RAM 6GB
Speicher 128GB, microSD-Slot (shared, bis 256GB)
Navigation A-GPS
Netze GSM (850/​900/​1800/​1900), UMTS (900/​2100), LTE (B1/​B3/​B7/​B8/​B20)
Netzstandards GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+, LTE-A
Bandbreite (Download/Upload) 300Mbps/​100Mbps (LTE)
Akku 12000mAh, fest verbaut
Gehäuseform Barren
Gehäusematerial Kunststoff (Rückseite), Metall (Rahmen)
Abmessungen 162×74.7x14mm
Gewicht 313g
SIM-Formfaktor Nano-SIM (1x shared)
Besonderheiten Dual-SIM, Quick Charge (max. 36W)

Display

Sehr leuchtstark und mit realistischer Farbwiedergabe präsentiert sich das 6-Zoll-FHD-Plus-Display im 18:9-Format. Das sorgt auch für gute Les- und Bedienbarkeit auch im Freien bei Tageslicht. 5-Touch-Fingereingaben werden zuverlässig erkannt.

Auf der Vor- und der Rückseite sind werkseitig auch Schutzfolien angebracht. Zieht man aber die Displayschutzfolie auf der Vorderseite ab, so offenbart sich leider eine sehr spiegelnde und etwas widerspenstige Displaybeschichtung, die das smartphonetypische Wischen doch eher erschwert. Die Rückseite wiederum ist dann doch aus Kunststoff gefertigt und nicht aus Glas. Das trübt die Verarbeitungsqualität.

Software, Features und Performance

Android in der Version 7.1 ist auf dem Gerät installiert, Sicherheitspatch Jänner 2018. Mit Updates sollte man allerdings nicht rechnen, da die meisten Smartphones aus China hier keinerlei Anstalten machen, das Betriebssystem aktuell zu halten. Zwar lässt sich zwar die Sprache des Systems auf Deutsch stellen, jedoch finden sich zahlreiche Übersetzungsfehler bzw. überhaupt nicht übersetzte Texte.

Allgemein lässt sich die Performance als durchschnittlich bis gut bezeichnen. Gelegentlich gibt es kurze Nachdenkpausen beim Öffnen von Apps und Mikro-Ruckler gehören auch zum Alltag. Aber trotzdem kommt man im Alltag gut zurecht, wenn man auf grafikintensive Spiele verzichtet.

Die Standorterfassung über GPS funktioniert dagegen reibungslos.

Ein paar zusätzliche Software-Features sind auch mit dabei. Dabei erweisen sich vor allem die detaillierten Änderungsmöglichkeiten bei der Farbtemperatur als hilfreich. Hier kann man sich das etwas kühlblau eingestellte Display nach Belieben einstellen.

Auch die „Gestures“ sind praktisch, Screenshots mit einer 3-Finger-Wischbewegung nach unten könnten mehr Smartphones vertragen.

Kamera

Wer glaubt hier ein modernes Dual-Kamera-System zu bekommen, der wird gleich auf mehreren Ebenen enttäuscht. Denn es ist nur eine Kamera verbaut, die andere ist eine Attrappe. Damit gibt es keinen optischen Zoom oder ähnliches. Der 16MP-Sensor verfügt auch über keine optische Bildstabilisierung, die elektronische Stabilisierung funktioniert mehr schlecht als recht.

Die Frontkamera dagegen besitzt wirklich zwei Sensoren. Die erste Kamera löst mit 16MP auf. Der zweite Sensor hat zwar nur noch 8MP, dafür wird in einen Weitwinkelmodus mit 133° umgeschaltet, der aber auch einen sichtbaren „Fisheye“-Effekt mit sich bringt.

Trotz dieser Tricksereien lassen sich brauchbare Fotos über die Kameras schießen. Gerade bei guten Lichtverhältnissen und einer ruhigen Hand können gute Ergebnisse erzielt werden. Mit den Kameras von aktuellen Top-Smartphones kann das BL12000 Pro allerdings nicht mithalten.

