Spielzeug zu Weihnachten… nur welches?

Uns begegnen immer wieder Spielzeuge, bei denen wir in Versuchung geraten, sie auf die eigene Wunschliste zu setzen. Ein paar davon wollen wir euch hier vorstellen, da wir es schade finden, wenn sie zwischen den eh auch tollen Schleich-Figuren und Lego-Sets unbemerkt bleiben.

Funko Pop

In der Geizhals Spielzeug-Redaktion beginnt die Weihnachtsvorfreude dieses Jahr mit dem Erscheinen der Funko Pop Holiday Edition. Die Aufregung ist umso größer, wenn es sich dabei um Exemplare der Dauerbrenner aus dem Marvel- oder Star Wars-Universum handelt.

Was gibt es Weihnachtlicheres als einen mit Ornamenten dekorierten Groot, den gar nicht so fröhlichen Darth Vader mit Zuckerstange oder Spiderman im Weihnachtspullover? Damit ist die Frage der Dekoration dann wohl geklärt.

Quer durchs Jahr begegnen uns immer wieder Spielsachen, die uns wehmütig werden lassen. Ist man wirklich schon zu alt um damit zu spielen? Aber das Problem ist schnell gelöst, denn zum Glück gibt es ja immer Kinder die beschenkt werden wollen. Somit kann man entweder vorher heimlich testen oder nach dem Auspacken mitspielen. Natürlich nur den Kindern zuliebe.

Intelligente Knete

Aktuell „schenke“ ich gerade die „Ektoplasma“ Version der „Intelligenten Knete“ – als Ghostbusters-Fan kann es nur diese geben. Sie ist für Kinder ab 5 Jahren geeignet, denn obwohl BPA-frei sollte sie natürlich nicht gegessen werden. Zu einer Kugel geformt, springt sie wie ein Flummi und im Dunkeln leuchtet sie grünlich. Man kann sie sowohl mit einer raschen Bewegung zerreißen als auch langsam in die Länge ziehen.

Die Konsistenz der Knete ist ansprechend und neben dem meditativen Beobachten wie sich die Masse wieder in Richtung Schwerkraft bewegt, kann man sie auch herrlich statt eines Anti-Stress Balls verwenden. Andere Versionen können etwa die Farbe wechseln oder sind magnetisch. Wenn einem selber nichts mehr einfällt, kann man sich Anregungen für weitere Anwendungen auf der Herstellerwebsite holen. Und irgendwann schenke ich sie dann auch bestimmt wirklich weiter.

Insektensauger

Bei dem Insektensauger aus der Haba – Terra Kids Reihe stellt sich das Problem des zu hohen Alters erst gar nicht. Spinnen gibt es schließlich immer und überall zu entfernen. Mit den unterschiedlichen Saugstufen des Geräts sollte man wohl alles erwischen können. Mehr Karmapunkte als den Staubsauger zu holen, bringt es allemal. Empathiefähigkeit und ein wenig koordinatorisches Geschick sollten die Kinder mit Forscherdrang wohl bereits mitbringen, damit auch alle Beine bleiben, wo sie hingehören.

Das vorausgesetzt, scheint der Insektensauger eine witzige Variante zu sein, um alles was in der Wiese kreucht und fleucht und näher begutachtet werden will, aufzusammeln. Dazu passend gibt es eine einzelne Becherlupe (mit Kunststoffspinne) oder auch ein Lupen-Karussel mit 6 kleinen Behältern und drehbarer Lupe, um die Tiere vorübergehend aufzubewahren. Es wird den Eltern wohl auch lieber sein, die Insekten-Gäste sicher verwahrt zu wissen so lange sie sich im Haus befinden.

Schnitz-Set

Ins Auge gestochen ist uns auch das Schnitz-Set, ebenfalls von Haba. Um das handwerkliche Geschick und auch Selbstvertrauen zu fördern, ist das sicher eine tolle Sache. Aus den Holzrohlingen etwas selbst zu schnitzen und sich dabei mit „Erwachsenen-Werkzeugen” vertraut machen, wäre für Kinder ab 7 Jahren eine interessante Idee. Hier ist ein 15-teiliges Set bestehend aus Sägen, Messern, Schleifsteinen und Holzrohlingen zusammengestellt.

Mit Taschenmessern an Hölzern herum schnitzen und der ewige Versuch Juckpulver herzustellen, hat aus uns baumkletternde Abenteurer gemacht. Durch das Set und diverse erhältliche Rohlinge in Tierformen kann man das auch gemeinsam mit den Kindern bei Schlechtwetter in der Wohnungen ausleben. Noch mehr Spaß macht es sicher beim Spaziergang im Wald und vielleicht dient es ja der Motivation, um eine etwas längere Strecke mitzumachen.

Die große Baubox – Abenteuer Elektro- & Solar-Rennflitzer

Auch im Themenbereich Lernen und Experimentieren gibt es immer wieder erstaunliche Produkte zur Auswahl. Spielsachen, die die Neugier wecken und einen Lerneffekt haben, müssen nicht zwangsläufig fad und altbacken sein. Die besten Beispiele sind Experimentierkästen. Mit der Großen Baubox Abenteuer Elektro- & Solar Rennflitzer (ab 8 Jahren) vom Franzis Verlag lassen sich Autos bauen und dabei mechanische Zusammenhänge begreifen. Das Galileo – 100 Experimente für die Wissenschaft Set (ab 8 Jahren) von Clementoni ermöglicht es chemische Experimente durchzuführen und dabei mit Pipetten zu hantieren. Die Themenvielfalt ist gegeben.

Die Idee der Box Der kleine Hacker- Strom aus Obst und Gemüse (ab 8 Jahren, Franzis Verlag) ist bei uns ebenfalls im Gedächtnis geblieben. Das Gemüse ist natürlich nicht in der Box und um ein Smartphone zu laden, wird es wohl nicht genügen eine Karotte anzuzapfen, aber womöglich schmeckt das selber mit den Klemmen „erstochene“ Gemüse dann aber besser, wenn es danach auf dem Teller liegt. So viel Jagdinstinkt darf sein.

