Ghost Recon Wildlands – It’s boring to go alone!

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Ein südamerikanisches Land unter der Kontrolle eines Drogenkartells + eine US-Eliteeinheit, die das Kartell auflösen soll = bombastische Action für vier Spieler. So lautet die Gleichung von Ubisofts Anfang März erschienenem neuen Ableger der Ghost-Recon-Serie. Offen bleibt nur die Frage: Geht diese Gleichung auf?

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Mass Effect: Andromeda – ein Ryder macht noch keinen Shepard

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Ein halbes Jahrzehnt ist die Veröffentlichung von Mass Effect 3 – dem letzten Teil von BioWares Weltraum-Rollenspiel-Trilogie rund um Commander Shepard – bereits her. Letzte Woche erschien mit Mass Effect: Andromeda der erste Nachfolger mit einer neuen Galaxie, einem neuen Helden und neuen Spielmechaniken. Ein gelungener Neustart oder doch eher eine Bruchlandung?

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Mittendrin statt nur dabei – Oculus Rift im Einzeltest

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Von einem Moment auf den anderen ganz woanders sein – virtuelle Realität macht es möglich. Saß man eben noch in seiner Wohnung vor dem PC, befindet man sich plötzlich auf einem fremden Planeten, im Zeitalter der Dinosaurier, oder auf einer Reise durch die menschliche Blutbahn. Virtual Reality (VR) simuliert digital Umgebungen und lässt so seinen Benutzer in andere Welten eintauchen. 
Ein VR-Gerät der neuesten Generation ist die Oculus Rift. Das Online-Serviceportal VerbraucherWelt.de hat den virtuellen Ausflug unternommen und herausgefunden, wo die Stärken und Schwächen des Virtual-Reality-Sets liegen.

1. Was ist die Oculus Rift?

Beim Öffnen der schlicht designeten Verpackung fällt eines sofort auf: Der Hersteller setzt auf hochwertige Materialien und schlichte Eleganz. Der aufgeklappte Koffer gibt den Inhalt des Sets auf einen Blick preis.

Die Verpackung

Im Basispaket: Das Head Mounted Display, der Controller, die Fernbedienung, der Sensor und alle notwendigen Kabel

Zentrales Element ist das Head Mounted Display (HMD), das wie ein Helm auf den Kopf gesetzt wird. Um Position und Ausrichtung des HMD genau zu erkennen, liegt ein Sensor bei, der optisch sehr an ein Tischmikrofon erinnert. Die Bedienung des virtuellen Geschehens erfolgt über ein Gamepad – dem Paket liegt ein Xbox-One- Controller bei. Eine kleine Fernbedienung für die Steuerung grundlegender Funktionen komplettiert das Basispaket. Separat erhältlich sind das Oculus Touch – ein zweigeteilter Controller mit Positionserkennung – und Ohrhörer für das HMD.

Das Head Mounted Display

Das Head Mounted Display ist gewissermaßen das Tor in die virtuelle Welt. Zwei hochauflösende OLED-Bildschirme direkt vor den Augen stellen die digitale Umgebung optisch dar. Leistungsstarke Kopfhörer sorgen für den passenden 3D-Sound. Im Grunde unsichtbar, aber für das Eintauchen in die Virtual Reality essentiell sind darüber hinaus die zahllosen Sensoren im HMD. Sie ermitteln Position, Neigung und Bewegung des Kopfes und sorgen so dafür, dass sich der Benutzer tatsächlich in einer anderen Welt wähnt. Die Übertragung der Daten an den PC erfolgt über ein etwa vier Meter langes Kabel. Dadurch treten keine Verzögerungen auf, dennoch ist die Bewegungsfreiheit kaum eingeschränkt. Weil es hauptsächlich aus Kunststoff besteht, ist das HMD angenehm leicht (knapp 500 Gramm), wirkt aber trotzdem stabil und hochwertig. Eine Polsterung um den Gesichtsbereich verhindert, dass Licht von außen die Eindrücke aus den VR-Linsen stören. Über drei Klettverschlüsse wird das Head Mounted Display passgenau auf den Kopf des Trägers eingestellt.

