Xiaomi Mi 9T im Test

2019 ist das Jahr, in dem Smartphone-Designs wieder spannend werden. Um das gehypte „bezel-less“ Display zu bewerkstelligen, greifen die Hersteller tief in die Technologie-Trickkiste. Chinas Elektronik-Gigant Xiaomi, immerhin weltweit die Nr. 4 am Smartphone-Markt, hat soeben das Mi 9T auf den europäischen Markt losgelassen (international: Redmi K20). Mit einem nahezu rahmenlosem Design – dank Pop-Up Selfie-Cam – samt AMOLED-Display und einem Triple-Kamera-System zu einem äußerst konkurrenzfähigen Preis will man Technikbegeisterte überzeugen. 

> Zur Gewinnchance <

Lieferumfang

In der handlichen, ausnahmsweise schwarzen, Box findet man die Standard-Ausstattung eines Smartphones im Jahr 2019. Große (oder kleine) Überraschungen gibt es leider keine.

  • Xiaomi Mi 9T 64GB Smartphone
  • 18W-Fastcharger Ladegerät
  • USB-C / USB-A-Kabel
  • SIM-Tool
  • mattschwarze Schutzhülle

Kopfhörer sucht man hier vergeblich. Das ist allerdings bei einem derzeitigen Verkaufspreis (Stand: 10. Juli)  von rund 350€ absolut verkraftbar.

Design und Verarbeitung

Wie bei praktisch allen aktuellen Smartphones kommt auch beim Mi 9T einen Material-Mix aus Glas und Metall zum Einsatz. Konkret heißt das: Ein Gorilla Glass 5-Display ist in einen Metall-Rahmen eingelassen. Die gesamte Verarbeitung wirkt tadellos und kann sich problemlos mit der teuren „Premium“-Konkurrenz messen.

Das Testmodell in schwarz (carbon black) ist die schlichteste Variante des Mi 9T, auch wenn die roten Farbakzente bei der Kamera und dem Power-Button etwas an „Gaming-Hardware“ erinnern. Wem schwarz nicht so zusagt, der kann auch zu den Farben rot (flame red) und blau (glacier blue) greifen. Schön zu sehen ist dabei, dass sich Xiaomi auch in der Design-Sprache immer mehr vom großen Vorbild Apple distanziert.

Was bei vielen hochpreisigen, selbsternannten Premium-Modellen zumeist fehlt: der Kopfhörer-Anschluss. Xiaomi macht hier (glücklicherweise) nicht mit und legt noch eine praktische, mattschwarze Schützhülle obendrauf. Diese ist auch im Alltag notwendig, denn das Mi 9T rutscht gerne aufgrund des Materials (-> Glas) und des Gewichts (-> 191g) gerne aus der Hand, der Hosentasche oder vom Tisch.

So lobenswert die Beigabe einer Schutzhülle ist, so ärgerlich ist der Gebrauch im Alltag. Nutzt man die Gestennavigation von Xiaomi (MIUI 10, Android 9 „Pie“) reibt der Daumen unangenehm am scharfen Rand der Hülle bei allen Zurück-Wischgesten, die vom Seitenrand des Displays ausgelöst werden. Und das zig-mal am Tag. Hier sollte man nach einer alternativen Hülle Ausschau halten.

Die Druckpunkte der seitlichen Buttons sind – mit oder ohne Schutzhülle – knackig und bieten eigentlich keine Kritikpunkte. Dafür aber leider der Sound, der nur mono tönt und auf der Unterseite angebracht ist, was ein Verdecken des Lautsprechers sehr leicht macht.

Detaillierte Spezifikationen

Betriebssystem Android 9.0
Display 6.39″, 2340×1080 Pixel,

16 Mio. Farben, AMOLED, kapazitiver Touchscreen,

Gorilla-Glas 5, HDR (HDR10)

Kamera hinten 48.0MP, f/​1.75, Kontrast-AF, Phasenvergleich-AF,

Dual-LED-Blitz, Videos @2160p/​30fps, Videos @1080p/​960fps (Kamera 1);

13.0MP, f/​2.4, Weitwinkelobjektiv (Kamera 2);

8.0MP, f/​2.4, Teleobjektiv (Kamera 3)

Kamera vorne 20.0MP, f/​2.2, ausfahrbar, Videos @1080p/​30fps
Schnittstellen USB-C 2.0 (OTG), 3.5mm-Klinke, WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac,

Bluetooth 5.0 (aptX HD), NFC

Sensoren Beschleunigungssensor, Gyroskop,

Annäherungssensor, Lichtsensor, Kompass,

Fingerabdrucksensor (Display)

SoC Qualcomm SM7150-AA

Snapdragon 730, 64bit

CPU 2x 2.20GHz Kryo 470 Gold

+ 6x 1.70GHz Kryo 470 Silver

GPU Adreno 618
RAM 6GB
Speicher 64GB
Navigation A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Modem GSM (0.2Mbps/​0.1Mbps), UMTS, LTE
Frequenzbänder 2G (850/​900/​1800/

1900), 3G (B1/​B2/​B4/​

B5/​B8),

4G (B1/​B2/​B3/​B4/​B5/​

B7/​B8/​B20/​B28/​B38/​B40)

Netzstandards GPRS, EDGE, HSDPA,

HSUPA, HSPA+, LTE-A

Akku 4000mAh, fest verbaut
Ladeleistung 18W
SAR-Wert 1.341W/​kg Kopf, 1.511W/​kg Körper
Gehäuseform Barren
Gehäusematerial Glas (Rückseite),

Metall (Rahmen)

Farbe schwarz
Abmessungen 156.7×74.3×8.8mm
Gewicht 191g
SIM-Formfaktor Nano-SIM
Gelistet seit

Display

Wenn man den niedrigen Preispunkt bedenkt, ist man verblüfft, was Xiaomi hier bietet: Das 6,39″-AMOLED-Display (FHD+) ist dank HDR-Unterstützung leuchtstark und verleiht dem Gerät eine sagenhafte screen-to-body Ratio von 91,2 Prozent. Da lässt es sich leicht verschmerzen, dass der untere Rand marginal größer ist als der obere.