La-La-Lama Lounge Lama mit Lautsprecher und LED

Den großen Lama-Augen dieses Kuscheltiers von Nici (ab 3 Jahren) kann man schwer widerstehen. Und weil es in den Kinderzimmern ja heutzutage elektronisch zugeht, trägt es einen Bluetooth-Lautsprecher im Körper und ist mit bunten LEDs ausgestattet.

Hörbücher oder Musik zu hören, war wohl selten kuscheliger verpackt. Vielleicht sind Lamas die neuen Einhörner? Aber ja, es gibt sie auch in Einhorn-Variante. Ob der Lautsprecher qualitativ mit Markenprodukten ohne Fell drum herum mithalten kann, ist uns leider nicht bekannt. Wem es hauptsächlich um die großen Augen geht, könnte auch in der “La-La-Lama Lounge”-Serie der Marke nach einem Plüschlama ohne Elektronik fündig werden.

Dampflokomotive mit Schlepptender

Modellbausätze gibt es viele, aber als wir Ugear entdeckt haben, machte sich Faszination breit. Die Holzmodelle wirken detailverliebt und filigran, die Auswahl an Modellen ist ansprechend und einige sind auch mechanisch funktional. Man sollte allerdings Zeit und Geduld aufbringen wollen, denn die angegebenen Aufbauzeiten sind durchaus realistisch. Bei dieser Ugear Modelldampflokomotive nach Vorbildern aus dem 19. Jahrhundert sind es 443 Teile und 10-12 Stunden. Damit ist es wohl eher für die großen Kinder geeignet.

Der Antrieb bei den Fahrzeugen erfolgt über ein einfaches Gummiband. Und es funktioniert. Wenn auch nicht so rasant wie einen die Videos glauben machen wollen. Zumindest mein Motorrad hat sich punkto Geschwindigkeit eher als Roller bei mir vorgestellt. Der Optik und der Freude am Zusammenbauen war das allerdings nicht abträglich.

Steinbaukästen

Wer lieber mit weniger filigranen Materialien bastelt, ist bei den teifoc Steinbaukästen besser aufgehoben. Hier wird mit echten kleinen Ziegelsteinen und Mörtel gearbeitet. Neben der Anleitung für das jeweilige Haus oder bekannte Bauwerk aus dem Baukasten zu folgen, kann man natürlich auch an seinem ganz persönlichen Traumhaus bauen. Praktischerweise ist der Mörtel wasserlöslich und die Steine daher auch mehrfach verwendbar.

Der Hersteller hat die Sets für verschiedene Altersgruppen ausgelegt, womit sie vom einfachen Pferdestall für Kinder ab 6 Jahren bis zu einer Solar-Windmühle für Kinder ab 8 Jahren reichen. Bei der Windmühle sind, wie der Name bereits verrät, eine Solarzelle und ein Getriebemotor mit dabei. Wer mehr Power herausholen will, muss sich in seinem Binford-Werkzeugschrank umsehen.

RC Feuerwehr-LKW

Neben den üblichen RC-Autos gibt es von Amewi auch einen RC Feuerwehr-LKW im Maßstab 1:20. Man muss als Kind nicht den Berufswunsch Feuerwehrmann gehabt haben, um es ziemlich lässig zu finden, wenn man hier nicht nur die Feuerwehrleiter ausziehen, sondern auch per Fernbedienung Wasser aus dem Feuerwehrschlauch spritzen kann.

Was wären das für herrliche Momente gewesen, zu versuchen sich an jemanden heranzuschleichen und dann unvermittelt den Knopf zu drücken? Hupe, Sirenenton und Warnlichter sind auch vorhanden, müssen in dem Fall aber natürlich erst mal aus bleiben. Ob der Wasserstrahl genügt, um einen Weihnachtsbaum im Vollbrand zu löschen, darf bezweifelt werden, aber vielleicht reicht es für den Adventskranz.

Puzzle 4S Vision Avengers Infinity War Groot & Co.

Zu guter Letzt landen wir wieder bei unseren liebsten Marvel-Helden. Ravensburger hat mit seinen 4S Vision Puzzles eine neue Form von 3D-Puzzle auf den Markt gebracht.

Der Clou liegt hier wohl weniger im Aufbau, der sich Ebene für Ebene zusammengesteckt nicht sehr kompliziert präsentiert, sondern im visuellen Effekt des fertigen Modells. 4S steht für 4 Sides, was bei der Version Avengers Infinity War Groot & Co bedeutet, dass man sich nicht zwischen Thor, Groot, Hulk oder Rocket entscheiden muss. Jede der vier Seiten des fertigen Puzzles zeigt ein anderes Motiv. Es ist jedem selbst überlassen, ob er sein Puzzle zu Fuß umkreisen möchte, die Drohne im Orbiting-Modus herum schickt, oder es beim Mittagessen im China-Restaurant der Wahl auf den Drehteller stellt.

Das wars… mehr gibts nicht. Oder doch. Aber selber nachsehen, macht klüger.


Das waren einige der Dinge, an die wir uns auch noch am Ende dieses Jahres erinnern, weil sie auf die eine oder andere Art hervorgestochen sind. Die Auswahl ist aus rein persönlichen Vorlieben erfolgt und nichts davon haben wir geschenkt bekommen.

 

Assassin’s Creed: Odyssey im Test

Fast genau 11 Monate nachdem Ubisoft uns zu den vermeintlchen Anfängen des Assassinen Ordens geschickt hat, erleben wir nun die wirklichen Anfänge. 400 Jahre bevor Bayek seinen Rachefeldzug in Ägypten begann, tobte auf den griechischen Inseln der erste, zeitgenössisch dokumentierte Krieg.

Eine himmlische Familie

Bevor es jedoch losgeht, trifft man schon die erste Entscheidung, die einen das ganze Spiel über begleitet. Zur Wahl stehen der stoisch anmutende Alexios oder seine Schwester Kassandra, Nachfahren des legendären Königs von Sparta, Leonidas I. Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf hat dies jedoch nicht. Man erlebt die Geschichte weder von einer anderen Seite, noch hat man unterschiedliche Fähigkeiten. Das wurde schon in AC: Syndicate spannender gelöst.