Der Sensor

Ein Standfuß, ein kurzer Ständer und ein beweglicher zylindrischer Kopf – das sind die Bestandteile des Sensors für die Oculus Rift. Durch sein extrem schlichtes Design fällt das Gerät kaum auf, erfüllt seine Aufgabe jedoch tadellos. Über Infrarotstrahlen erfasst der Sensor die relative Position und Ausrichtung des Head Mounted Display und gibt seine Bewegungen über ein Kabel an den PC weiter. Ebenso wie das HMD macht der Sensor einen stabilen Eindruck. Der Fuß ist breit genug, um einen stabilen Stand zu gewährleisten, der Sensorkopf lässt sich leicht und stufenlos auf den VR-Helm ausrichten.

Die Fernbedienung

Die Fernbedienung

Die Fernbedienung: schlicht und zweckmäßig

Klein und von schlichter Eleganz ist die Fernbedienung, die der Oculus Rift beiliegt. Das schwarze Gerät ist leicht und liegt gut in der Hand. Auf der Oberseite befinden sich Knöpfe für die grundlegende Bedienung, zum Beispiel zum Einstellen der Lautstärke bei Filmen.

Ein Knopf ist für die Rückkehr ins Hauptmenü reserviert – das Prinzip ist vom Home-Button bei Smartphones bekannt. Für die Steuerung komplexer Spiele ist die Fernbedienung wegen ihrer wenigen Knöpfe nicht geeignet. Sie erfüllt stattdessen den Zweck eines leicht zu bedienenden Helfers bei der Steuerung des Menüs oder beim Ansehen von Videos.

Das Gamepad

Anders als die übrigen Bestandteile des Sets stammt das Gamepad von einem Drittanbieter. Der Controller von Microsoft ist Bestandteil der Spielekonsole Xbox One und weicht deshalb optisch leicht von den anderen Komponenten ab. Das Gerät besteht ebenfalls aus schwarzem, stabilem Kunststoff und ist kabellos mit einem Empfänger verbunden, der die Steuerbefehle an den PC weitergibt. Die bunten Knöpfe erleichtern zwar die Bedienung, passen jedoch nicht ganz zum restlichen Design der Oculus Rift. Allerdings ist auch beim Controller die Verarbeitung ausgesprochen hochwertig: Die Knöpfe reagieren spürbar, die Mini-Joysticks und die Schultertasten geben leicht und stufenlos der Bewegung der Finger nach.

Da das Gamepad ohne Kabel funktioniert, verweigert es den Dienst, wenn die Batterien (2xAA/Mignonzelle) leer sind. Allerdings wird der Benutzer rechtzeitig sowohl in der Oculus-Software als auch über eine blinkende Statusleuchte darauf aufmerksam gemacht, dass die Batterien bald schlapp machen. Das Gamepad kommt sowohl bei der Bedienung des Oculus-Hauptmenüs als auch bei Spielen zum Einsatz. Nutzer, die bereits Erfahrung mit der Xbox One haben, sollten sich mit dem Controller sofort zuhause fühlen, und auch alle anderen finden sich schnell mit dem Gamepad zurecht.

2. Einrichtung

Wer über seinen PC in die virtuelle Realität eintauchen will, braucht einen leistungsstarken Rechner. Die vom Hersteller angegebenen Systemvoraussetzungen haben es nämlich in sich. Vor allem die Grafikkarte bekommt einiges zu tun; mindestens vom Typ GTX 970 oder Radeon R9 sollte sie schon sein. Auch ein Prozessor mit mindestens zwei, besser jedoch vier Kernen und rund 3 Gigahertz Taktfrequenz sowie 8 Gigabyte RAM sind gefordert, um mit der Oculus Rift loslegen zu können. Nicht zuletzt benötigt das VR-Set eine Menge freier Anschlüsse: Das Head Mounted Display wird über einen USB-3.0-Port und einen HDMI- Anschluss mit dem PC verbunden, der Sensor benötigt einen weiteren USB-3.0-Steckplatz.

Anschlüsse

Drei freie USB-Ports und einen HDMI-Port sollte man für die Oculus Rift samt Controller einplanen.

Wer mehr als die minimalen Bedienungsmöglichkeiten nutzen möchte, sollte einen weiteren USB-Anschluss für den Xbox-Controller freihalten. Anstelle einer herkömmlichen Bedienungsanleitung liegt der Oculus Rift nur eine Internet- URL bei. Wenn man die aufruft, erhält man einen Link, über den man das Software-Paket fürdas VR-Gerät herunterladen kann. Ist das geschafft, führt das Installationsprogramm den Nutzer mit leicht verständlichen Anweisungen durch die weiteren Schritte, bis die Rift komplett eingerichtet ist. Dazu gehört die Überprüfung der verwendeten Anschlüsse – HMD und Sensor funktionieren nicht mit veralteten USB-Ports.