Gerade beim Betrachten von Videos kann das Display seine Stärken ausspielen, nicht zuletzt durch das Fehlen von jeglichen Kamera-Aussparungen. Verbringt man ein paar Tage mit diesem Display verursacht die Rückkehr zu Displays mit Notch o.ä. fast körperliche Schmerzen. (Ja, ich meine dich, liebes iPhone)

Nur die automatische Steuerung der Displayhelligkeit hat im alltäglichen Gebrauch etwas genervt, da diese zu oft zu stark nachregelt.

Software, Features und Performance

Xiaomi hat für seine Smartphones eine eigene Oberfläche geschaffen, MIUI. Diese Oberfläche weist starke Anpassungen zu „Stock-Android“ auf und erinnert manchmal auch an Apples iOS-Betriebssystem. Gerade deswegen macht es aber auch durchaus Spaß sich mit der Software und den zahlreichen Zusatzfeatures zu beschäftigen. Und auch hier spart Xiaomi nicht, es gibt allerhand nützliche Tools, die gut funktionieren, schön anzusehen sind, aber auch flüssig und stabil funktionieren.

Performance im Alltag

Obwohl im Mi 9T nur ein Snapdragon 730 steckt und damit kein aktueller Top-Prozessor, ist das im Alltag kaum zu spüren. MIUI läuft durchgehend flüssig, Apps starten schnell und schöne Animationen gibt es auch. Sehr selten gibt es kleine Mikroruckler, die aber nicht stören und bei Android-Geräten fast immer auftreten. Auch der optische Fingerabdruck-Scanner im Display ist sehr zuverlässig und schnell.

Auch die Akkuleistung war im Test mehr als ausreichend um zumindest über einen Tag zu kommen – keine Selbstverständlichkeit, wenn man ein Gerät auf Herz und Nieren testet.

Performance bei Gaming

Das große 6,39″ OLED-Display lädt natürlich auch zum Gaming ein. Auch mit der Mittelklasse-CPU lassen sich aktuelle, grafikintensive Games problemlos spielen. Kleine Framerate-Einbrüche gab es zwar gelegentlich bei „Shadowgun Legends“, aber es war zu keinem Zeitpunkt unspielbar. Was eher auffallend war, ist die hohe Hitzeentwicklung des Displays während einer 20-minütigen Spiele-Session.

Dafür bietet Xiaomi eigene Optimierungsmöglichkeiten und Profile für Spiele, sowie nützliche Tools während des Spielens:

Und wer unbedingt z.B. preisevergleichen will während einer Gaming-Session, für den hat Xiaomi sogar einen eigenen Fenstermodus für gleichzeitiges Internetsurfen eingebaut ;)

Kamera

Das Highlight des Mi 9T ist zweifellos die Pop-Up-Kamera, die das rahmenlose Design überhaupt erst ermöglicht. Fährt die kleine Kamera zum ersten Mal aus dem Gehäuse heraus, gibt es einen netten Soundeffekt und ein rotes Aufleuchten. Und natürlich ein innerliches „Wow“. Erfreulicherweise lassen sich die Soundeffekte ändern oder gänzlich deaktivieren. Das Surren des Motors beim Heraus- bzw. Herunterfahren der Kamera ist hörbar, aber leise genug um nicht zu stören. Auf der Oberseite des Pop-Up-Moduls befindet sich noch eine zusätzliche LED, die bei Benachrichtigungen aufleuchtet – leider nur in dunklen Räumen wirklich sichtbar, trotzdem eine nette Idee.

Der 20MP-Sensor (f2.2) der Pop-Up-Kamera kann aber nicht nur durch die einzigartige Mechanik beeindrucken, sondern auch gute (keine großartigen) Selfies schießen mit allen neumodischen Gimmicks, wie Porträt-Modus, Beauty-Effekte aber auch Studiobelichtung, etc.

Dass ein Motor nur eine begrenzte Lebensdauer hat und durch die beweglichen Teile auch wohl anfälliger für Schäden ist, sollte einen nicht überraschen. Angaben zur Haltbarkeit gibt es viele, meist wird von 100x/Tag für 5-6 Jahre gesprochen. Diese Angaben ergeben sich aber aus automatisierten Tests und haben nur begrenzte Aussagekraft in der Realität. Langzeit-Tests gibt es schlichtweg noch nicht. Erfreulicherweise sorgen interne Sensoren dafür, dass zumindest beim Herunterfallen des Smartphones die Pop-Up-Kamera automatisch wieder einfährt um größere Schäden zu verhindern.

Das Triple-Kamerasystem auf der Rückseite weiß durch Vielseitigkeit und Featurevielfalt zu gefallen. Zwar ist leider bei keinem der hinteren drei Sensoren eine optische Bildstabilisierung vorhanden, was sich auch manchmal bei schlechteren Lichtverhältnissen oder unruhigen Händen mit leicht unscharfen Aufnahmen bemerkbar macht. Trotzdem kann man tolle Fotos schießen. Vor allen die Weitwinkelkamera ermöglicht tolle Aufnahmen.