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Die Story ist erfrischend und nicht die x-te Auflage eines Racheplots, sondern erzählt die Geschichte einer spartanischen Familie, die sich verliert und inmitten der Wirren des peloponnesischen Krieges wieder zueinander findet. Großes darf man hier nicht erwarten, aber die Geschichte dient ihrem Zweck. Auch die Nebenmissionen schwächeln in ihrer Story und Ausführung und sind, bis auf wenige Ausnahmen, Fließbandarbeit. Die Stärken Spartas auf Land und Athens auf hoher See hätten in den Missionen besser dargestellt werden können. Besser in Szene gesetzt sind die historischen Figuren wie Sokrates, Hippokrates, der die Medizin zu einer Wissenschaft bringt oder Alkibiades, der immer spitz zu sein scheint.

Entscheidungen, die sich aus den Dialogen ergeben, haben im ersten Moment keine Auswirkung. Im Hintergrund beeinflussen diese jedoch eines der 9 möglichen Enden. Welche Entscheidung jedoch wohin führt, bemerkt man im Laufe des Spiels nie so wirklich.

Urlaubsziel: Griechenland

Odyssey ist, wie auch schon sein Vorgänger, ein grafisches Aushängeschild. Die AnvilNext 2.0, der Motor hinter allen aktuellen Ubisoft-Titeln, erinnert in keinster Weise mehr an den technischen Totalausfall Unity. Wiesen und Felder, ausgedehnte Hügellandschaften und schneebedeckte Berge werden insbesondere während der Kamerafahrten auf Synchronisationspunkten in Szene gesetzt. Zusammen mit den detailliert nachgebauten Städten und gebrochenen Wellen an den weißen Sandstränden lädt das Spiel mehr als nur einmal zum Verweilen und Genießen ein. Mit durchgehend 30 FPS auf einer bis zu 4K dynamischen Auflösung spielt es sich auf XBox One X und PS4 Pro angenehm flüssig ohne Einbußen in der Leistung zu verzeichnen. Lediglich so manche Umgebungstextur sieht in der Nähe schwammig aus. Dies fällt jedoch nur auf, wenn man in einer Ecke kauernd darauf wartet, hinter einen Gegner zu gelangen.

Die Soundkulisse lässt auch nichts zu Wünschen übrig, egal, ob Holz auf Stahl, stürmische Seefahrten oder orchestrale Chöre. Es scheppert mit sattem Wumms aus den Lautsprechern, aber auch die leiseren Stücke beim Erforschen der Inseln gliedern sich perfekt ein. Lediglich die Sprachausgabe ist uneben und besitzt Verbesserungspotential.

Angenehm fällt auch auf, dass die Sprachen von Untertitel und Menüs unabhängig von einander eingestellt werden können. Weiters bietet Ubisoft einzelne Sprachpakete als kostenlose Downloads an.

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Eine Seefahrt, die ist lustig

Zwischen den Hauptmissionen gibt es in der riesigen Spielwelt noch unzählige Beschäftigungen, die die Spielzeit der 40 Stunden Kampagne nochmal gut und gerne verdoppeln.

Die immer wieder zitierten und gelobten Seeschlachten aus AC: Black Flag feiern ein fulminantes Comeback. Was zu Xbox360/PS3 Zeiten schon am meisten Spaß gemacht hat, funktioniert immer noch. Eigentlich will man nur zur nächsten Mission schippern, aber auf einmal macht es Krachbumm und schon hat man sich wieder eine Stunde lang mit Banditen oder den Seestreitkräften Athens oder Spartas die Pfeile um die Ohren geschossen, hat die Breitseite in voller Fahrt gerammt und Schiffe geentert.

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Ist man aus dem Seerausch wieder erwacht und an einem neuen Hafen angedockt, steht man in der Regel vor der Qual der Wahl. Haupt- oder Nebenmissionen für Erfahrung, Drachmen und neue Gegenstände. Jagt man noch ein Kopfgeldjäger oder geht man auf die Suche nach Kultisten? Am meisten Spaß machen aber zu Lande immer noch die Forts und Camps. Plan zurechtlegen, an dessen Ausführung scheitern und improvisieren, ist hier weiterhin die Devise.

Auch Missionen gibt es zu Hauf, manche auch mit einem Timer zwischen 24 Stunden und 7 Tagen, wobei verwirrenderweise nicht alle die Spezialwährung “Oreichalkos-Erz” als Bonus gewähren, um damit Lootboxen oder auch “Olympische Gaben” zu kaufen. Dieses Erz kann auch sehr selten im Spiel gefunden werden. Wirklich tolle Gegenstände wurden in den Boxen leider auch nicht gefunden.

Als letztes kann man auch noch aktiv auf beiden Seiten des Kriegs der griechischen Stadtstaaten eingreifen. Als Söldner ist man ja situationsflexibel. Wirklich viel Spaß machen die Eroberungsschlachten aber nicht, da es vor allem an einem Ziel und Auswirkungen, bis auf festgelegte Storymomente, in der (Spiel-)Welt fehlt.

Zu den interessantesten Kämpfen, dem Kräftemessen mit mythologischen Kreaturen, kommt man leider erst am Ende des Spiels.

So Little Time (So Much To Do)

Many a ship to sail, many a magic land

Many a moonlit trail, many a road to walk hand in hand

Louis Armstrong besang schon 1930 wie es sich anfühlt, Assassin’s Creed: Odyssey 2 Schritte entfernt in seiner Gesamtheit zu betrachten.

Was nach viel Spiel klingt, wirkt auch schon fast zu viel. An einigen Ecken und Enden hätte Ubisoft Québec mit dem Rotstift eine zusammenhängendere Geschichte erzählen und den Spiefluss geschickter lenken können.

Man verliert öfters auch den Überblick was man eigentlich machen und wohin man wollte und muss sich erst wieder neu zurecht finden. Dass die komplette Welt nach Ende der Tutorial-Insel offen steht und bereisbar ist, hilft bei der Orientierung oftmals nicht weiter. Hier muss man dann seine eigene Gamer Disziplin durchsetzen und sich auf kleinere Ziele konzentrieren, bevor man wieder an der Hauptkampagne weiterspielt.