Wenn alle Kabel am richtigen Platz sind, setzt man das Head Mounted Display auf und stellt den VR-Helm richtig ein. Dabei hat man erstmals Berührung mit der virtuellen Realität: Ein schlichter Testraum stellt sicher, dass die Bewegungssensoren richtig funktionieren. Das ist ein spannendes Gefühl, aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf die nächsten Schritte in die digitale Welt.

Mehr Brennweite durch Minisensor: TELEOBJEKTIVE an der Nikon 1

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Vom ambitionierten Fotografen wird die Nikon-1-Serie wegen ihrer kleinen Bildsensoren oft belächelt. Die Winzsensoren haben aber einen großen Vorteil: Ihr Crop-Faktor 2,7 verwandelt jedes gewöhnliche Teleobjektiv in eine langbrennweitige Superlinse. Und damit sind sie als Zweitkamera auch für DSLR-Fotografen interessant.

Die Nikon-1-Serie

Die Kameras der Nikon-1-Serie sind spiegellose Systemkameras mit Bildsensoren im CX-Format. Ihr Sensor ist gerade einmal 13,2 x 8 Millimeter groß. Im Vergleich mit dem Vollformat ergibt sich dadurch ein Crop-Faktor von 2,7. Ein 100-Millimeter-Objektiv an der Nikon 1 hat also einen Bildwinkel, der einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 270 Millimetern entspricht. Wir haben für diesen Artikel mit der Nikon 1 J5 getestet, das Gehäuse kostet derzeit 340 Euro. Die Einstiegsmodelle der Nikon-1-Serie gibt es schon für rund 200 Euro. In einer ähnlichen Preislage befindet sich auch der Bajonettadapter FT1 (220 Euro) mit dem man Nikon DSLR-Objektive mit F-Bajonett an diese Kameras anschließen kann. Verglichen mit den Summen, die für echte Superteleobjektive aufgerufen werden, ist ein Zweit-Body dieser Klasse also ein echtes Schnäppchen. Vorhandene Objektivfunktionen wie Blendenübertragung und Autofokus bleiben dabei selbstverständlich erhalten. Einzige Einschränkung: Die Nikon 1 J5 verwendet zum automatischen Scharfstellen ausschließlich das mittlere AF-Messfeld.

Man verzichtet bei einer solchen Lösung auf Sensorfläche und gewinnt dabei Brennweite. Unter Normalbedingungen sind auch mit dem kleinen CX-Sensor gute Bildergebnisse möglich. Gravierendere Unterschiede sind bei schlechten Lichtbedingungen zu erwarten, wo ein kleiner Sensor Nachteile hat.

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Bei gleicher Brennweite wird der Bildausschnitt einer Aufnahme von der Größe des Sensors bestimmt. Das CX-Format erfasst nur einen vergleichsweise kleinen Bildwinkel, dadurch ergibt sich der starke Tele-Effekt.

 

Kameras und Kompatibilität

Die Nikon 1 J5 ist das neueste Modell aus der Nikon-1-Serie. Es handelt sich um eine sehr kompakte spiegellose Systemkamera. Ihre Auflösung ist mit 20 Megapixel in Relation zur Sensorfläche sehr hoch. Das Gehäuse ist kaum größer als eine Spielkarte und mit einem klappbaren Touch-Display und klassischen Bedienelementen ausgestattet. Die Nikon 1 J5 hat eine Fokuslupe, die beim präzisen manuellen Fokussieren sehr nützlich ist. Moderne Objektive muss man dafür auf den Fokusmodus M stellen. Mit der Fokuslupe lassen sich aber auch alte Objektive ohne elektrische Kontakte verwenden.

Miniaturisierung und Mechanik

aus c't Fotografie 5/2016
aus c’t Fotografie 5/2016

Die Bilder werden auf winzigen Micro-SD Karten gespeichert. Manchen mag diese Miniaturisierung zu weit gehen, denn das Handling ist fummelig. Wenn die Micro-SD versehentlich herunterfällt, kann dies ein dauerhafter Abschied sein, weil man sie nicht wiederfindet. Durch die kleinen Abmessungen und die leichte Bauweise ist in Verbindung mit schweren Teleobjektiven Vorsicht geboten. Laut Anleitung können Objektive über 380 Gramm das Kamera-Bajonett beschädigen. Wenn man schwere Teleobjektive adaptiert, sollte man die Kamera-Objektiv-Kombi also tunlichst nicht am Kameragehäuse, sondern am Objektiv tragen. Beim Einsatz eines Statives empfiehlt es sich, entweder eine Stativschelle direkt am Objektiv nutzen, oder die Stativbohrung des Adapters zu verwenden.