Als Vergleichskamera wurde die des Google Pixel 2 hinzugezogen

Links: Doogee BL12000 Pro | Rechts: Google Pixel 2

Akkulaufzeit

Die Hauptattraktion, der 12.000mAh-Akku, ist leider auch eine Mogelpackung. Wie die Kollegen von chinahandys.net und chinamobilemag.de feststellen mussten, handelt es sich entgegen den offiziellen Angaben (und auch in der Namensgebung) um einen 10.000mAh-Akku. Vertrauensbildene Maßnahmen sehen anders aus.

Nichtsdestoweniger sind lange Standby-Zeiten oder lange Video-Sessions trotzdem möglich. In einem Testlauf war es möglich mit moderater, täglicher Nutzung 9 Tage mit einer Akkuladung durchzukommen.

Zudem sind die Ladezeiten dank mitgelieferten Quick Charge 3.0-Netzteils verhältnismäßig kurz. In knapp 3,5 Stunden war der Akku vollständig geladen.

Fazit

Das Schwergewicht BL12000 Pro ist ein ambitioniertes Smartphone, das bewusst eine Nische besetzen will. Wer, aus welchen Gründen auch immer, auf eine lange und zuverlässige Akkuleistung angewiesen ist, dem liefert Doogee das passende Smartphone. Zwar sind die vollmundigen Angaben zur Akkuleistung wohl nicht ganz korrekt, trotzdem kann man schwer über die lange Standby-Zeit meckern. Ärgerlicher ist da defintiv die schwache Rückkamera, die nicht ansatzweise das hält, was sie verspricht (DUAL-Kamera) und durchaus bewusst zu täuschen versucht.

Aber die Lade-Funktion mittels USB-OTG-Adapter, die solide Performance und das leuchtstarke und blickwinkelstabile Display können dennoch überzeugen. Für rund 300€ ist das Gesamtpaket also nicht schlecht und dank Powerbank-Feature besitzt das BL 12000 Pro auch ein Alleinstellungsmerkmal – ob das aber reicht um willige Käufer anzusprechen, bleibt fraglich.

Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 26. Juli 16:59 möglich. 

Hinweis: Doogee war so freundlich, uns für für die Verlosung und für den Test jeweils ein BL12000 Pro zur Verfügung zu stellen.

Geizhals.at und durchblicker.at kooperieren bei Handy-Tarifvergleich

Gemeinsam durch den Handy-Tarif-Dschungel

Meistens ist es keine leichte Entscheidung: Das neue Smartphone mit Vertrag beim Mobilfunkbetriber vermeintlich günstig bekommen oder doch selbst kaufen mit einem SIM-Only-Tarif. Doch wo spart man wirklich Geld? Dieser Frage haben wir uns gemeinsam mit dem beliebten Tarifvergleichsportal durchblicker.at angenommen und liefern die transparente und einfache Lösung.

Mit dem neuen, erweiterten Handytarifvergleich von geizhals.at und durchblicker.at kann man somit ab sofort tagesaktuell Preise für Smartphones mit und ohne Vertrag vergleichen. Damit bietet dieser umfassende Mobilfunk-Vergleich in Österreich tagesaktuelle Preis-Informationen zu über 130 Smartphone-Modellen und mehr als 2,5 Millionen Handy-Tarif-Kombinationen.

Über 200 Euro Ersparnis bei iPhone X und Samsung Galaxy S9

Der erweiterte Vergleich zeigt: Bei 10 aktuellen Smartphones fahren Power-User (1.500 Minuten, 500 SMS, 20 GB Highspeed-LTE) derzeit mit SIM-Only-Tarif und vertragslosem Handy am günstigsten. Die jeweilige Ersparnis beträgt über eine Laufzeit von 24 Monaten bis zu 290 Euro.

Das aktuell günstigste Vertragsangebot für das iPhone X (64 GB) für Power-User (1.500 Minuten, 500 SMS, 20 GB Highspeed-LTE) kommt derzeit auf monatliche Effektivkosten von 66,60 Euro. Der günstigste Händler bietet das iPhone X derzeit (Stand 23.04) um 998 Euro an. Kombiniert mit einem für Power-User attraktiven SIM-Only-Tarif um 15 Euro pro Monat ergibt dies hochgerechnet auf 24 Monate Effektivkosten von 57 Euro pro Monat. Damit ist die SIM-Only-Variante über eine 24 monatige Laufzeit um mehr als 230 Euro günstiger als ein Vertragshandy.