Wenig geändert hat sich im Vergleich zum Vorjahr am Kern des Spiels. Nur ein Wegfall der Schilde und eine freiere Vergabe der Talentpunkte fallen direkt auf. Diese Änderungen wirken sich positiv auf das Spielgeschehen aus. Möchte man ein spezielles Talent, entweder als passive Eigenschaft oder – neu – als eine von 4 aktiven Fertigkeiten, können Talentpunkte direkt dahin investiert werden, wo man sie haben möchte.

Das Fehlen der Schilde wirkt sich dahingehend aus, dass jetzt mit den eingesetzten Waffen pariert wird und mehr auf defensive Ausweichmanöver gesetzt wird. Die Kämpfe wirken dadurch schneller und dynamischer als zuvor.

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Neu ist auch, dass man bei einem Fall, egal aus welcher Höhe, nicht mehr stirbt und direkt weiterlaufen kann. Dies minimiert unnötige Ladezeiten und hält den Spielfluss am Laufen.

Die positivste Änderung am Spieldesign, ist die Aufteilung in zwei Spielmodi. Während “Geführt” weiterhin Wegpunkte für Missionsziele direkt in der Welt platziert, bekommt man bei “Erforschung nur vage Hinweise und Richtungsangaben. Zusammen mit der Übersichtskarte und visuellen Hinweisen im Spiel muss man sich ohne dem Abgrasen von Wegpunkten zu Recht finden. Durch die gut beschriebenen Missionstexte und Hinweise fühlt man sich jedoch nie auf verlorenem Posten und läuft nicht schnurstracks in eine Richtung, sondern erforscht die nähere Umgebung richtig. Dieses Feature darf in keinem zukünftigen Assassin’s Creed Abenteuer mehr fehlen.

Die kleineren Probleme wie oft nicht existente Wegfindung des Pferdes und eine KI, die den Namen Intelligenz eigentlich nicht behalten dürfte, sind direkt von Origins mitgenommen worden.

Ohne Moos, nix los

Wo in Origins Bayek meistens ziemlich gut mit dem jeweiligen Gebietslevel mitgehalten konnte und durch eine großzügigere Vergabe von Erfahrungspunkten auch mal schnell ein paar Stufen über den aktuellen Gegnern war, sieht die Sache hier leider etwas anders aus.

Gegner und Söldner ziehen durch die Levelskalierung immer mit der eigenen Figur mit und so vermisst man die Momente an denen man – vor allem gegen Ende hin – als übermächtiger Söldner fühlen sollte. Auch die Level-Vorgaben der Storymissionen sind hart an der Grenze. Wenn man sich jedoch nicht nur strikt an der Hauptmission orientiert und nebenbei noch die Welt erkundet, hat man trotzdem nicht das Gefühl, festzustecken und zu einem übermäßigen “Grind” gezwungen zu werden.

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Es sind auch weniger die Erfahrungspunkte, die am Ende des Tages fehlen, sondern die Ressourcen. Ein tolles Feature in Origins war das Behalten der aktuellen Ausrüstung. Gegen einen geringen Obolus hat man alle paar Level Waffen und Ausrüstung, mit denen man sich am besten anfreunden konnte – oder einfach am coolsten ausgesehen hat – immer auf dem aktuellsten Stand gehalten. In Odyssey ist dies nicht mehr so ohne weiteres möglich. Upgrades sind teuer und das Schiff verschlingt nochmal Unmengen an Holz, Eisen oder Leder. Egal, wie viele Nebenmissionen beendet oder alte Gegenstände recycelt werden, es fehlt doch immer an allen Ecken und Enden. Vielleicht hat Ubisoft hier zu hart an der Schraube gedreht und setzt mehr denn je auf den Verkauf von Boostern und Materialen aus dem prominent platzierten Shop.

Darf’s auch etwas mehr sein?

Wo wir auch schon bei einem der Hauptkritikpunkte sind. Mehr gibt es in Assassin’s Creed: Odyssey nicht nur in der Spielwelt. Wer alle Waffen, Skins, Bootsleute, etc zur Verfügung haben möchte, für den werden nochmal mindestens € 50,- fällig. Für weitere 10€ gibt es den permanenten XP- und Drachmen-Boost, welcher laut einem Artikel von Polygon das Spiel gleich “viel besser” macht. Es werden zwar 200 “Helix-Credits” im Spielverlauf dem virtuellen Konto gutgeschrieben, kaufen kann man sich dafür aber nichts. Da sind sogar mobile Free-to-play Games großzügiger.

Bei einem Verkaufspreis zum Spielstart zwischen € 60,- für die Standard-Version und € 240,- für die teuerste Collector’s Edition, muss man sich schon die Frage stellen, ob hier für ein reines Singelplayer-Spiel nicht zu viel oben drauf verlangt wird.

Nach über 60 Stunden im Spiel macht es aber weiterhin Spaß, die letzten Ecken der Antike zu erkunden. Das Grundgerüst wurde weiter verfeinert, wenn auch mit ein bisschen zuviel “drumherum” Versehen. Wem Assassin’s Creed: Origins schon gefallen hat, kann bei der Standard Version bedenkenlos zugreifen. Ein einzelner Wermutstropfen bleibt am Ende jedoch noch über: Der großartige, geschichtliche “Touristen”-Modus wird erst in den kommenden Monaten nachgeliefert und ist nicht schon vom Start mit dabei.


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Hinweis: Ubisoft war so freundlich, uns für diesen Beitrag ein Testmuster der Xbox One-Version des Spiels zur Verfügung zu stellen.

 

Marvel’s Spider-Man im Test

4 Jahre ohne ein neues Spider-Man Spiel, das gab es nur in den ’80er Jahren. Kann Insomniacs exklusiver Playstation 4 Titel die hohen Erwartungen erfüllen oder folgt ein Absturz in die Häuserschluchten Manhattans?

Die Fahrtrichtung wird nach der Intro-Sequenz sofort vorgegeben. Schwingen über die Insel von Manhattan in atemberaubender Geschwindigkeit und Prügeln mit Stil und Eleganz.