Geeignete Objektive

Über den Objektivadapter FT1 kann man zwar alle Objektive mit einem F-Bajonett mechanisch anschließen, eine Kompatibilität auch moderner Nikkore mit Nikon-1-Systemkameras ist dadurch aber noch nicht automatisch gegeben. Wie immer empfiehlt es sich, die Firmware seiner Kamera auf den neuesten Stand zu bringen. Bestimmte Kameramodelle wie die Nikon 1 V1 und J1 erkennen mit der ausgelieferten Original-Firmware den Adapter nämlich nicht.

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Diesem Schnappschuss vom Mond sieht man nicht an, dass er mit eher einfachen Mitteln entstanden ist. Die weit entfernten Mondkrater zeichnen sich sauber auf der Oberfläche ab.
AF-S VR 4/300mm | 300 mm (~KB 810mm) ISO 400 | F 7.1 | 1/88 s

Auf der deutschen Nikon-Webseite beschreibt der Hersteller im Support-Bereich (Artikel Verwendung des Bajonettadapters FT1 mit Nikon-1-Kameras) mit welchen Einschränkungen man zu rechnen hat. Die automatische Scharfstellung funktioniert generell nur mit AF-S-Objektiven. Kurios: Wer Aufnahmen mit einer Belichungszeit von über einer Sekunde erstellen möchte, kann das nur mit 1-Nikkor-Objektiven. Nikon hat für die hauseigenen Objektive eine Kompatibilitätsliste herausgegeben, die im erwähnten Support-Artikel auch verlinkt ist. Derzeit sind dort immerhin 91 Objektive als kompatibel zu Nikon-1-Kameras gelistet. Die Bandbreite reicht vom einfachen Standardzoom (AF-S DX 18-55mm f/3.5-5.6G VR II) bis zum teuren Supertele (AF-S 800mm f/5.6E FL ED VR).

Sonderfall Nikon 1 J5

Bei der von uns getesteten Nikon 1 J5 sind allerdings zusätzliche Einschränkungen zu beachten. Es gibt nämlich eine weitere Liste mit 29 Objektiven, die zwar generell mit Nikon-1- Kameras, aber eben nicht mit der Nikon 1 J5 zusammenarbeiten. Auf dieser Ausschlußliste sind vor allem sehr langbrennweitige und teils auch hochlichtstarke Objektive (z.ˇB. AFS 400mm f/2.8D IF-ED II). Das für ein Supertelezoom eher preiswerte AF-S 200-500mm f/5.6E ED VR (Straßenpreis 1400 Euro) ist auch auf der Liste vertreten. Wenn man es trotzdem anschließt, gibt es eine Fehlermeldung per Display.

Nicht gelistete Objektive

Es gibt eine Vielzahl weiterer Objektive, die in der Kompatibilitätsliste zwar nicht auftauchen, möglicherweise aber trotzdem mit Nikon-1-Kameras zusammenarbeiten. Dazu zählen beispielsweise alle Fremdhersteller- Objektive und Exoten, die sich nur über T2- Adapter an die Nikon-1 anschließen lassen. Wir haben zu Testzwecken per T2-Adapter ein Teleskop mit ED-Optik und 600 mm Brennweite an die Nikon 1 J5 angeschlossen. Diese Kombination ist durchaus sinnvoll nutzbar. Die manuelle Scharfstellung wird durch die Fokuslupe der Nikon 1 J5 unterstützt und die Belichtungsmessung findet mittig statt. Auch an einem manuellen Balgengerät mit Makrooptik zeigen sich keine Einschränkungen. Es lohnt sich also, nicht offiziell unterstützte Kombinationen zu testen. Unser Eindruck war, dass Objektive der Kamera konkret melden müssen, wenn sie nicht mit ihr zusammenarbeiten. Ansonsten scheint es zu funktionieren.