Wer bei schlechten Lichtverhältnissen Bilder schießen will, dem bietet das Mi 9T auch einen Nachtmodus, der der Konkurrenz etwas hinterherhinkt aber trotzdem in einigen Situationen hilfreich sein kann.

Aber auch bei den Videofunktionen liefert Xiaomi ab, alle gängigen, modernen Features sind vorhanden, wie z.B. 960fps-Slow Motion.

Hier noch einige Testfotos, mit Weitwinkel, im 48MP-Kameramodus und Porträtaufnahmen mit Bokeh:

Fazit

Xiaomi hat schon letztes Jahr mit dem Pocophone F1 einen Preiskracher auf den Markt gebracht. Mit dem Mi 9T gelingt dieses Kunststück wieder. Dieses Mal wirkt das Gesamtpaket noch runder und kann dank Top-Verarbeitung, beeindruckendem Display (inklusive quasi rahmenlosem Design) und der Pop-Up-Kamera auftrumpfen. Immerhin ist auch die Triple-Kamera in vielen Situationen überzeugend, auch wenn man manchmal die optische Bildstabilisierung vermisst oder die Kamera-Software etwas zu viel „nachhilft“

Macht das Mi 9T also alles richtig? Für den Preis von rund 350€, lautet die Antwort eindeutig „Ja“. Aber klarerweise kann auch Xiaomi nicht zaubern und es gibt dann doch einige Punkte, bei denen der Sparstift angesetzt werden musste. So gibt es kein Wireless Charging, keine IP-Zertifizierung, nur mittelmäßigen Mono-Sound und keine Möglichkeit den Speicher mittels Speicherkarten zu erweitern. Außerdem wird sich wohl nicht jeder mit MIUI, Xiaomis eigener Android-Skin, anfreunden können, auch wenn die Software prinzipiell alles bietet, was ein Smartphone aktuell braucht. Wer auf diese Features verzichten kann und mit einem relativ großem Gerät keine Probleme hat, bekommt mit dem Xiaomi Mi 9T den wahren Preis-/Leistungskönig 2019.

Gewinnchance

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, der kann ein Xiaomi Mi 9T gewinnen. Die Teilnahmebedingungen sind sehr simpel: Name und E-Mail-Adresse unten in das Formularfeld eintragen – that’s it! Wir ziehen am 31. Juli per Zufallsgenerator eine/n Gewinner/in und löschen dann auch alle Kontaktdaten. Die Teilnahme ist bis zum 30. Juli 16:59 möglich. Viel Glück!


Angebote für das Xiaomi Mi 9T



Hinweis: Tekpoint war so freundlich, uns für die Verlosung und für den Test zwei Xiaomi Mi 9T zur Verfügung zu stellen.


Teilnahmebedingungen

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Eufy RoboVac 30C im Test

„Eufy, wer?“ werden sich die meisten von euch denken. Der Hersteller von smarten Haushaltsgeräten und Teil der bekannten „Anker“-Familie ist hierzulande noch nicht sonderlich geläufig. Das könnte sich rasch ändern, nachdem man eines ihrer Produkte verwenden durfte. Im konkreten Fall ist es der Saugroboter RoboVac 30C, der viele Features für wenig Geld bietet.

Ich beginne die Rezension mit einem Geständnis: Das ist mein erster Saugroboter. Entsprechend schildere ich die gesammelte Erfahrung nicht aus der Sicht eines versierten Saugroboter-Produktesters, sondern aus der Sicht eines Erstnutzers, der noch wenige Anforderungen an dieses Segment setzt. Lange schon habe ich mit dem Gedanken gespielt, mir einen Saugroboter zuzulegen. Warum?

1. Weil ich Elektronikspielzeug mag.

2. Weil ich faul bin. UND

3. Weil ich einen Hund und eine Katze zu Hause habe. Darf ich vorstellen?

Die Gegner Der Held
Mulan, 12 Jahre alt, haart ohne Ende. Ted, 13 Jahre alt, haart ohne Ende. Khoa, 39 Jahre alt, faul ohne Ende. Eufy RoboVac 30C, 0 Jahre alt, voller Tatendrang.

Was kann der Eufy RoboVac 30C, der mir in der Theorie das Leben erleichtern soll?

– 3 Punktreinigung

– 1.500 Pa Saugleistung

– Meistert 1,6 cm Höhenunterschied

– Bis zu 100 Minuten Laufzeit

– Smart mittels Wi-Fi, Amazon Alexa und Google Assistant

Lieferumfang

Beim Auspacken des technischen Helfers stößt man auf die üblichen Verdächtigen: Saugroboter, Ladestation, Fernbedienung, Netzgerät, Bedienungsanleitung und viel nützliches Zubehör.

Nun bin ich niemand, der sich lange mit Bedienungsanleitung und Features beschäftigt, sondern ich will sofort starten. Um den RoboVac 30C zu aktivieren muss man sich die EufyHome App runterladen und den Saugroboter mit dem WLAN-Heimnetzwerk verbinden. Die App kann man dann für das gewünschte Saugprogramm konfigurieren oder einfach als zusätzliche Fernbedienung nutzen. Die LED-Anzeige auf der Oberseite zeigt die Verbindung zum Netzwerk und den Ladestatus an.

Im Betrieb

Nachdem der RoboVac 30C in der Basisstation voll aufgeladen wurde (was beim allerersten Mal zweieinhalb Stunden gedauert hat), habe ich einen ersten verwegenen Versuch gestartet und habe das 30 Minuten Schnellreinigungsprogramm aktiviert. Angeblich ideal für einen einzelnen Raum.