Gut geklaut, ist halb gewonnen. Hier das Kampfsystem und eine surreale Albtraum Sequenz aus der Batman Arkham-Reihe, dort das Hacking Mini-Game aus Bioshock und zum Drüberstreuen noch ein paar, fast schon episch anmutende Actionsequenzen die nur durch einige wenige Quick-Time-Events etwas an Fahrt verlieren. Abgedroschene Lebensweisheiten bewahrheiten sich halt doch immer wieder.

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„Be greater“

Insomniac verschwendet keine Sekunde mit langwierigen Erklärungen zur Entstehungsgeschichte und wirbelt die bestehende ordentlich mit auf. Peter Parker krabbelt bereits seit 8 Jahren an New Yorks Fassaden herum, hat mit seinem kanonischen Beruf als Fotograf des “Daily Bugle” abgeschlossen, jobbt nun eher schlecht als recht als Assistent des genialen Doktor Otto “Doc Ock” Octavius und verarbeitet die Trennung seiner Langzeit Freundin Mary-Jane Watson. Diese widerrum arbeitet nun als investigative Journalistin bei Peters ehemaligem Arbeitgeber.

Mit einer perfekten Mischung aus Spider-Nerd und Andrew Garfields etwas dümmlichen Schönling setzt Yuri Lowenthal seinen Spider-Man/Peter Parker gekonnt in Szene. Auch Laura Bailey als Mary-Jane Watson und Nancy Linari als Tante May stehen der schauspielerischen Leistung in nichts nach. Etwas farblos und fast schon langweilig wirken jedoch die Superschurken – es fehlt ein charismatisch in Szene gesetzter Bösewicht.

Die deutsche Synchronisation konnte leider nicht getestet werden, da die uns vorliegende UK Version nur englisch, sowie russische und polnische Sprachausgabe unterstützt. Diese kann jedoch nur über ein Umstellen der Systemsprache der PS4 eingestellt werden. Danach noch schnell einen Patch im Umfang von ca. 1 GB heruntergeladen und schon schwingt es sich auf Polski. Selbst Untertitel sind abhängig von der aktiven Systemsprache und der gekauften Version. Einen Punkt im Menü oder optionale Sprachpakete im PSN-Store sucht man vergeblich.

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„With great power…“

So kämpft und schwingt man sich von einer Story-Mission zur nächsten, wirklich zünden will die klischeehafte Geschichte jedoch nicht. Hier haben sich die Designer und Schreiber merkbar mehr Mühe bei den Nebenmissionen und -aktivitäten gegeben. Zu jedem der 53 Sammelgegenstände erzählt Peter wie es etwa dazu kam, dass ein Spider-Man Merchandise-Vertrag für Plüschtiere nicht zu Stande gekommen ist oder gestaltet in unterhaltsamen Selbstgesprächen seine eigene Fan-Fiction als “Spider-Cop” – halb Spinne, halb Mann, aber ein ganzer Cop!

Ein Action-Spiel braucht jedoch noch mehr als nur ein nettes Drumherum. Das Kampfsystem fühlt sich sofort altbekannt an. Kombo-Angriffe, Kontern, Ausweichen und eines der unzähligen Gadgets. Das ganze macht sehr schnell “Klick”, der richtige Rhythmus wird jedoch immer wieder unterbrochen. Zu unübersichtlich und weit verstreut schlagen und schießen die Gegnerhorden auf einen ein, Prompts erscheinen manchmal aus unerfindlichen Gründen nicht und selten aber doch hängt die Kamera irgendwo unter der Erde oder im nächstgelegenen Wolkenkratzer fest. Diese Momente kommen selten, aber merkbar oft vor und man fühlt sich an vielen Stellen oft der Kontrolle entzogen, die einem zum Superhelden machen sollte.

Ein Neustart der Kämpfe oder eine der unzähligen Ablenkungen Manhattans tragen das Geschehen dann doch wieder meistens in die richtige Bahn.

Abwechslung fehlt auch bei den Boss-Kämpfen die immer nach Schema F ablaufen. Schwingen mit R2, ausweichen mit O. Danach ein paar Sekunden um den Gegner Schwingen und ihm mit L1 + R1 – meistens – einen Betronbrocken ins Gesicht zu donnern. Nach ein ein paar Sekunden Nahkampf geht es dann wieder von vorne los.

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“ …comes great responsibility“

Während der 3 Story-Akte werden, wie in jedem anständigen Open-World-Spiel, regelmäßig neue Nebenaktivitäten freigeschalten. Sucht man am Anfang noch in der Stadt verstreute Rucksäcke, kommen über den von Spider-Man angezapften Polizeifunk gleich die ersten Hilferufe nach entführten Personen, Drogen-Deals und Überfällen. Später werden Manhattans Wahrzeichen fotografiert, Aufgaben des “Taskmasters” absolviert und gegnerische Stützpunkte von den Handlangern der Bösewichte gesäubert.

Diese Zerstreuungen vom Hauptweg dienen nicht nur der Jagd nach der (einfach zu erreichenden) Platin-Trophäe, sondern sind auch eng mit dem Upgrade System verbunden. Gadgets und Kostüme werden über Fortschritt in den insgesamt 6 Kategorien freigeschalten und weiterentwickelt. Spinnenminen, elektrisch geladene Netze und weitere Spielereien sind in Sekunden ausgewählt.
Sind Kostüme in den vielen anderen Spielen meist nur kosmetischer Natur, bringen 24 der 28 teils doch extremen Verwandlungen noch eigenartige Fähigkeiten mit, welche das Spielgeschehen mitunter stark beeinflussen. Sehr gut gelöst ist jedoch die Trennung von Kostüm und Fertigkeit. Einmal freigeschalten, kann man beides kombinieren, wie es einem am besten gefällt.

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Puddle- und Suitgate

Ein erfahrenes, externes Studio. Eine solide und schon auf der Xbox One erprobte Engine. Viel Bühnenpräsenz auf Spielemessen. Schon seit der ersten Vorstellung während der E3 2016 merkt man, dass Sony nichts anbrennen lassen möchte. Und doch kam es kurz vor Release zur nächsten Downgrade-Diskussion. Stein des Anstoßes, Pfützen, die aus der Presse-Demo entfernt worden sind und detailärmere Kostüme. Im Spiel merkt man davon jedoch nichts. Schatten und Reflektionen im Wasser, sowie an den Fassaden der Wolkenkratzer sehen im Vorbeiflitzen detailliert und realistisch aus und lassen die Umgebung lebendig wirken. Die Ausleuchtung der Straßen, vor allem bei Missionen, die am frühen Abend spielen, gehören zu den visuellen Highlights.
Negativ fällt leider die Anzahl an unterschiedlichen NPCs auf. Jede gegnerische Gruppe besteht – wie auch bei den Open-World-Kollegen von Assassin’s Creed und Batman – aus den immer selben Klonen.