Bei Flugzeug-Aufnahmen macht sich die Brennweitenverlängerung durch den kleinen Sensor besonders bemerkbar
Bei Flugzeug-Aufnahmen macht sich die Brennweitenverlängerung durch den kleinen Sensor besonders bemerkbar

 

Die richtige Aufnahmetechnik

Das Fotografieren mit Supertele-Objektiven ist technisch sehr anspruchsvoll. Durch den extrem kleinen Bildwinkel ist die Gefahr eine Aufnahme versehentlich zu verwackeln groß. Gerade bei größeren Aufnahmedistanzen können Lufttrübungen die Qualität des Fotos spürbar beeinträchtigen. Für gute Bildergebnisse sollte man bei der Aufnahme entsprechende Sorgfalt walten lassen.

Fotografieren mit Stativ

Lange Brennweiten gehören auf ein Stativ. Das empfiehlt sich auch für die Nikon 1 J5 schon mit einem 300-mm-Teleobjektiv. Der Bildstabilisator im Objektiv arbeitet zwar erstaunlich effektiv, aber 810 mm kleinbildäquivalente Brennweite sind selbst bei ausreichend Licht eben nur schwer zu bändigen. Der aufgenommene Bildausschnitt ist so klein, dass es schwierig ist, die Kamera mit starker Telewirkung über ein kleines rückwärtiges Display freihändig auf Motive zu richten und den Bildausschnitt beizubehalten. Spätestens mit einem zusätzlichen Telekonverter konnten wir zum Test auf das Stativ nicht mehr verzichten.

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Nikon 1 J5 mit Nikkor AF-S 4/300mm und Telekonverter TC-14E III auf einem Stativ.

Neben einem soliden Stativ braucht man auch einen stabilen Stativkopf, der für lange Brennweiten geeignet ist. Den einfachen Kugelkopf sollte man zu Hause lassen, denn bereits beim Anziehen der Feststellschraube verändert sich die Ausrichtung. Bei kürzeren Brennweiten ist der Effekt vernachlässigbar, aber bei 800 mm ist selbst ein minimaler Versatz fatal. Die Kamera ist dann nicht mehr auf den gewünschten Bildausschnitt gerichtet und muss erneut ausgerichtet werden.

Kontrolliert und stressfrei fotografiert und filmt man mit einem Fluid Videoneiger. Gute Modelle sind ab 150 Euro zu haben und erlauben eine weiche ruckelfreie Bewegung. Dank der einstellbaren Friktion bleibt die Kamera nach dem Ausrichten auf das Motiv gerichtet. Wir haben mit dem Sirui VH-10 Fluid Videoneiger gearbeitet, der mit einem Straßenpreis von rund 200 Euro allerdings auch seinen Preis hat.

Fotografieren ohne Stativ

So sinnvoll ein Stativ auch ist, es geht zur Not auch ohne. Wer freihand arbeitet und die Kamera dabei gut abstützt, kommt auch so zu ordentlichen Bildergebnissen. Wir konnten mit etwas Übung und ruhiger Hand das 70-300mm AF-S Telezoom mit Bildstabilisator und kurzen Belichtungszeiten auch ohne einsetzen. Verglichen mit einem Stativ ist speziell am langen Brennweitenende natürlich mit einer höheren Ausschussquote durch Verwackeln zu rechnen.

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Mit der Kamera auf Augenhöhe misslingen viele Teleaufnahmen, weil die Kamera nicht einmal ruhig genug gehalten werden kann, um das Motiv im Sucher zu behalten.
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Auf eine Hand gelegt vor dem Bauch ist die Kamera ruhiger zu halten. Die Trefferquote steigt etwas, auch wenn diese Haltung nicht vollkommen stabil ist.
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Am besten stützt man die Hand mit der Kamera an einem festen Gegenstand ab. So gelingen Fotos ohne Verwackeln und man kann das Motiv besser im Sucher behalten.

Selbstauslöser mit Vorlaufzeit

Beim Fotografieren von einem stabilen Stativ wird der Bildstabilisator ausgeschaltet. Bei starker Telewirkung ist es sinnvoll, zwischen dem Druck auf den Auslöser und der eigentlichen Belichtung einige Sekunden verstreichen zu lassen, damit Schwingungen, hervorgerufen durch die Berührung, abklingen. An der Nikon 1 J5 kann man einen Selbstauslöser entsprechend programmieren. Nervig: Die Einstellung bleibt immer nur für ein Bild erhalten. Hier könnte Nikon nachbessern. Alternativ kann man die Kamera mit Nikons App Wireless Mobile Utility drahtlos über ein Smartphone auslösen. Sie ist kostenlos bei iTunes für Apple und im Google Play Store für Android zu erhalten. Die universelle drahtlose IF-Fernbedienung Nikon ML-L3 funktioniert leider nicht mit der Nikon 1 J5.