Ähnlich ist die Situation beim neuen Samsung Galaxy S9, das seit März am Markt ist: Die Mobilfunker bieten das S9 für Power-User ab effektiv 52,58 Euro pro Monat an. Ein vertragsloses Handy selbst zu erwerben und mit einem SIM-Only-Tarif zu kombinieren bringt in diesem Fall eine Ersparnis von rund 9 Euro pro Monat oder 205 Euro über die Laufzeit.

 

In den monatlichen Effektivkosten sind alle einmaligen und laufenden Kosten anteilig enthalten, die über den Zeitraum von 24 Monaten anfallen. Dazu zählen gestützter Gerätepreis, Aktivierungsgebühren, Servicepauschale und monatliche Grund- bzw. Paketgebühren. Automatisch abgezogen werden Vergünstigungen durch Marketing-Aktionen oder den Kauf im Webshop des jeweiligen Anbieters.

Der erweiterte Tarifvergleich ist ab sofort online verfügbar unter:

https://durchblicker.at/handy-mit-tarif

Doogee S30 im Härtetest

Outdoor-Smartphones fristen ein Nischendasein. Kaum ein namhafter Hersteller hat noch wirklich robuste Smartphones in seinem Portfolio. Es gibt auf den ersten Blick auch kaum einen Grund dafür: Wer sein Smartphone outdoortauglich machen will, kann das meistens mit robusten Schutzhüllen bewerkstelligen. Der in Europa relativ unbekannte chinesische Hersteller Doogee will mit seinem S30 Smartphone diese Nische ausfüllen. „The Rugged Beauty“ ist der Beiname – ob dieser gerechtfertigt ist, soll der folgende Test zeigen.

tl;dr: Das Doogee S30 wird wohl in den wenigsten Fällen das eigene Smartphone ersetzen. Zu klobig, zu schlecht die Kamera, zu stark die Konkurrenz in ähnlichen Preissegmenten. Trotzdem sollten gerade Abenteuerlustige dieses Smartphone als Zweitgerät in Erwägung ziehen. Denn für rund 130€ bekommt man ein höchst widerstandsfähiges Smartphone mit langer Akkulaufzeit und brauchbarer Multimedialeistung.

Lieferumfang

In der schlichten, schwarzen Verpackung befindet sich die erwartbare Ausstattung: Micro-USB-Kabel, Ladegerät, OTG-Kabel, Anleitung und ein Schraubenzieher. Betrachtet man den Preis von rund 130€, kann die Ausstattung durchaus überzeugen.

Design und Verarbeitung

Mit den Abmessungen 156x77x14mm und einem Gewicht von 264g ist das S30 ein ziemlich klobiges Schwergewicht. Die Rückseite ist mit Kevlar-Faser überzogen und die seitlichen Ränder mit einem vergrößerten Metallrahmen, der Stürze besser abfangen soll

Zudem ist das Display leicht eingelassen, damit sollen Kratzer am Display vermieden werden. Das Tastenfeedback der physischen Front-Tasten ist knackig, wohingegen die seitlichen Tasten sich nur leider etwas schwammig drücken lassen. Das betrifft auch den farblich hervorgehobenen SOS-Button.

Auch die seitliche Positionierung des Fingerabdruckscanners kann im alltäglichen Gebrauch stören, da dieser oft beim Aufheben des Geräts unabsichtlich ausgelöst wird. Das führt leider auch dazu, dass diese Funktion gesperrt wird, da man mit dem falschen Finger ankommt. Zudem könnte die Erkennungsrate auch etwas höher ausfallen.

Der Mono-Frontlautsprecher befindet sich – eher ungewöhnlich – direkt unter dem 5″-Display hinter einem Mesh-Gitter. Wie in der Preisklasse erwartbar, ist der Klang nicht der Rede wert und einfach nicht gut. Leider fehlt auch eine Benachrichtigungs-LED.

Alle Steckplätze und Anschlüsse sind wasserdicht nach IP68-Standard versiegelt. Das bedeutet allerdings auch, dass die zwei SIM-Karten-Steckplätze und der microSD-Karten-Slot hinter einer verschraubten Blende untergebracht wurden. Wer das S30 nicht als Hauptgerät, sondern nur als Zweitgerät für Ausflüge nutzen will, muss sich auf lästiges Schrauben gefasst machen. Zudem handelt es sich um sehr kleine TORX-Schrauben, der beigelegte Schraubenzieher sollte also nicht verlegt werden.