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Fazit – Unterhaltsam mit Abzügen in der B-Note

In der obersten Liga der PlayStation exklusiven Spiele schwingt Spidey zwar noch nicht mit, aber mit einem weniger hakligen Kampfsystem und einer mitreissenderen Story können Sony und Insomniac in Zukunft einiges aufholen.

Detailverliebt, aber mit kleinen Schwierigkeiten und technischen Fehlern, die sich leider auf Spielfluss auswirken, macht Marvel’s Spider-Man dennoch über die komplette Länge Spaß. Die Insel von Manhattan ist gekonnt nachgebaut und man ertappt sich immer wieder beim minutenlangen Schwingen durch Downtown oder dem Central Park. Das eigentliche Hauptziel verliert man hier gerne mal aus den Augen. Wer schon einmal im Big Apple zu Besuch war, wird auch ohne Karte nicht die Übersicht verlieren und sich für ca. 20-25 Stunden im Kampf gegen die Sinister Six stellen.

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Und wie geht es weiter?

Für spielbaren Nachschub sorgt die 3 teilige DLC Mini-Kampagne „Die Stadt, die niemals schläft“, die bis Dezember 2018 vollständig veröffentlicht wird und in der Deluxe Version bereits enthalten ist. Käufer der Standard-Version werden nochmal mit 20€ extra zur Kasse gebeten. Der bereits obligatorische New Game Plus Modus bekommt derzeit von Insomniac noch den letzten Schliff verpasst und wird wie bei Sony’s letztem großen Spiel, God of War, als kostenloser Patch bald nachgereicht. Und eine Fortsetzung wurde auch schon angeteasert.

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Marvel’s Spider-Man (PS4) bei Geizhals

Marvel’s Spider-Man – Special Edition (PS4) bei Geizhals

BenQ EL2870U – Der 4K-Monitor im Test!

Was wird gesucht? Ein Bildschirm für den privaten Schreibtisch, eine Alternative zu einem kompakten Fernseher – vielleicht sogar für das Kinderzimmer – und am besten wäre es, wenn der Bildschirm an PC, Spielekonsole und Blu-Ray Player (oder DVB-T2/SAT-Receiver) hängen könnte; und das alles ohne Kabel umstecken zu müssen?

Einleitung

Nach zwei Wochen intensiver Verwendung, weiß ich noch immer nicht genau, für welchen Zweck BenQ dieses Gerät nun wirklich entwickeln wollte.
Unter (Nerd-)Kollegen würde ich wahrscheinlich folgende Vermutung äußern: Es gab eine Besprechung in der Entwicklungsabteilung. Man fragte sich, welche Features und Zielgruppen angepeilt werden sollen. Der „Chuck Norris“-Fan in der Gruppe rief „alle!“ (eigentlich genauer: „ALLEEEE!!!“). Worauf – nach tosendem Gelächter – die zynische Aussage fiel „ja, wahrscheinlich auch noch für unter 800€!?“. In fast jeder Gruppe findet sich bei so einer Gelegenheit ein „Trekker“, welcher in dieser Situation vorpreschen musste „ich mach’s für unter 500€“ (zahlreichen Zitaten von James Doohan – alias Montgomery „Scotty“ Scott – sei Dank).
Genaues weiß man nicht – aber es muss sich so zugetragen haben. Warum sollte man sonst überhaupt auf die Idee kommen, einen knapp 28 Zoll großen 4K-Bildschirm, mit HDR10 Zertifizierung, 2x HDMI 2.0, DisplayPort, VESA-Mount, Umgebungslicht-Sensor und FreeSync für wirklich deutlich unter 500€ anbieten zu wollen?
Sie haben es jedenfalls gemacht. Als ich die Specs zum ersten Mal gelesen habe, ahnte ich das Schlimmste – aber, und da laust mich doch der Affe, der BenQ EL2870U ist wirklich gut und stellt vielfältige Ansprüche zufrieden.

Die technischen Daten

Diagonale 27.9″/​70.9cm
Auflösung 3840×2160, 16:9, 158dpi
Helligkeit 300cd/​m²
Kontrast 1.000:1 (statisch), 12.000.000:1 (dynamisch)
Reaktionszeit 1ms
Blickwinkel 170°/​160°
Panel TN, HDR10
Form gerade
Beschichtung matt (non-glare)
Hintergrundbeleuchtung White-LED, flicker-free, Blaulichtfilter
Farbtiefe 10bit (10bit ohne FRC)
Bildwiederholfrequenz 60Hz
Variable Synchronisierung Adaptive Sync/​AMD FreeSync
Unschärfereduktion N/​A
Signalfrequenz 30-135kHz (horizontal), 24-76Hz (vertikal)
Anschlüsse 2x HDMI 2.0, 1x DisplayPort 1.4
Weitere Anschlüsse N/​A
USB-Hub Out N/​A
USB-Hub In N/​A
Audio Lautsprecher (2x 2W), 1x Line-Out
Ergonomie N/​A (Höhe), N/​A (Pivot), N/​A (Drehung), +15°/​-5° (Neigung)
Farbe schwarz (Rahmen), grau (Leiste), grau/​schwarz (Standfuß)
VESA 100×100 (frei)
Leistungsaufnahme 55W (maximal), 35W (typisch), 0.5W (Standby)
Jahresverbrauch 51.10kWh
Energieeffizienzklasse B
Stromversorgung AC-In
Abmessungen (BxHxT) 658x476x150mm (mit Standfuß), 658x349x67mm (ohne Standfuß)
Gewicht 5.70kg (mit Standfuß), keine Angabe (ohne Standfuß)
Besonderheiten mechanische Tasten, Lichtsensor, Sicherheitsschloss (Kensington), HDCP 2.2
Herstellergarantie drei Jahre (Vor-Ort)

Unboxing

Alles sauber verpackt. Die Verpackung hatte sichtlich viel erlebt – der Monitor kam dennoch wie aus dem Ei gepellt zum Vorschein. So sieht „guter Schutz“ aus.