Gespannt beobachte ich wie sich der RoboVac 30C wie von Geisterhand in Bewegung setzt und dabei seine Außenbürsten nach innen rotieren lässt. Und dann schon das erste Hindernis. Was wird passieren? Tatsächlich stoppt er rund 10cm davor ab und macht eine 90° Biegung. In rund 2 Metern ist das nächste Objekt im Weg, ein Sessel. „Klonk“ macht es und er fährt ganz leicht dagegen. Dann aber biegt er wieder ab und diese zwei Situationen wiederholen sich unzählige Male in den nächsten 30 Minuten. Zufrieden setze ich mich vor meinen Schreibtisch und erfreue mich an der Arbeit anderer. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit wird es plötzlich leise, weil RoboVac 30C das Saugen und Kehren deaktiviert und gemächlich zu seiner Ladestation zurückfährt. Was für ein Anblick. Ich kann es mir nicht erklären warum. Aber das fühlt sich so gut an.

Was sich aber dann noch besser anfühlt ist der Boden. Dieser fühlt sich tatsächlich richtig sauber an. Ich bin zu Hause nämlich immer barfuß unterwegs. Nein, denke ich mir. Das ist vermutlich nur zufällig an dieser Stelle. Ich laufe also ganz skeptisch durch das ganze Zimmer und freue mich jede Sekunde immer mehr. Das Zimmer ist sauber und ich habe so gut wie nichts gemacht. What a time to be alive!

„Aber“, denke ich mir, „Mulan war nicht zu Hause und Ted war im Garten“. Morgen werde ich das Automatic-Programm testen und die zwei Mitbewohner dabei mit Argusaugen beobachten. Der nächste Tag bricht an, der RoboVac 30C ist voll aufgeladen und ich starte das rund 100 Minuten lange Programm, welches intelligenter arbeiten soll. Mulan liegt auf der Couch und Ted befindet sich im anderen Raum. RoboVac 30C fährt los. Mulan stellt die Ohren auf und richtet ihren „Was-zum-Henker“-Blick auf den potenziellen Feind. Mulan springt von der Couch und geht schnurstracks zum Saugroboter. Dabei tippt sie ihn leicht mit der Nase an und bellt zweimal. „Blöd, genau das was ich mir erwartet habe“ geht es durch meinen Kopf. Doch plötzlich wendet sich Mulan ab und legt sich wieder auf die Couch. Das kann doch nicht sein. Erwartet habe ich mir ein Gemetzel. Genauer gesagt, dass Mulan den neuen Widersacher lauthals zerstören wird und ich den Test damit beenden kann. Und schon wieder bin ich positiv überrascht. In der Zwischenzeit ist Ted nicht zu sehen. Vielleicht versteckt er sich irgendwo. Ich gehe also in das Schlafzimmer und sehe wie er gemütlich am Boden liegt. Nichts davon hat ihn berührt. Oder hat er es gar nicht mitbekommen. Mit beiden Varianten kann ich sehr gut leben.

RoboVac 30C setzt unbekümmert seine Arbeit fort. Ab und an bleibt er bei einzelnen Hindernissen hängen, wo ich ihn aus der Situation befreien muss. Jedoch handelte es sich immer um Gegenstände die man leicht versetzen kann, wie Kabeln oder eine höhere Fussmatte. In der Zwischenzeit hat Ted den Saugroboter entdeckt und geht ganz gemütlich an ihm vorbei. Was für eine abgebrühte Fellschleuder. Auch Mulan hat den RoboVac 30C scheinbar schnell akzeptiert, indem sie ihm einfach nur aus dem Weg geht. Ohne Bellen, Knurren oder Beissattacke.

Nach rund 90 Minuten, ganze 100 Minuten waren es nicht, fährt der Sauger an seinen angestammten Platz zurück und ich starte mein haptisches Testprogramm, indem ich wieder barfuß durch die gesamte Wohnung laufe. Oh Gott, es fühlt sich überall sauber an. Aber sauberer als mit meinem Standardstaubsauger? Ich will es irgendwie nicht glauben, aber es ist scheinbar so. Ich werfe einen Blick unter das Bett. Eine der schwer erreichbaren Stellen, die deswegen auch nur alle paar Male bearbeitet werden. Und selbst da, blitzblank.

Über die nächsten zwei Wochen habe ich die Wohnung so optimiert, dass der RoboVac 30C nun ohne Probleme den gesamten Wohnbereich durchfahren kann. Das alles ist viel einfacher als es klingt. Lose Kabeln versetzen oder Aufrollen. No-Go-Zonen mit dem mitgelieferten Magnetband definieren. Fussmatte kurzzeitig höher platzieren. Man muss nur nach jedem Durchgang den kleinen Schmutzbehälter entleeren. Was aber einen „Arbeitsaufwand“ von 30 Sekunden bedeutet.

Es gäbe noch einige Features auf die ich gar nicht eingehen will, da diese meiner Meinung nach nicht essentiell sind und mehr den individuellen Anforderungen entsprechen wie punktuelles Reinigen, Wochenprogramme, Kantenreinigung, Stimmensteuerung usw.

Fazit

Selbstverständlich muss man in regelmäßigen Abständen einzelne Komponenten reinigen. Und selbstverständlich muss man ein paar Dinge in der Wohnung zurechtrücken, damit der RoboVac 30C von Eufy sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Jedoch ist die Gegenleistung fast unbezahlbar. Er arbeitet. Ich kaum. Und die Wohnung ist noch sauberer als je zuvor. Und das für unter 300 Euro. Für dieses Preis-Leistungs-Verhältnis vergebe ich 5 von 5 Sternen.

Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 11. Juli 16:59 möglich. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!


Hinweis: Eufy war so freundlich, uns für die Verlosung und für den Test drei RoboVac 30C zur Verfügung zu stellen.

Eiszeit im Sommer? Die Unold Gusto im Test!

 

Wie Jim Jarmuschs Protagonisten Jack, Zack und Roberto in „Down by Law“ schon vollkommen zurecht forderten: „I Scream, You Scream, We All Scream for Ice Cream!“ Zwar sitze ich, anders als die drei Herren, Gott sein Dank nicht im Gefängnis, das Verlangen nach erfrischender Eiscreme teile ich aber mit ihnen. Also Sonnenbrille auf, in die Birkenstocks reingeschlüpft und auf zum Eissalon: Schokolade, Haselnuss, Vanille oder Exoten wie Kürbiskern, Lemon-Pie und Matcha? Auf Grund des Überangebots fällt die Entscheidung schwer. Zum ersten Mal fantasiere ich von einer eigenen Eismaschine mit der ich nach Lust und Laune Geschmacksrichtungen kreieren kann und dabei auch noch den Überblick über die verwendeten Zutaten behalte. Nach eigenem Ermessen auf Bio-Produkte, regionale Lebensmittel und frische Früchte zurückgreifen – ein Traum! Ich lasse also auf Träume Taten folgen und besorge mir die Eismaschine „Unold 48845 Gusto“. Ob sich die Anschaffung gelohnt hat und wie die selbstgemachte Eigenkreation schmeckt, könnt ihr im folgenden Test erfahren.

Das Gerät

Für den Eismaschinen Produkttest habe ich mich für die „Unold Gusto“, eine hochwertige Eismaschine im oberen Preissegment, entschieden. Auf Grund des gehobenen Preises erwarte ich mir von dem Gerät vor allem, dass die Konsistenz des Eises stimmt – nur nicht zu flüssig und auch nicht allzu fest, soll meine selbstgemachte Eiscreme werden. Für den Test habe ich mir vorgenommen den Klassiker unter den Fruchteissorten herzustellen: Erdbeereis! Besonders gespannt bin ich darauf, ob es geschmacklich große Unterschiede zu dem Fruchteis aus dem Eissalon geben wird und ob man die Verwendung frischer Erdbeeren herausschmecken kann.

Bevor es aber losgeht, noch produktspezifische Angaben zur Eismaschine: Der vollautomatische, selbstkühlende Kompressor mit Edelstahlgehäuse sorgt für kontinuierlicher Kälteerzeugung von bis zu -35°C. Dadurch ist auch das zeitintensive und lästige Vorfrieren eines Behälters im Gefrierschrank nicht nötig. Das verkürzt den ganzen, ohnehin schon längeren Prozess erheblich. Des Weiteren befindet sich an der Oberseite der Eismaschine ein Bedienfeld mit digitaler Anzeige, der man Temperatur, Laufzeit und gewähltes Programm entnehmen kann. Dass das Gerät allerdings technisch einiges leisten muss, schlägt sich nieder beim Gewicht: mit stolzen 12 Kilo ist die Eismaschine nämlich nicht besonders handlich.

Die Unold Gusto in der Anwendung

Step 1: Unpacking

Nachdem Transport und vor der ersten Benutzung, sollte die Eismaschine einige Stunden lang „ruhen“, damit sich das Kühlmittel richtig setzen kann. Daher empfiehlt es sich die Maschine auch gleich vor dieser Ruhephase auszupacken und an einen passenden Platz zu stellen, damit sie danach nicht gleiche erneut bewegt werden muss.

Step 2: Die Zutaten

Für die Zubereitung habe ich das Internet durchforstet und mich mehrerer Youtube-Videos und Rezepte bedient. Für die Herstellung des Erdbeereises habe ich letztendlich einen Becher Schlagobers (250g), 250g Milch, 125g Zucker, 3 Eigelb, eine Packung Vanillezucker, Vanillearoma und eine Packung regionale Erdbeeren (250-300g) verwendet.

Step 3: Die Zubereitung

  • Zu Beginn habe ich die Erdbeeren gewaschen, das Grün entfernt und dann die Früchte im Mixer zu einem Püree verarbeitet.

  • Anschließend habe ich die 3 Dotter gut verquirlt und zur Seite gestellt.

  • Als Nächstes wurden Schlagobers, Milch, Zucker, Vanillezucker und Vanillearoma vermengt und in einem Kochtopf aufgekocht. Das Kunststück dabei ist es, die Masse stark zu erhitzen, sie aber nicht zum Kochen zu bringen.

  • Dann wird der Schlagobers-Milch-Zucker-Masse ein Schöpfer entnommen und unter konstantem Rühren dem Eigelb beigemengt.

  • Nun diese Eigelbmasse zur restlichen Schlagobers-Milch-Zucker-Mischung hinzufügen und erneut unter ständigem Rühren auf kleiner Stufe auf dem Herd erwärmen. Auch hier muss aufgepasst werden, dass die Masse nicht aufkocht, damit das Eigelb nicht stockt.

  • Anschließend habe ich dann das Erdbeer-Püree und die warme Masse miteinander vermengt und für einige Stunden in den Kühlschrank gestellt.