Detaillierte Spezifikationen

OS Android 7.0
Display 5.0″, 1280×720 Pixel, 16 Mio. Farben, IPS, kapazitiver Touchscreen
Kamera hinten 8.0MP, f/​2.2, Kontrast-AF, LED-Blitz, Videos @720p/​30fps (Hauptkamera); 3.0MP (Zweitkamera)
Kamera vorne 5.0MP, f/​2.4
Schnittstellen Micro-USB-B 2.0 (OTG), 3.5mm-Klinke, WLAN 802.11b/​g/​n, Bluetooth 4.0
Sensoren Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Lichtsensor, Fingerabdrucksensor (seitlich)
CPU 4x 1.30GHz Cortex-A53 (Mediatek MT6737V, 64bit)
GPU Mali-T720 MP2
RAM 2GB
Speicher 16GB, microSD-Slot (dediziert, bis 128GB)
Navigation A-GPS
Netze GSM (850/​900/​1800), UMTS (900/​2100), LTE (B1/​B3/​B7/​B8/​B20)
Netzstandards GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+
Bandbreite (Download/Upload) 150Mbps/​50Mbps (LTE)
Akku 5580mAh, fest verbaut
Standby-Zeit 720h
Gehäuseform Barren
Gehäusematerial Kunststoff (Rückseite), Metall (Rahmen)
Abmessungen 156.6×77.5x14mm
Gewicht 261g
SIM-Formfaktor Nano-SIM
Besonderheiten Dual-SIM, UKW-Radio, IP68-zertifiziert, Notruffunktion, Quick Charge (max. 10W)

Display

Das IPS-Display besitzt eine Diagonale von 5 Zoll und löst mit 1280×720 Pixel auf. Zwar kann das nicht mehr mit derzeitigen Mittelklasse- und High-End-Modellen mithalten, trotzdem wirkt die Darstellung am Bildschirm scharf und natürlich. Auch die Helligkeit und der Kontrast kann bei Tageslicht durchaus überzeugen. Zudem werden auch die Fingereingaben zuverlässig erkannt. Hier gibt sich das Display keinerlei Blöße.

Etwas unverständlicher wirkt hier die Entscheidung von Doogee seinem Outdoor-Gerät kein Gorilla Glass zu spendieren. Zumindest findet sich nichts in den offiziellen Spezifikationen dazu. Als Quasi-Ersatz ist eine Schutzfolie vorinstalliert, die vor allem Displaybrüchen vorbeugen soll. Denn kleinste Kratzer waren schon nach kurzem, normalen Gebrauch darauf zu sehen.

Software und Features

Das S30 wird ab Werk mit Android 7.0 ausgeliefert und die Google Play Services (Google Play Store, Google Maps, etc.) sind vorinstalliert – keine Selbstverständlchkeit bei günstigen Smartphones aus China. Mit einem Update auf die aktuelle Android-Version (8.0 Oreo) ist eher nicht zu rechnen, was bei dem günstigen Preis allerdings auch nicht verwundern sollte.

Deutsch lässt sich auch als Sprache einstellen, allerdings irritieren gelegentliche Formatierungsfehler und fehlende Übersetzungen etwas.

Die Performance ist dabei erfreulich gut: Das Smartphone reagiert in der Regel prompt auf Eingaben und gönnt sich keine allzu großen Nachdenkpausen beim Starten von Apps, auch wenn die Benchmarks anderes vermuten lassen würden. Klar sollte allerdings auch sein, dass dieses Gerät für aktuelle Spiele nicht genügend Power hat und man eher darauf verzichten sollte. Alltägliche Aufgaben werden aber zufriedenstellend erledigt.

Auch die GPS-Standorterfassung funktioniert rasch und zuverlässig. Damit kann man sich auch bei längeren Ausflügen und Wanderungen auf eine korrekte Routenberechnung verlassen.