Läuterung

Ja „TN-Panel!? Muss das sein?“ – das ist auch mein erster Gedanke gewesen. Nach dem Einschalten habe ich mir natürlich gleich eines der kritischsten Fotos herausgesucht – eines, bei dem mein günstiges und zwei Jahre altes Notebook (mit TN-Panel) auf jeden Fall zeigt, was sein Bildschirm nicht kann.
Aber dann sieht dieses Bild auf dem BenQ EL2870U nur ein wenig blasser aus, als auf meinen anderen heißgeliebten (und kalibrierten) Monitoren des Herstellers, der mit „D“ anfängt und mit „ell“ aufhört! Okay!?
Ab diesem Moment war mir klar: ich muss einfach meine Vorurteile gegenüber TN-Panels über Bord werfen und so tun, als hätte ich dieses technische Datum nicht gekannt.
Das Bild ist auch, wenn man schräg darauf sieht, ziemlich lange farbstabil. Zur Auffrischung: TN-Panels gelten zwar als reaktionsschnell, litten dafür früher oft unter der Tatsache, dass sie günstiger mit glänzender Oberfläche herstellt werden konnten und sie sind berüchtigt dafür gewesen, dass man das Bild rechtwinklig von vorne betrachten musste, damit sich nicht manche Farben umkehrten oder alle dunklen Schattierungen in einem tiefschwarzen Fleck absoffen. Aber beim EL2870U trifft das alles nicht zu – überdies ist das Display vollkommen matt.

Ein Betrachtungswinkel von 45° – egal ob von links, rechts, unten oder oben – lässt das Bild noch normal erscheinen. Ist der Winkel noch flacher, bekommt das Gesehene einen leichten orange-Stich – etwa so, als würde man die integrierte Reduktion für blaue Lichtanteile einschalten. Einzig und alleine, wenn man von oben auf den Monitor sieht und mehr als 60° von der frontalen Sicht abweicht – also einen Blickwinkel einnimmt, den man in Wirklichkeit nie für die gewöhnliche Betrachtung haben würde – dann saufen die einen Farben ab und die anderen verblassen bis zur Unkenntlichkeit. Würde man sich nun aber vorstellen, dass vier Kinder oder drei „etwas ältere Kinder“ davor sitzen, bekäme jeder unverfälschte Farben zu Gesicht. Das ist wirklich einwandfrei umgesetzt worden.

Voreinstellungen

Wenn ich einen neuen Bildschirm erhalte, dauert es für Gewöhnlich nicht sehr lange, bis ich mir ein Colorimeter (derzeit meist ein Datacolor Spyder 4 Elite) schnappe und die Farbdarstellung des Monitors – so gut es mit so einem Gerät eben geht – ausmesse. Mich interessiert dabei, was die Voreinstellungen „out of the Box“ leisten- damit ich gegebenenfalls auch eine Empfehlung aussprechen kann, für jemanden der kein Colorimeter hat oder sich die Arbeit – im privaten Umfeld – nicht antun möchte.

BenQ stellt im Downloadbereich ein „WHQL Driver“-Archiv zum Download bereit. Dieser beinhaltet für das Betriebssystem die Information, wie der Monitor heißt, was er für eine Maximalauflösung beherrscht, dass er „Display Power Management Signaling (DPMS)“ versteht und, dass die icm-Datei, welche dem Treiberpaket beiliegt, als Farbprofil ins System eingebunden werden kann.
Treiber installiert, das aktuelle DisplayCAL ebenso, Spyder 4 Elite per USB mit dem PC verbunden und los ging es.
Der erste Wermutstropfen: der Monitor bietet nicht die Möglichkeit, die Farbsättigung der einzelnen Farben getrennt zu regeln. Es gibt eine wirklich große Anzahl Einstellmöglichkeiten im OSD, aber Rot, Grün und Blau separiert zu Regeln, das geht leider nicht.
In Windows hatte ich die HDR-Funktion bewusst deaktiviert, am Monitor das normale HDR-Profil geladen (blau-Reduktion auf „aus“, Umgebungslicht-Sensor ebenso „aus“) – schon die nächste Überraschung. Oder ist mein Colorimeter kaputt? Die Farbbalken bescheinigten mir, dass ich an der Farbsättigung nichts mehr ändern muss – um eine noch genauere Farbdarstellung zu erhalten, könnte ich direkt mit der Kalibrierung des Bildschirms beginnen. Bei einem Bildschirm, welcher nicht ab Werk kalibriert worden ist, hatte ich so eine gute Voreinstellung noch nie. Allerdings trifft das nur auf die Profile „HDR“ und „sRGB“ zu. Wobei bei sRGB die Sättigung des Blautons etwas schwach ist – allerdings nur so schwach, dass es in Wirklichkeit kaum auffällt. Für Nachteulen, die trotzdem irgendwann mal Einschlafen können möchten, ist das sRGB Profil sicher eine gute Wahl – auch für jene, die den Monitor an einem Computer betreiben, welcher keinen DisplayPort 1.2 und auch kein HDMI 2.0 (sondern vielleicht nur 1.4) bietet.
Natürlich könnte eine gewisse Serienstreuung vorliegen, aber ich stelle hiermit trotzdem das Farbprofil für den BenQ EL2870U, welches ich für dessen sRGB-Modus ausgemessen habe, zur Verfügung – Ausprobieren und Feedback geben, sind ausdrücklich erwünscht.