  • Nachdem die flüssige Erdbeereismasse abgekühlt war, habe ich die Eismaschine mittels „Power-Button“ in Betrieb genommen und das vorausgewählt Programm (60 Minuten „Ice Cream“) gewählt. Ich habe dann die Maschine eine Stunde lang arbeiten lassen und anschließend die gefrorene Masse, um sie richtig fest zu bekommen, ins Gefrierfach gegeben. Online habe ich gelesen, dass das nachträgliche Einfrieren durchaus auch bei Eissalons Gang und Gebe ist.

Step 4: Das Ergebnis

Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass Erdbeereis nicht zu den Eissorten zählt, die in den letzten Jahren in mein Stanizerl gewandert sind. Das liegt daran, dass ich wohl in der Vergangenheit öfter Erdbeereis erwischt habe, das sehr künstlich und nicht natürlich nach frischen Beeren geschmeckt hat. Aber genau aus diesem Grund wollte ich dem Fruchteis noch eine Chance geben. Und siehe da: Ich bin begeistert von meinem selbstgemachten Erdbeereis! Nicht ohne ein bisschen Stolz traue ich mich sagen: Das beste Erdbeereis, das ich je gegessen habe – auch wenn ich zugegebenermaßen keine besonderen Vergleichswerte habe.

Fazit:

Auch wenn die Zubereitung anfangs etwas aufwändig erscheint, ist es rückblickend, nach getaner Arbeit, überhaupt nicht anstrengend gewesen das Eis herzustellen. Von der Vorstellung, nach Lust und Laune in kurzer Zeit schnell einmal das Lieblingseis anrühren zu können, muss man sich allerdings verabschieden. Der Vorgang nimmt durch die Kälteprozesse viel Zeit in Anspruch. Allerdings bin ich der Meinung, dass sich der Aufwand definitiv lohnt.

Von der Unold Gusto selber, bin ich ebenfalls begeistert. Als absoluter Eismaschinen-Neuling ist mir, dank des Profi-Geräts, bereits der erste Versuch geglückt. Vermutlich auch, da man sich durch die hochwertige Maschine umständliche Zwischenschritte erspart und der gesamte Vorgang vereinfacht wird. Der einziger Nachteil ist, dass die Maschine relativ schwer und groß ist, wodurch sich jedoch wiederum größere Mengen an Eis herstellen lassen. Wie sooft im Leben, ist also auch hier ein vermeintlicher Nachteil ein Vorteil und die ganze Eiszubereiterei im Endeffekt eine Geschmackssache: Allen Eisliebhaberinnen und Eisliebhabern, allen Experimentierfreudigen sowie all jenen, die gerne wissen, welche Zutaten in ihrem Essen stecken, kann ich die Unold Gusto absolut weiterempfehlen. Auf Grund dessen, dass das Gerät sehr hochwertig verarbeitet ist und von der ersten Bedienung an einwandfrei funktioniert hat, gehe ich auch davon aus, dass die Eismaschine auch noch nach vielen weiteren bunten und leckeren Eiskreationen immer noch die gleiche hervorragende Leistung liefern wird.

Daher kann ich zumindest für mich sagen: Die Investition in ein qualitativ hochwertiges Gerät lohnt sich langfristig auf jeden Fall. Der Sommer hat ja auch erst gerade so richtig begonnen und ich kann es kaum erwarten noch viele weitere köstliche Eissorten zu kreieren! Zusammengefasst also: Happy End letztendlich nicht nur für das schräge Trio in „Down by Law“, die zwar keine „Ice Cream“ bekommen haben, dafür dem Gefängnis entkommen sind, sondern auch bei mir in der Küche, wo die Eismaschine schon die nächste Köstlichkeit anrührt.


Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 30. Juni 16:59 möglich.

Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!

Die 2. Wiener Bierwoche: Jetzt Tischreservierung vor allen anderen sichern!

Auf Grund des großen Erfolgs letztes Jahr, findet auch heuer wieder von 1. bis 7. Juli die Wiener Bierwoche mit etwa 50 ausgewählten Spitzenrestaurants statt. Offiziell können Tische erst ab dem 18. Juni reserviert werden, die Geizhals-Community kann sich jedoch jetzt schon mit dem untenstehenden Code Tischreservierungen vor allen anderen, (nämlich ab dem 12. Juni) sichern.

Gäste haben im Rahmen der „Wiener Bierwoche” die einmalige Gelegenheit eine Woche lang Toprestaurants in und um Wien auszuprobieren und kulinarische Köstlichkeiten zum Fixpreis zu genießen. Das Konzept ist sehr einfach. Eine Woche lang bieten gehobene Restaurants Gourmetmenüs inklusive Bierbegleitung an. Mittags gibt es 2-Gang Menüs um € 15,50 und dreigängige Abendmenüs kann man ab € 34,50 pro Person bestellen. Restaurants mit mehr als einer Haube dürfen sich zum Lunch € 5 und zum Dinner € 10 Aufschlag erlauben.

Auszug aus den teilnehmenden Restaurants:

– 3 Hauben: Mörwald Toni M.

– 2 Hauben: Edvard, Kussmaul

– 1 Haube: Beef & Glory, Hansen, Huth da Moritz

Tische können unter bierwoche.wien/geizhals reserviert werden. Dazu einfach dem Link folgen und den untenstehenden Frühbucher-Code einlösen.