Ein interessantes und nicht alltägliches Feature ist die implementierte SOS-Funktion. Der eigene SOS-Button an der Seite lässt sich in der Software vielseitig und individuell konfigurieren. Zum Beispiel können auf Knopfdruck automatisiert, vordefinierte Textnachrichten versendet, Rufnummern gewählt oder das LED-Licht aktiviert werden. Leider gibt es die Einstellungen nur auf Englisch.

Die Akkulaufzeit kann vollends überzeugen: Der 5580mAh-Akku kann sowohl mit langen Standby-Zeiten als auch im Alltagsgebrauch mehr als überzeugen. Mit einer vollen Akku-Ladung kann man durchaus ein Abenteuerwochenende verbringen, ohne sofort die nächste Steckdose oder Powerbank zu suchen. Praktisch!

Kamera

Auf der Rückseite befinden sich – voll im Trend – zwei Kamerasensoren. Wer sich dadurch Features wie Portrait-Modus oder ähnliches erwartet, der wird leider enttäuscht. Die 8MP- und 3MP-Sensoren bieten keinerlei Zusatzfeatures und bei den eher bescheidenen Endergebnissen stellt man sich eher die Frage, wozu überhaupt ein zweiter Sensor verbaut wurde bzw. was dieser überhaupt macht. Unscharfe Bilder mit wenig Kontrast und verwaschene Farben  sind oftmals das Resultat. Immerhin gibt es einen HDR-Modus, der die Bilder mit etwas mehr dynamic range ausstattet, solange man eine wirklich ruhige Hand und Geduld besitzt.

Bei schlechten Lichtverhältnissen kann der Autofokus auch mal komplett versagen und das Fotoschießen verkommt zum Geduldspiel. Wenig überraschend liefert die 5MP-Frontkamera ähnliche Ergebnisse und ist defintiv nichts für Selfie-Liebhaber.

Wasser- und Falltests

Die IP68-Zertifizierung war Doogee sogar so wichtig, dass man auf der Vorderseite des S30 eine entsprechende Beschriftung angebracht hat. Nach einem 30-minütigen Wasserbad versteht man auch warum: Das Smartphone hält, was es verspricht und funktioniert auch danach tadellos: Geführte Telefonate klangen weder verzerrt noch dumpf und sogar der Front-Lautsprecher gibt sich unbeeindruckt und tönt in derselben Lautstärke wie vor unserem Wassertest. Auch das anschließende Laden funktionierte problemlos. Hier machen sich die versiegelten Abdeckungen der Anschlüsse bezahlt.

Neben der Wasserfestigkeit wollten wir uns natürlich auch von der Robustheit überzeugen. Immerhin heißt es ja „The Rugged Beauty“. Dafür ließen wir das S30 aus drei verschiedenen Fallhöhen und verschiedenen Winkeln mehrere Male auf eine Steinplatte krachen. Wie sich das S30 dabei geschlagen hat, kann man in unserem Super Slow-Motion-Video (240fps) bestaunen.

Ein paar leichte Kratzer und Dellen, sowie ein leicht hervorstehender Teil des Rahmens – mehr konnten wir nicht feststellen. Damit kann sich das S30 wirklich von vielen anderen Smartphone Preisklassen abheben. Denn trotz dieser kleinen kosmetischen Schäden war das Smartphone voll einsatzbereit und weiterhin 100% wasserdicht. Beeindruckend.

Fazit

Das Doogee S30 kann in seiner Kerndisziplin wirklich beeindrucken. Diese enorme Widerstandsfähigkeit erlebt man selten bei einem Smartphone. Damit wird dieses günstige Gerät natürlich für Outdoor-Liebhaber interessant, die ihr teures High-End-Smartphone lieber nicht zum Wildwasser-Rafting mitnehmen wollen. Auch bei langen Wanderungen oder Touren als Navigationsgerät kann das S30 mit der langen Akkulaufzeit punkten.

Richtig ärgerlich waren eigentlich nur die schwachen Kameras und die Positionierung des Fingerabdrucksensors. Schade, denn mit einem besseren Abschneiden bei der Kamera könnte man die Zielgruppe vielleicht noch etwas erweitern. So bleibt es bei einem äußerst robusten und günstigen Zweitgerät für Abenteuerlustige.

Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 22. Februar 19:59 möglich.

 



Hinweis: Doogee war so freundlich uns für die Verlosung und den Test vier Doogee S30 zur Verfügung zu stellen.