Mit DisplayPort und/oder HDMI 2.0 (und Windows 10) kann einfach unter Windows „HDR“ aktiviert werden. Der Monitor erkennt dies, deaktiviert verschiedene Einstellungsmöglichkeiten – die Reduktion für blaue Lichtanteile, die AMA (Advanced Motion Accelerator) Funktion und der Lichtsensor bleiben ebenfalls einstellbar.
Via HDMI – der Monitor hat lediglich einen HDMI 2.0 (ohne Postfix „a“ oder „b“) – kann man bei einer 60Hz Bildwiederholfrequenz nur auf eine 8-bit Farbdarstellung blicken – HDR mit vollen 10-bit Farben sind lediglich über DisplayPort möglich.
Unter uns: man kann trotzdem wunderbar an dem Monitor arbeiten, auch wenn die zwei „Bit“ fehlen.

Im Betrieb

Ach wie schön: kein Spulenfiepen, keine Brummschleife, keine rauschenden Lautsprecher. Der Monitor ist lautlos – so soll es sein.
Lautsprecher sollen zwar verbaut sein, geworden sind es aber eindeutig „Leisesprecher“. Bass findet überhaupt nicht statt. Für Streamen von Nachrichten genügt es aber vollkommen. Und Vorweg: Spielen für die Nintendo Switch fehlt mit diesen Lautsprechern auch nicht viel Atmosphäre – offenbar hat Nintendo auf solche Umstände Rücksicht genommen. Auf jeden Fall ist das Risiko geringer, dass man Zimmernachbarn auf den Wecker geht – das hat schließlich auch einen gewissen Vorteil.
Womit ich schon beim Punkt „Spielekonsolen“ angelangt bin. Die Playstation 4 Pro erkennt den BenQ EL2870U automatisch als HDR-tauglich an und liefert auch HDR-Bildinhalte. Natürlich sehen diese nicht so farbgewaltig aus, wie auf einem OLED-Bildschmirm mit HDR – aber als platzsparende Maßnahme in einem Kinder-, Jugend- oder Spiel-Zimmer (für kleine und gar nicht mehr kleine „Kinder“) ist mehr als nur standesgemäß. Von einer unangenehmen Verzögerung, Schlieren oder unkenntlichen Farben kann ich nichts berichten. Dunkle Szenen in „Assassin’s Creed: Origins“ lassen sich genauso gut spielen, wie The Legend of Zelda BotW. Auch bei schnellen Spielen wie Fast RMX gibt sich der EL2870U keine Blöße.

Ein echter „Screenshot“ mit der Digitalkamera – ohne Bildverbesserer, Blitz oder nachträgliche Retouche.

Im Desktop-Betrieb vergaß ich nach kurzer Zeit, dass es sich nicht um ein IPS-Panel handelt. Eine Sache hat mich aber gestört – graue Menüs und nicht vollkommen weiße Bildinhalte, wie in der Systemsteuerung von Windows 10 hatten – während sie bewegt wurden – ganz grauenhafte rauschende Artefakte. Zum Glück war der Übeltäter schnell gefunden: AMA. In diesem Fall bedeutet AMA „Advanced Motion Accelerator“ und soll wohl die Darstellung grauer Schattierungen bei sich schnell bewegenden Bildinhalten verbessern. Für mich bedeutet AMA leider „auf meinem Monitor – aus“. Mir ist kein Fall untergekommen in welchem diese Funktion einen positiven Effekt auf das Bild gehabt hätte – schade.

Wenn man schon leichtes Kopfweh – oder eine sogenannte „Augenmigräne“ hat – ist der eingebaute Umgebungslicht-Sensor „Gold“ wert. Leider gibt er sich von Zeit zu Zeit – in Form einer kleinen OSD-Info (welche sich nicht deaktivieren lässt), am linken unteren Bildschirmrand, zu erkennen. Aber die Helligkeit wird äußerst angenehm dem Umgebungslicht angepasst und die Farbdarstellung wird dementsprechend angeglichen.
Liebe Monitor-Hersteller: warum kann das nicht jedes Gerät?

Acht Stunden arbeiten, sind an dem Bildschirm, ohne besondere Ermüdung, für mich problemlos möglich. Extrem angenehm ist, dass man zwei Programmfenster neben einander platzieren und dennoch jeweils fast ein DIN-A4 Blatt in Originalgröße darstellen kann.

Vergleich zwischen Monitorbild, in der Hälfte geteilt vs. DIN-A4 Blatt.

Das hätte ich zu Schulzeiten gut gebrauchen können.
Was mir weniger gut gefallen hat: Tippen auf der Tastatur verursacht – wenn der Schreibtisch nicht vollkommen starr ist – ein ganz leichtes Wippen des Monitors. Immerhin knarzt und quietscht er dabei nicht. Andere Geräte wippen natürlich auch, aber es wäre eben schön gewesen, wenn die Halterung vielleicht ein wenig steifer wäre. Grund zur Beschwerde gibt es aber auch hier wenig – man kann den Monitor mit einer Hand vor und zurück kippen – er verharrt sofort in der gewählten Position.
Außerdem bietet er eine mittig angebrachte VESA 100-Aufnahme. Wo wir schon beim größten Manko des Geräts sind. Warum nur musste das Kunststoff-Gehäuse an dieser Stelle bombiert sein? Wäre es einfach plan, könnte man eine VESA-Halterung anschrauben, ohne die Rückseite des Monitors etwas zu verspannen. Die Schrauben einer Halterung sind fest angezogen, bevor der Monitor ein Geräusch von sich gibt – aber „Function follows Form“ muss einfach nicht sein.

Fazit

Meine Augen sind sehr verwöhnt. Ich spiele meist an einem HDR10 zertifizierten OLED UHD-Fernseher und arbeite häufig an kalibrierten IPS-Bildschirmen. Ich habe mir, bevor ich den Bildschirm in Betrieb genommen habe, durchaus Sorgen gemacht, wie mein Fazit ausfallen würde.
BenQ hat einfach ganze Arbeit geleistet. Bei allen technischen Daten, Zertifikaten (HDR10, FreeSync, …), was BenQ gelungen ist – sie haben einen Monitor mit TN-Panel hergestellt, der nahezu wie ein IPS-Monitor in Erscheinung tritt; und das zu einem Preis, der für sehr viele Haushalte wirklich erschwinglich ist.

Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 13. September 16:59 möglich. 



Hinweis: BenQ Austria war so freundlich, uns für die Verlosung und für den Test jeweils einen BenQ EL2870U-Monitor zur Verfügung zu stellen.

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