Sinnvolle ISO-Bereiche

Die Empfindlichkeitseinstellung der Nikon 1 J5 beginnt bei ISO 160 und endet bei ISO 12800. In der Praxis liefert der kleine 20 Megapixel Sensor bis ISO 400 eine überraschend gute Bildqualität. Sogar mit ISO 800 gelingen ordentliche Bilder, wenn man sie nicht unterbelichtet. Alles darüber hinaus ist mit Abstrichen verbunden. ISO 400 ist allerdings schon empfindlich genug, um bei Tageslicht mit kurzen Belichtungszeiten zu fotografieren.

 

Fazit

Kleine Kamera statt langer Linse: Mit einer Nikon 1 kann man jedes Teleobjektiv in ein Supertele verwandeln. Durch ihr geringes Gewicht und die überschaubaren Kosten spricht vieles für ein Nikon-1-Zweitgehäuse. Wer von einer DSLR umsteigt, muss aber verschiedene Einschränkungen akzeptieren.

Die Bildqualität des kleinen Sensors ist natürlich nicht auf dem Niveau größerer Sensoren. Unseres Erachtens ist der Unterschied bei normalen und mittleren Empfindlichkeiten aber vernachlässigbar gering. Beim Handling kann es je nach Aufnahmesituation gravierendere Einschränkungen geben. Die Dunkelpause des Displays nach einer Aufnahme ist zu lang, um sich bewegende Objekte wie landende Flugzeuge oder fliegende Vögel bei einer Aufnahmeserie sicher verfolgen zu können. Eine DSLR ist einer Nikon 1 J5 in solchen Fällen immer haushoch überlegen.

Der Autofokus der Nikon 1 J5 nutzt mit dem Adapter FT1 und DSRL-Objektiven zudem nur das mittlere Messfeld. In den meisten Aufnahmesituationen reicht das, bei außermittigen Motiven kann diese Einschränkung gelegentlich stören. Bei langen Brennweiten ist der Autofokus ohnehin viel zu träge, um sich rasch bewegende Motive im Nahbereich sicher einzufangen. Wir scheiterten beispielsweise daran, ein auf die Kamera zuspringendes Eichhörnchen scharf abzulichten. Schwaches Licht bringt den Autofokus ebenfalls an Grenzen.

Es hängt also von den Motiven ab, ob man mit den Teleobjektiven an der Nikon 1 erfolgreich arbeiten kann oder nicht. Wenn man die Einschränkungen des Systems berücksichtigt, dann kann man gute Bild ergebnisse erzielen. Wir konnten bei unserem Praxistest in der Natur, am Flughafen und am nächtlichen Sternenhimmel schöne Fotos schießen. Jedes dieser Bilder wäre mit einer Vollformat-DSLR und einem gewichtigen Supertele möglicherweise noch etwas besser geworden. Aber wie heißt es so schön: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.

Der Beitrag stammt aus der aktuellen Ausgabe der c’t Fotografie 5/2016

Sprit sparen mit zwei Tricks

Steuern, Versicherung und Benzin – wer einen PKW besitzt, hat laufende Kosten. Und die können Autofahrer bisweilen in den Wahnsinn treiben. Denn wenn zusätzlich zu den einkalkulierten Ausgaben plötzlich noch eine Reparatur fällig wird, ist das Auto eine echte Belastung für den Geldbeutel. Aber deshalb gleich ganz auf den fahrbaren Untersatz verzichten? Niemals! Es gibt da nämlich ein paar Tricks, wie Autofahrer ordentlich sparen: Fahrgemeinschaften bilden und das richtige Timing fürs Tanken.

super-1408490_1920_v2Bild: An der Zapfsäule lässt sich viel Geld sparen

An der Tankstelle wird man am häufigsten mit den Kosten für den eigenen Wagen konfrontiert. Denn spätestens an der Kasse zeigt sich, wie hoch der Preis für die Fahrt mit dem PKW ist. Wer beim Autofahren Spritkosten einsparen will, bildet Fahrgemeinschaften, denn zusammen fahren spart Geld. Je mehr Leute man dabei mitnimmt, desto günstiger wird es – man muss lediglich die Reisekosten gerecht auf alle verteilen. Transparenz schaffen sich Fahrgemeinschaften am einfachsten, wenn sie einen Spritrechner benutzen, um ihre Benzinkosten zu berechnen.