FRÜHBUCHER-CODE: restaurantgenuss


Huawei P30 lite im Test

Die P-Serie von Huawei ist in allen Preissegmenten gut aufgestellt. Erst vor kurzem durften wir das Flaggschiff, das P30 Pro, testen und waren vor allem von der hochwertigen Kamera und der tadellosen Verarbeitung überzeugt. Aber natürlich hat der chinesische Gigant auch etwas für Sparfüchse parat: Das P30 lite wirbt mit einem Triple-Kamera-System und tollem Display. Klingt eigentlich alles wunderbar aus Konsumentensicht, wäre da nicht ein Handelskrieg zwischen den USA und China entbrannt, der Huawei derzeit nicht aus den Schlagzeilen kommen lässt und eine eher ungewisse Zukunft zeichnet. Wie es weitergehen kann und was das für aktuelle Geräte, wie das P30 lite, bedeutet, könnt ihr im folgenden Test erfahren.

Lieferumfang

Wie bei der gesamten P30-Serie kommt auch die Lite-Variante in einer schlichten, weißen Box daher.

Die Ausstattung lässt auch wenig Wünsche offen. Da bei günstigeren Geräten zumeist noch ein Klinken-Anschluss vorhanden ist, hat Huawei dankenswerterweise auch ein Headset beigelegt:

  • kabelgebundene Kopfhörer (3.5mm)
  • Supercharger Ladegerät
  • USB-C / USB-A-Kabel
  • SIM-Tool

Design und Verarbeitung

Nur weil man ein günstiges Smartphone erworben hat, muss man nicht auf eine solide Verarbeitung verzichten. Hier kann das P30 lite definitiv punkten. Die Verarbeitung ist auch hier tadellos, wenn man natürlich auch mit einigen Kompromissen in dieser Preisklasse leben muss.

Das Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt, auch der Rahmen, auch wenn die Optik den Einsatz von Metall vermuten lassen würde. „Billig“ fühlt sich das Smartphones aber deswegen nicht an und es wiegt dann auch etwas weniger Gewicht als seine Premium-Brüder

Die seitlichen Knöpfe sind gut zu erreichen, der Fingerprint-Reader auf der Rückseite ist allerdings etwas weit oben positioniert und manchmal etwas schwer zu erreichen, was aber sicherlich eine Sache der Gewöhnung ist. Das Triple-Kamera-Modul steht deutlich aus dem Gehäuse hervor, was gerade, wenn das Gerät am Tisch liegt, zu störenden Wackeln führt.

Detaillierte Spezifikationen

Betriebssystem Android 9.0
Display 6.15″, 2312×1080 Pixel, 16 Mio. Farben, IPS/​LTPS, kapazitiver Touchscreen, Aussparung
Kamera hinten 48.0MP, f/​1.8, Phasenvergleich-AF, LED-Blitz, Videos @1080p/​30fps (Kamera 1); 8.0MP, Weitwinkelobjektiv (Kamera 2); 2.0MP, Tiefenschärfe (Kamera 3)
Kamera vorne 24.0MP, f/​2.0, Videos @1080p/​30fps
Schnittstellen USB-C 2.0 (OTG), 3.5mm-Klinke, WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac, Bluetooth 4.2 (aptX HD), NFC
Sensoren Beschleunigungssensor, Gyroskop, Annäherungssensor, Lichtsensor, Kompass, Fingerabdrucksensor (hinten)
SoC HiSilicon Kirin 710, 64bit
CPU 4x 2.20GHz Cortex-A73 + 4x 1.70GHz Cortex-A53
GPU Mali-G51 MP4
RAM 4GB
Speicher 128GB, microSD-Slot (shared, bis 512GB)
Navigation A-GPS, GLONASS
Modem GSM (0.2Mbps/​0.1Mbps), UMTS, LTE
Frequenzbänder 2G (850/​900/​1800/​1900), 3G (B1/​B2/​B4/​B5/​B8), 4G (B1/​B3/​B4/​B7/​B8/​B20/​B38)
Netzstandards GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+, LTE-A
Akku 3340mAh, fest verbaut
Ladeleistung 18W
Standby-Zeit 293h
Gesprächszeit 21h
SAR-Wert 0.7W/​kg Kopf, 1.1W/​kg Körper
Gehäuseform Barren
Gehäusematerial Glas (Rückseite), Metall (Rahmen)
Farbe weiß
Abmessungen 152.9×72.7×7.4mm
Gewicht 159g
SIM-Formfaktor Nano-SIM (1x shared)
Besonderheiten Dual-SIM, Benachrichtigungs-LED
Gelistet seit

Display

Auch hier will Huawei die geneigten Käufer beeindrucken und spendiert seiner Lite-Variante ein gutes, blickwinkelstabiles IPS-Display. Diese bietet zwar nicht den Kontrast und Schwarzwerte eines OLED-Displays, aber liefert mit einer FullHD-Auflösung scharfe Bilder.

Im Gegensatz zur Pro-Variante sind die seitlichen Ränder nicht abgerundet, was zwar für einen etwas „dickeren“ Rahmen sorgt, sich dafür aber im Alltag als sehr praktisch erweist: weniger unabsichtliche Betätigungen des Touchscreens, keine Spiegelungen an den Seiten und nicht zuletzt liegt es dadurch auch sicherer in der Hand.

Alle drei Varianten (P30 lite, P30 und P30 Pro) haben eines gemeinsam: Die Displayaussparung für die Frontkamera  (Notch) ist immer gleich groß bzw. klein. Gute Entscheidung von Huawei auch die Lite-Variante mit diesem vergleichsweise kleinen Notch auszustatten.

Software, Features und Performance

Huawei hat in den vergangenen Jahren dazugelernt und die eigene EMUI-Oberfläche (9.1) um sinnvolle Features erweitert. Als Grundlage dafür dient die aktuellste Android Version 9 „Pie“.

Da es sich um eine fast gleiche Version handelt wie beim P30 Pro handelt, verweisen wir für die genaueren Features auch gerne wieder dorthin.