Rechnen zahlt sich aus

euro-635802_1920Dass man auf diese Weise viel Geld spart, zeigt folgendes Rechenbeispiel: Eine einfache Fahrt von Wien nach München kostet bei durchschnittlichem Spritverbrauch (gerechnet mit 6/100km) und Benzinkosten (gerechnet mit 1,20 Euro/Liter) etwa 31,32 Euro. Fährt man zu dritt, sind es pro Person nur noch 10,44 Euro. Damit spart man sich also mehr als 20 Euro pro Fahrt. Nicht selten wird aber bei gemeinschaftlichen Fahrten um den anteilsmäßigen Preis nachverhandelt. Wer lästiges Feilschen im Fahrgastraum vermeiden will, sorgt für Klarheit und wird bereits vor Fahrtantritt die anfallenden Kosten mit einem Spritrechner kalkulieren und offenlegen. So bleibt die Autofahrt locker und entspannt.

Damit Sie schon im Vorfeld einen Spritkostenrechner verlässlich bedienen können, müssen Sie auf die genauen Benzinpreise zugreifen. Die konkreten Kraftstoffpreise für das gesamte Bundesgebiet erfahren deutsche Autofahrer auf der Internetseite vom ADAC. Österreicher können ebenfalls zu jedem Zeitpunkt die aktuellen Spritpreisen beziehen. Auf der Website des ÖAMTC werden die entsprechenden Preise für ganz Österreich zur Verfügung gestellt.

Zur richtigen Zeit tanken

traffic-sign-6732_1280Wem das an Sparsamkeit noch nicht reicht, der kann sein Sparverhalten noch perfektionieren und tankt nur dann, wenn die Preise günstig sind. Denn über den Tag verteilt variieren die Benzinpreise in Deutschland enorm. Aber wann ist die richtige Zeit, um beim Tanken zu sparen? Die Antwort lautet: Tanken ist gegen 18 Uhr am günstigsten. Danach steigen die Preise bis etwa 23 Uhr relativ stark an und bleiben auf diesem Preisniveau bis etwa 5 Uhr in der Früh. Anschließend fallen die Preise wieder langsam bis 18 Uhr am Folgetag. Das gab das Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung e.V. im Mai 2016, im Rahmen seines Benzinpreisspiegels, bekannt.

Besucher aus Österreich sollten sich der Preisschwankungen bewusst sein, wenn sie die Nachbarn in Deutschland besuchen. Generell ist das Benzin in der Alpenrepublik aber ohnehin viel günstiger, so dass Österreicher noch mal in der Heimat volltanken sollten.

Österreich hat Transparenz

Noch vor einigen Jahren haben auch in Österreich die Spritpreise über den Tag verteilt enorm variiert, so dass die Verbraucher den Überblick verloren haben. Beginnend mit dem Jahr 2011 hat der Gesetzgeber in Österreich dem Ganzen einen Riegel vorgeschoben und eine Spritpreisverordnung eingeführt. Eine Preiserhöhung ist seitdem an jedem Tag nur um 12 Uhr am Mittag zulässig, wohingegen Preissenkungen jederzeit vorgenommen werden dürfen. Damit ist für Verbraucher zumindest in Sachen Preiserhöhungen Transparenz geschaffen. Das Gesetz ist aber nur noch bis Ende 2016 gültig.

Was danach kommt, wird sich zeigen. Insgesamt handelt es sich bei der Spritpreisverordnung um ein Konzept, das vernünftig ist und auch für Deutschland wünschenswert wäre. Wer das ganze Jahr beim Sparen mit dem PKW konsequent ist, der kann unter Umständen bis zum Jahresende so viel auf die Seite gelegt haben, dass es für einen kleinen Urlaub reicht. Vorausgesetzt das gesparte Geld kommt ins Sparschweinchen und wird nicht für Snacks an der Tankstelle verbraten – aber das kommt ja für clevere Autofahrer sowieso nicht in Frage.

Der Autor dieses Gast-Beitrages ist Adriano Gomez-Bantel, M.A., Betreiber von spritrechner.biz