Die Performance kann als gut und flott bezeichnet werden. Es gibt kaum „Nachdenkpausen“, allerdings manchmal doch ein paar Mikroruckler im Betrieb. Diese stören aber nicht und fallen nur auf, wenn man gerade von einem High-End-Gerät kommt.

Die Benachrichtigungs-LED erweist sich als praktisch, da es bauartbedingt (IPS-Display) keine Always-On-Funktionalität gibt.

Der Sound ist weniger beeindruckend, der Mono-Lautsprecher auf der Unterseite kann leicht verdeckt werden und liefert mittelmäßigen Sound.

Turbulente Zeiten (Stand: 5. Juni)

Per Dekret hat die amerikanische Regierung unter Donald Trump erlassen, dass es ab 20. August US-Unternehmen untersagt ist mit Huawei geschäftliche Beziehungen einzugehen. Grund dafür sind Spionagevorwürfe seitens der US-Regierung: Huawei, auch Technologieführer beim weltweiten 5G-Ausbau, soll Informationen an die chinesische Regierung weitergeben und ist überhaupt zu eng verwoben mit den chinesischen Machthabern. Konkrete Beweise gibt es dafür nicht bzw. wurden bisher keine der Öffentlichkeit vorgelegt.

Deswegen sehen sich nun zahlreiche Technologie-Konzerne, wie Google, Intel, Qualcomm und Broadcom, gezwungen die geschäftlichen Beziehung mit Huawei zumindest einzufrieren. Was das konkret bedeutet, kann man nicht voraussehen.

Was bedeutet das für aktuelle Geräte?

Aktuelle Modelle sind aus derzeitiger Sicht weitgehend unbetroffen. Google und Huawei haben schon an die Kunden kommuniziert, dass bereits ausgelieferte und lizenzierte Smartphones auch nach dem 20. August problemlos weiter funktionieren werden. Beide Unternehmen wollen sich wahrscheinlich bemühen nach diesem Stichtag die Geräte weiterhin mit Sicherheits- und Versionsupdates zu beliefern.

Die aktuelle Lage sorgt aber auch für fallende Preise bei Huawei-Smartphones und gerade das kann für preisbewusste Käufer sehr interessant werden. Ist einem die neueste Android-Version nicht wichtig, so können Top-Smartphones zum Schnäppchen-Preis ergattert werden.

Wie sieht die Zukunft für Huawei-Smartphones aus?

Der Handelskrieg zwischen China und den USA wird wohl nicht so schnell beigelegt werden, beide Parteien wollen hier nicht das Gesicht verlieren und auch im eigenen Land „Stärke“ zeigen. Aber natürlich geht es um Geld. Um sehr viel Geld. Und gerade das spricht für ein versöhnliches Ende, zumindest für Huawei. Denn nicht nur Huawei wird viele potenzielle Einnahmen verlieren, sondern natürlich auch die anderen US-Unternehmen, denen ein riesiger und wichtiger Abnehmer wegbricht. Eigentlich eine klassische lose-lose-Situation, die dafür das Potenzial hat, dass man eben doch in letzter Sekunde einen Kompromiss findet.

Kommt es in letzter Sekunde trotzdem nicht zu einer Einigung, auch dann müssen Huawei bzw. Huaweis Kunden nicht den Kopf in den Sand stecken. Nicht nur vermutet man, dass Huawei schon länger an einem eigenen Betriebssystem arbeitet (Codename: Hong Meng), sondern es ist auch klar, dass eines der größten Technologieunternehmen der Welt sich nicht einfach kampflos ergeben wird und – vor allem – auch seine zig Millionen Kunden nicht im Regen stehen lassen will und wird.

Kamera

Wie bei der gesamten P-Serie stehen die Kamera-Features im Vordergrund. Das ist natürlich auch beim P30 lite nicht anders. Zwar muss auf das Leica-Branding verzichtet werden, aber ansonsten kann das Triple-Kamera-System mit deiner Vielseitigkeit überzeugen.

Besonders das Weitwinkelobjektiv macht sehr viel Spaß und eignet sich gut um schnell ein paar Fotos von z.B. Gebäuden zu machen.

Weniger gut ist die Farbwiedergabe, die manchmal übersteuert und damit etwas unnatürlich Farben wiedergibt. Gut zu erkennen am Blau des Himmels.

Im Jahr 2019 gibt es natürlich auch einen Nachtmodus, der speziell im Dunkeln gute Ergebnisse liefert.

Fazit

Mit diesem Smartphone kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Fairer Preis, gute Performance, solide Verarbeitung und praktische Kamera-Features. Das P30 lite ist ein Kracher in seiner Preisklasse und hat aus einigen Fehlern der Vergangenheit gelernt.

Die kleinen Makel wie durchschnittlicher Sound, kein OLED-Display und Kunststoff-Gehäuse lassen sich leicht verschmerzen. Und wer Wireless Charging oder eine IP-Zertifizierung braucht, der muss eben zu den größeren und etwas teureren P-Series-Modellen greifen.

Bleibt also abschließend nur zu hoffen, dass das politische Säbelrasseln zwischen Huawei und den USA schnell beendet wird und Huawei ein wichtiger Player am Markt bleibt, denn Konkurrenz belebt das Geschäft und davon profitieren immer die Kunden.

Gewinnchance

Die Teilnahme war bis zum 17. Juni 16:59 möglich. Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen!


Angebote für das Huawei P30 lite



Hinweis: Huawei Austria war so freundlich uns für den Test und die Verlosung jeweils ein P30 lite zur Verfügung zu stellen.